Was hat die Ego-Ballerei wirklich auf dem Kasten? Wir haben die US-Version auf der PlayStation3 durchgespielt und sagen es Ihnen!
Doom + Call of Duty + Half-Life = Resistance
Zuerst zu den rohen Fakten: Im Spiel geht es um einen Soldaten, der in einer alternativen Zeitlinie lebt - der Zweite Weltkrieg hat nie stattgefunden (prima!), dafür zieht eine ekelhafte Monsterbrut namens Chimera mordend durch die Lande (doof!). Entwickler Insomniac (u.a. Ratchet & Clank) nutzt diese interessante Grundidee für einen Shooter, der wie ein Potpourri aus den berühmtesten Genre-Vertretern wirkt: Hier ein Stück Call of Duty, dort eine Prise Half-Life 2 (dt.) - fertig ist das PS3-Schützenfest.
Trotz offensichtlicher Ideenarmut macht das Action-Spektakel viel Spaß, denn jedes Spielelement fügt sich gut ins große Ganze ein. Am spannendsten ist natürlich die Frage nach der grafischen Qualität von Resistance, schließlich soll der Titel die Leistungsfähigkeit der PS3 zeigen! Nach knapp 15-stündiger Spielzeit (die Solo-Story ist erstaunlich umfangreich) können wir sagen: Es sieht schick und teilweise auch imposant aus, kann aber nicht mit einem Gears of War mithalten. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass die Entwickler noch viel über die Cell-Architektur der PS3 lernen müssen und auch werden. Erst dann dürfte ein Power-Vergleich Xbox360 vs. PS3 wirklich Sinn machen.
Für einen Starttitel macht die Ego-Ballerei nämlich einiges her: Dutzende Soldaten mit recht cleverer KI stürmen durch die Gegend, Explosionen am Horizont zeugen von der irren Weitsicht und schicke Lasereffekte zucken aus den digitalen Knarren. Letzere zählen zu den Highlights des Spiels: Statt dem üblichen MG-Schrotflinte-Raketenwerfer-Triumvirat bietet Resistance einen ganzen Schrank voller gewitzter Knarren. So spuckt einer der Schießprügel beispielsweise Energiestacheln, die physikalisch korrekt von Wänden abprallen. Damit um die Ecke zu ballern, ist ein diebischer Spaß! Zudem besitzt jede Sci-Fi-Wumme eine mächtige Sekundärfunktion, etwa einen temporären Schild oder einen automatischen Zielsucher.
Neben der Kampagne schlummern auf der Blu-ray-Disc (das Spiel belegt satte 20 GB, die deutsche Sprachausgabe ist bereits enthalten!) zahlreiche Mehrspieler-Optionen. Schade jedoch, dass die Koop-Variante nur im Splitscreen spielbar ist - das macht zwar Laune, wäre aber über Netzwerk oder Internet noch toller gewesen. Imposant ist hingegen die maximale Spieleranzahl des Online-Modus: Bis zu 40 (!) Teilnehmer dürfen sich in sechs verschiedenen Modi messen!
Unser Fazit: Resistance ist ein durch und durch packender Shooter, der gut aussieht, sich gut spielt und keinerlei nennenswerte Schwächen hat. Wer allerdings eine spielerische oder grafische Offenbarung erwartet, wird enttäuscht sein. Zum Start der PS3 dürfte es dennoch keinen besseren Titel geben.
Update: Das erste Video unserer Video-Reihe zu Resistance: Fall of Man finden Sie hier.
