Katapultiert Ubisoft das Shooter-Genre dank innovativer Wii-Steuerung in neue Dimensionen? Unser Test klärt es!
Viele Feinde sind leider mit minderer Intelligenz gesegnet.
Beim Anvisieren fernöstlicher Anzug-Attentäter und schmieriger Straßen-Gangster hilft nicht nur das Fadenkreuz. Zittrige Hände freuen sich auch über eine Zielhilfe, die einzelne Gegner auf Wunsch automatisch anpeilt. Zudem verfügen die Ballermänner über eine Zoomfunktion. Hierbei schieben Sie die Fernbedienung nach vorne, sobald der Wunschbösewicht aufgeschaltet ist. Das klingt simpel, klappt im Kugelhagel aber nur selten gut: Bis Sie mühsam ein Körperteil angepeilt haben, steckt meist schon ein halbes Dutzend feindlicher Projektile in der Polygon-Brust der eigenen Spielfigur.
Ego-Shooter-Alltag
Bei den Katana-Kämpfen blocken Sie mit dem Nunchuck und schnetzeln währenddessen mit der Fernbedienung.
In allzu brenzligen Feuergefechten hilft der Focus-Time-Modus weiter. Dabei verlangsamen Sie kurzzeitig das Spielgeschehen, um anrückende Todesschwadrone in aller Ruhe niederzustrecken. Ungewöhnlich: An bestimmten Stellen tauscht der Unterweltschreck Ballermann gegen Samuraischwert. Im Duell mit Bossen sind dann Ihre Fechtkünste gefragt. Zuschlagen, Blocken und Ausfallschritt -- die Mann-gegen-Mann-Duelle mit Nunchuk und Fernbedienung lassen zwar Tiefe vermissen, klappen aber ordentlich.
Eine Aussage, die im Prinzip auf das gesamte Abenteuer zutrifft. Von den Klingenkämpfen abgesehen, bietet Red Steel inhaltlich nichts, was nicht schon Ego-Shooter-Standard wäre. Mit Pistole, Schrotflinte und Co rumballern, Schüssen ausweichen, Granaten werfen und alle Jubeljahre mal ein Rätsel lösen - der actionbetonte und lineare Spielablauf birgt kaum Überraschungen. Dass das Ganze dennoch Spaß macht, liegt vor allem an der Steuerung. Die erfordert zwar eine gewisse Trainingszeit, die faire Platzierung der Gegner und großzügig verteilte Medipaks verhindern jedoch, dass die Grundausbildung an Nunchuk und Fernbedienung frustig verläuft.
