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  • Nerd Attack! (Buch) - Leser-Kritik unseres Nerds StHubi

    Das Buch Nerd Attack! erschien 2011 im Spiegel Buchverlag und beschäftigt sich laut seinem Untertitel mit der Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook. Ist das Buch auch für einen typischen Gamer oder Nerd interessant?

    Das Cover ist freundlich und hell gestaltet. Das Cover ist freundlich und hell gestaltet. Quelle: Von StHubi fotografiert Der Autor Christian Stöcker wurde 1973 geboren und hat im Laufe seines Lebens vom C64 bis zum heutigen Tage die Entwicklung der digitalen Landschaft beobachtet und miterlebt. Er hat sowohl Psychologie als auch Kulturkritik studiert und arbeitet seit 2005 als Redakteur in den Ressorts Wissenschaft und Netzwelt bei SPIEGEL ONLINE. Seit 2011 tut er dies als Ressortleiter Netzwelt. Damit erscheint er prädestiniert für einen Bericht und eine Bewertung der Entwicklung der digitalen Welt, wie er sie in seinem Buch nennt.

    Den meisten Menschen bin ich im realen und virtuellen Leben als Nerd bekannt, weswegen mir wohl Thomas K. dieses Buch zum Geburtstag geschenkt hat. Dank eines mehrstündigen Flugs in die USA habe ich ca. 7 Monate später die Zeit gefunden das Buch zu lesen. Ob er mit diesem Geschenk einen Volltreffer für mich und auch andere Nerds/Interessenten gelandet oder nur ein weiteres "Hauptsache er hat was bekommen"-Geschenk abgeliefert hat, wird dieser Test zeigen.

    Die Story

    Das Buch beginnt direkt nach dem Vorwort in der Jugend des Herrn Stöckers und anhand vieler einzelner Anekdoten bewegt er sich mit atemberaubendem Tempo durch die verschiedenen Entwicklungen der Heimcomputer, des PCs und schließlich des Internets und allem was dazwischen und dahinter steht. Die Anekdoten lesen sich durchgehend interessant und gerade bei mir schwang eine große Portion Nostalgie mit. Ich bin zwar ca. 7 Jahre jünger als der Autor, aber dennoch habe auch ich viele Dinge beobachtet und miterlebt, die er bespricht.

    Passend zu jeder Anekdote folgt in dem Buch auch eine übergreifende Beobachtung oder ein Bericht über wichtige Ereignisse in anderen Teilen der Welt, die den Autor nicht immer direkt betroffen haben. Das Buch liest sich eher weniger wie eine wissenschaftliche, geschichtliche Arbeit, sondern wie eine umfassende, umfangreise Anekdote, bei der hinzugefügt wird, was hinter den persönlichen Erlebnissen noch passierte.

    Fein säuberlich werden auch "Nebenprodukte" des technologischen Wandels besprochen, wie die Nostalgie alter Medien, die durch digitales abgelöst wurden (Schallplatten, bald CDs und irgendwann Papier) oder auch WikiLeaks und Anonymous. Auch ein kritischer Blick auf die deutsche Politik in Bezug auf die digitale Welt fehlt nicht, wenn auch dieses Kapitel wohl als das düsterste im ganzen Buch darstellt.

    Nach etwas mehr als 8 Stunden Lesezeit habe ich Buch mit seinen 320 gut gefüllten Seiten durchgelesen. Für den sehr geringen Preis von 15 € (bei Amazon) hat mich das Buch lang genug beschäftigt und so ziemlich jeder Ego-Shooter-Kampagne eine lange Nase in Sachen Preis-Leistungsverhältnis gemacht.

    Die Technik

    Es wird im ganzen Buch gerade mal eine Schriftart eingesetzt und es gibt keinerlei Grafiken oder Tabellen (die drei Computer-Symbole auf der letzten Seite werte ich mal als Ausrutscher). Das höchste der Gefühle sind kursiv gedruckte Texte am Anfang jeden Kapitels. Immerhin sind die Kapitel-Namen anders formatiert und fett gedruckte Überschriften leiten neue Abschnitte ein. Alles in allem ergibt das Buch einen ordentlichen Gesamteindruck und das haptische Erlebnis beim Lesen (analoges Umblättern - großartig!) lassen keine Wünsche für Freunde dieses klassischen Mediums offen.

    Alles in allem wirkt das Buch optisch sehr überzeugend, wenn ich mir auch etwas mehr grafische Elemente wie Bilder des ersten Browsers gewünscht hätte. Der etwas "krakelig" gezeichnete C64 auf dem Cover kann da auch nicht mehr viel retten, doch Bücher- und Text-Adventure-Freunde werden sich wohl kaum daran stören.

    Bei meiner Ausgabe handelte es sich um die 2. Auflage von 2011. Leider fehlt ein Vorwort zur 2. Auflage (im Fachjargon auch Patch-Notes genannt), so dass ich nur vermuten kann, dass kleinere wenig relevante Bugs im Buch behoben wurden.

    Wobei dann natürlich die übrig geblieben Bugs erst recht negativ auffallen. Beispielsweise steht in einer kurzen Erklärung bestimmter Pen & Paper-Rollenspiele und typischer Nerd-Brettspiele, die Gnome von Zürich könnten von einer anderen Gruppe kontrolliert werden. Das ist aber nicht möglich, da es sich um eine Illuminaten-Gruppe handelt, die niemand anderes kontrollieren kann! Erst in der letzten Partie vor ein paar Wochen musste ich meinen Mitspielern diese Regel noch einmal klar machen…

    Die Steuerung oder auch die Führung durch das Buch

    Die Meinung des Autors stellt er in jedem Abschnitt sehr klar und nachvollziehbar dar. Nur sehr wenige seiner Schlussfolgerungen oder Ansichten kann ich persönlich nicht teilen, doch dank seiner Darstellung verstehe ich zumindest wie er zu seiner Bewertung und Meinung gekommen ist. Oft habe ich den Eindruck gehabt, er versuche das regelmäßige Kopieren von C64-Spielen mit dem gewohnheitsmäßigen Kopieren von MP3 und anderen geschützten Inhalten in direkte Verbindung zu setzen (vielleicht habe ich da auch zu viel hinein interpretiert?). Dagegen ist er gerade beim Thema 4Chan bzw. Anonymous in meinen Augen erfreulich neutral geblieben, was mir wohl nicht gelungen wäre.

    Der rote Faden des Buches ist wirklich bindend und im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, die ein derartig großes Thema angehen, kommt mir dieser Faden nicht allzu einsam und verloren vor. Im Gegenteil: Hier mündet ein Kapitel fließend in das nächste und eine Entwicklung ergibt sich aus der vorherigen. Ich hatte immer das Gefühl, einen aus diesem Faden wunderbar gestrickten roten Pullover zu lesen.

    Allerdings weisen die Anekdoten von Christian Stöcker auch erstaunliche Parallelen zu meinem eigenen Werdegang auf. Ein sehr guter Freund von mir aus dieser Zeit hat sogar denselben Namen wie einer der Freunde von Herrn Stöcker.

    Fazit

    Ich muss zugeben, dass ich normalerweise nur Fach- und Sachbücher aus dem Bereich der Informatik lese. Doch dieses Buch hat mir wirklich Spaß beim Lesen bereitet und viele Erinnerungen an vergangene Zeiten und Ereignisse geweckt. Das liegt nicht zuletzt an dem eher lockeren, auf Anekdoten basierenden Stil des Buches.

    Auch anderen Lesern, die damals mit den ersten Heimcomputern Erfahrungen gesammelt haben, dürfte das Buch sehr gefallen. Vielleicht interessieren sich ja auch jüngere Leser dafür, wie die "Generation C64" die heutige Technik und deren Entwicklung erlebt hat.

    Für die Generationen davor könnte dieses Buch vielleicht endlich ein wenig mehr Verständnis bringen. Gerade im Nachwort macht der Autor seine Hoffnung deutlich, dass es mehr Verständnis von den Menschen geben wird, die nicht in der digitalen Welt leben.

    Wertung: 9/10

  • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
    Von StHubi
    Danke sehr.Da waren leider noch einige Stunde mehr, aber kürzer angefühlt hat es sich auf jeden Fall 
    Von Forsta
    Schöne Kritik Herr StHubi, mit dem Buch verging der Flug nach US und A bestimmt schnell! 
    Von StHubi
    @big ron: Wie viele Seiten ich schaffe, hängt immer SEHR vom Thema ab... Das Silmarillion beispielsweise... *gähn* Puh…
    • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel

      • Von StHubi Moderator
        Zitat von Forsta
        Schöne Kritik Herr StHubi, mit dem Buch verging der Flug nach US und A bestimmt schnell! ;)
        Danke sehr.
        Da waren leider noch einige Stunde mehr, aber kürzer angefühlt hat es sich auf jeden Fall 
      • Von Forsta
        Schöne Kritik Herr StHubi, mit dem Buch verging der Flug nach US und A bestimmt schnell! 
      • Von StHubi Moderator
        @big ron: Wie viele Seiten ich schaffe, hängt immer SEHR vom Thema ab... Das Silmarillion beispielsweise... *gähn* Puh, bin ich müde... Wo war ich... Ach ja... Das Silmarillion... *schnarch*

        Danke für das Lob!  Das mit dem "80er Style Cover" ist mir nicht so direkt aufgefallen, aber du hast recht... Es erinnert stark an die damaligen Cover.
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Nerd Attack! (Buch) - Leser-Kritik unseres Nerds StHubi
Das Buch Nerd Attack! erschien 2011 im Spiegel Buchverlag und beschäftigt sich laut seinem Untertitel mit der Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook. Ist das Buch auch für einen typischen Gamer oder Nerd interessant?
http://www.gamesaktuell.de/Retrospektive-Thema-214694/Lesertests/Nerd-Attack-Buch-Leser-Kritik-unseres-Nerds-StHubi-1030020/
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