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Retrospektive

Zork I wird 32 Jahre alt - Leser-Special von StHubi

31.01.2012 12:31 Uhr
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Das erste Text-Adventure der Firma Infocom feiert dieses Jahr seinen 32. Geburtstag. Anlässlich dieser für Programmierer recht bedeutsamen Zahl an Jahren könnt ihr in diesem Special einen Blick auf die Geschichte dieses klassischen Spiels werfen.

Der Anfang eines der größten Spiele ist meist klein Der Anfang eines der größten Spiele ist meist klein 1980 erschien als Debüt-Titel der Firma Infocom das Spiel Zork I für die damals aktuellen Systeme Apple II und TRS-80. Die ehemaligen Studenten Dave Lebling, Marc Blank, Michael Berlyn, Tim Anderson und Bruce Daniels wurde während ihrer Studienzeit durch das Spiel Adventure von Don Woods inspiriert und entwickelten ihre eigene Version auf dem Großrechner ihrer Universität. Der Name leitete sich von dem Wort "zork" ab, das im MIT Slang ein unvollständiges Programm bezeichnete. Aufgrund von Befürchtungen Copyrights zu verletzen, wurde der für die ersten Versionen benutzte Titel Dungeon fallen gelassen und man blieb von da an beim Namen Zork.

Nach ihrem Abschluss gründete die Gruppe die Firma Infocom und wollte Zork als ersten Titel veröffentlichen. Da das Spiel allerdings knapp ein Megabyte groß war, was damals fast schon zu viel für den Großrechner war, musste sich die junge Firma etwas für die viel schlechter ausgestatten Heim-Computer Apple II und TRS-80 etwas neues überlegen.
Daher wurde der Inhalt des ursprünglichen Zorks in mehrere Teile aufgeteilt und als Zork I bis III veröffentlicht. Wobei Zork I fast zwei Drittel des Großrechner-Zorks enthielt, Zork II den fehlenden Rest und Zork III fast vollständig neues Material beinhaltete. Das finale Rätsel wurde sogar erst in einem Ableger der Serie namens Sorcerer im Jahre 1983 eingebaut.
Dank einer cleveren Programmstruktur, musste für jede weitere Plattform nur der Parser konvertiert werden. Die komprimierte "Story-Datei" blieb für jedes Betriebssystem die gleiche. In den folgenden Jahren wurden daher dieses Spiel und alle weiteren Infocom-Titel sehr schnell für die damals üblichen Systeme umgesetzt und verschafften Infocom so ein sehr starkes Standbein in der Spielebranche. Überraschenderweise wurde das Spiel in Japan 1996 sogar für die PlayStation und die Saturn mit Hintergrundgrafiken neu aufgelegt, wie es bereits Jahre zuvor für den NEC PC-98 geschehen war. Auf den Systemen von 1996 bekam es sogar einen CD-Audio-Soundtrack (vgl. Quelle: Hardcoregaming101.net presents: The Guide to Classic Graphic Adventures).

Die Firma wurde schließlich bekannt und berühmt für ihre großartigen Text-Adventures, die auch heute noch von Fans gelobt und gespielt werden.

Etwas später gibt es die erste Ausrüstung zu finden. Etwas später gibt es die erste Ausrüstung zu finden. Die Story von Zork I wirkt aus heutiger Sicht eher schlicht:
Man spielt einen namenlosen Abenteurer, der in einem untergegangen Königreich nach Schätzen suchen soll. Hat man alle Schätze gesammelt und in den Trophäenkasten im Spiel gestellt, öffnet sich eine Geheimtür, die zur Spielwelt von Zork II führt.
Allerdings wurde dies werde im Spiel noch im Handbuch verraten. Das einzige Indiz waren die erhaltenen Punkte für das Ablegen von Schätzen im Trophäenkasten, was man aber auch nur durch Ausprobieren herausfinden konnte - Ob Sony hier ihre Idee für die PS3-Trophys her hat?
Ein Teil des Handbuchs berichtete über die Geschichte des untergegangen Königreichs von Quendor. Das ganze lies sicht, als würde es an eine Geschichtsklasse in einer Schule gerichten sein und bietet eher wenig Hilfen für das Spiel. Wobei hoffentlich keine Schulklasse die beiden folgenden Vorschläge ernst genommen hat, die unter anderem im Handbuch zu finden waren:

Wie wäre es wohl unterirdisch zu leben? Falls es in der Nähe deiner Heimat Höhlen gibt, verbringe eine Woche in ihnen, um zu sehen wie das so ist.
oder
Sammle mehrere Pferde für dich und deine Klassenkameraden. Reite durch die Stadtmitte deiner Stadt, plündere Geschäfte, brenne Häuser nieder und schlachte junge Kinder und alte Frauen ab. Frage anschließend die Leute in der Stadt, wie es war in einem gesetzlosen Zustand zu leben.

Das Spiel besitzt keinerlei Grafik und die Spielwelt, sowie die Ergebnisse der Spielerhandlungen werden stets in teilweise sehr unterhaltsamen Texten beschrieben. Alle Befehle gibt man als englische, meist recht einfach aufgebaute Sätze nach dem Muster "Verb Objekt" ein (teilweise verstand der Parser auch komplexere Eingaben, wenn sie die strikten Regeln erfüllten).

Beispielsweise kann man mit dem Befehl

open mailbox

nicht das Mail-Programm aufrufen und die Mails damit abrufen, sondern den Briefkasten neben dem weißen Haus am Anfang des Spiels öffnen. Dieses weiße Haus oder Zork selbst wird übrigens auch das eine oder andere Mal in Spielen anderer Hersteller oder sogar im Games Aktuell Podcast erwähnt oder parodiert.

Trotz oder gerade wegen der primitiven Technik genießt Zork Kult-Status, da es selbst auf einige absolut verquere Eingaben reagieren konnte. Auch die Tatsache, dass man ohne eine Lichtquelle von einem sogenannten Grue gefressen wurde, hat einen gewissen Beitrag dazu geleistet. Bis heute ist nicht veröffentlicht worden, was genau ein Grue ist oder wie er/sie/es aussieht. Tatsache ist nur, dass ein Grue Abenteurer frisst, die zu lange ohne Lichtquelle herum laufen.
Der Schwierigkeitsgrad der Zork-Reihe ist enorm hoch, aber gerade deswegen ist das Lösen der Spiele ein echtes Erfolgserlebnis, wenn man es auch kaum ohne Hilfe schaffen kann. Der Spieler kann fast mit jeder Bewegung in eine Sackgasse geraten. Nicht zu vergessen, dass man ohne Licht sehr schnell stirbt und die Lampe im Spiel nur wenige Züge lang Licht spendet. Trotz aller Mängel und technischer Probleme hat es Pionierarbeit geleistet, auf der viele Spiele in vielerlei Hinsicht aufgebaut haben.

Die gesamte Zork-Text-Adventure Reihe (Zork I bis III, Beyond Zork und Zork Zero) kann recht günstig mit allen Handbüchern und Dokumenten im PDF Format bei Good Old Games erworben werden. Außerdem hat Activision vor einigen Jahren die ersten drei Text-Adventures ohne Dokumentation zum freien Download ins Internet gestellt. Mit Hilfe des freien Programms DOSBox oder anderer Interpreter für Infocom-Adventures können diese Spiele auch auf einem modernen Windows-Rechner gespielt werden. Wem das zu umständlich ist, der kann auch auf JavaScript-Implementierungen des ersten Teils zurückgreifen, die sich vollständig im Browser spielen lassen. Vermutlich gibt es fast keine Plattform, die nicht von den Fans dieser Spiele bedacht wurde.

Spielt Ihr ab und zu noch Text-Adventures - welche zum Beispiel? Woher kanntet ihr Zork schon vor diesem Special oder habt ihr in diesem Special wenigstens etwas gelernt? Wisst ihr, wie es ist unterirdisch zu leben? Falls ihr das mit ja beantwortet, wirft das gleich die nächste Frage auf: Auf welche Schule seid ihr bloß gegangen?!?
Wir sind gespannt auf Eure Antworten, Anekdoten oder Kritiken in den Kommentaren zu diesem Special, die hoffentlich aus mehr als nur einem Verb und einem Objekt bestehen…

Moderator

31.01.2012 12:31 Uhr
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Dein Kommentar
Moderator
Bewertung: 0
01.03.2012 21:03 Uhr
Zitat: (Original von 4-EverZocker)
32 Jahre alt ist schon ein Stück :)

Hey, ich werde erst in 12 Tagen 32 Jahre alt!!! 
Beta-Tester
Bewertung: 0
01.02.2012 08:38 Uhr
Mit der eigenen nicht, nur mit der von anderen, da gibts abartiges sag ich Dir.:ugly:


Kannst Du halten wie Du willst.
Die Frage ist nur wie hoch der IQ von jemandem sein muss der durch eine Aussage zur Sexualität auf den IQ desjenigen eingehen kann.http://www.mamas-racker.de/images/smilies/uhm…
Moderator
Bewertung: 1
01.02.2012 06:14 Uhr
Da komme ich nach 6 Stunden Nachtschicht im Tiefkühllager nach Hause, bin fertig mit den Nerven, der Welt, dem Universum und dem ganzen Rest, will meinen vor ein paar Wochen vorgeschriebenen Blog hochladen und lese dann das hier unter meinem Special…

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