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  • Red Orchestra

    Realismus über alles: So erschreckend echt wie die ehemalige Fan-Modifikation für Unreal Tournament hat noch kein Shooter den Zweiten Weltkrieg digitalisiert.

    Nach Titeln wie Counter-Strike, Tac Ops oder Day of Defeat schafft mit Red Orchestra eine weitere kostenlose Hobby-Mod den Sprung zum professionellen Verkaufsprodukt. Der Multiplayer-Shooter will die brutalen Infanteriegefechte und gewaltigen Panzerschlachten an der Ostfront so realistisch wie möglich nachstellen.

    Frags und Flaggenpunkte

    Mit Day of Defeat hat Red Orchestra nicht nur die Mod-Vergangenheit und das Weltkriegs-Szenario gemein, sondern auch den grundlegenden Spielablauf. Zwei Parteien mit je 16 Mitgliedern streiten sich auf den 13 Schlachtfeldern um strategisch bedeutende Stellungen. Wenn eine Mannschaft alle Gegner von einem Schlüsselpunkt vertrieben und dort genügend Verbündete versammelt hat, gilt der Bereich als erobert, und es geht weiter. So lang, bis alle Positionen eingenommen sind oder das Zeitlimit abgelaufen ist. Auf einigen Karten existieren zusätzliche Ziele. So müssen etwa Pioniere ein Hindernis in die Luft jagen.

    Infanterie ohne Fahrerlaubnis

    Die Sprengmeister bilden eine von zehn Spielerklassen. Es gibt Schützen mit Repetiergewehren, solche mit Selbstladern, Stoßtruppen mit Maschinenpistolen, MG-Schützen, Sniper, Anti-Tank-Experten und Gruppenführer, die Artillerieschläge anfordern können. Besatzungen und Kommandanten sind die einzigen mit Führerschein für die zwölf Panzer. Gewöhnliche Grenadiere müssen sich mit Halbkettenfahrzeug oder Spähpanzerwagen zufrieden geben. Luftwaffe und Marine bleiben außen vor.

    Spiel oder Wirklichkeit?

    Was Red Orchestra von Genrekollegen wie Battlefield 2 absetzt, ist die Extraportion Realismus. Beispielsweise gibt es kein Fadenkreuz. Sie müssen Ihr Ziel über Kimme und Korn anvisieren. Ob Sie dann treffen oder nicht, hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab. Erstens natürlich von der Waffe selbst. Maschinenpistolen sind bei Entfernungen über 50 Metern kaum zu gebrauchen, da sie zu weit streuen und die Kugeln stark abfallen. Zweitens von Ihrer Position. Im Laufen oder aufrecht stehend können Sie die Knarre kaum stabil halten. Besser Sie ducken sich oder werfen sich zu Boden und finden eine Stütze für Ihr Gewehr. Beispielsweise eine Häuserwand, einen Sandsack oder einfach das Pflaster. Dann müssen Sie natürlich noch gut zielen. Und das ist gar nicht einfach, wenn das Visier den Sichtbereich verdeckt und sich der Gegner oft nur als grauer Pixel inmitten einer grauen Ruine abzeichnet.

    Dass Sie Patronen zählen müssen, weil nur Wechselmagazine angezeigt werden, Sie manuell nachladen und bei Repetiergewehren außerdem den Bolzen selbst durchziehen müssen, kommt noch obendrauf. Ebenso wie die Tatsache, dass ein Treffer meistens genügt, um Sie vorübergehend ins Aus zu befördern.

    Viele Wege zum Sieg

    Dass Red Orchestra trotzdem nicht zum Stellungskrieg verkommt, in dem jeder auf der Lauer liegt, bis ihm ein Opfer vor den Lauf rennt, hat es dem exzellenten Leveldesign und der Klassenbeschränkung zu verdanken. Die mächtigsten Waffen wie Scharfschützengewehr und MG werden jeder Fraktion nur ein, zwei Mal zugeteilt. Außerdem führen fast immer mehrere Routen zum Ziel. Ein MG versperrt eine Straßenkreuzung? Einfach durch die Gasse nebenan und dem Gegner in die Seite fallen.

    Auch optisch machen die Szenarios was her. Die Entwickler haben mit der Engine von UT 2004 städtische Umgebungen wie Stalingrad oder Odessa ebenso detailliert nachgebaut wie ländliche Gebiete, etwa bei Arad in Rumänien oder Lemberg in der Ukraine.

    Grosskatzen und Feldmäuse

    Die offenen Außenareale dienen als Jagdgebiet für die 14 Tanks und Panzerfahrzeuge. Red Orchestra simuliert Sturmgeschütze mit festem Turm ebenso wie Panzer, zum Beispiel den sowjetischen T-34 oder den deutschen Tiger. Verglichen mit den Infanteriewaffen sind die Vehikel weniger wirklichkeitsgetreu nachgebildet. Es existieren nur rudimentäre Trefferzonen, und die Schadensberechnung mutet gelegentlich etwas seltsam an. In der Regel genügen zwei, drei Treffer, damit das Ziel in Flammen aufgeht. Trotzdem fühlen sich die Panzergefechte deutlich echter an als etwa im actionlastigen Battlefield 2.

    Grenadiere haben übrigens kaum Chancen gegen die Stahlmonster. Sowohl die deutsche Panzerfaust als auch das russische AT-Gewehr sind nur aus nächster Nähe effektiv -- von den Sprengladungen ganz zu schweigen. Der größte Vorteil, den die Schützen genießen, ist die mangelnde Übersicht der Panzerfahrer. Die nehmen ihre Umgebung nur durch schmale Sehschlitze wahr. Für einen Rundumblick müssen sie die Kuppeln öffnen -- und werden verwundbar.

    Wo Du wolle? Ich nix sehe!

    Damit Tanks ihre Kampfkraft entfalten, müssen mindestens zwei Mann Platz nehmen: Fahrer und Kommandant, der gleichzeitig als Kanonier fungiert. Der hat es einfacher als ein Fußsoldat: Die Tanks verfügen über eine mehr oder weniger exakte Zieloptik. Zwar muss der Schütze auch hier Grundregeln der Ballistik berücksichtigen, bei typischen Kampfentfernungen unter 500 Metern sind Kurvenflugbahnen aber weitgehend zu vernachlässigen.

    Weit schwieriger ist da schon die Absprache der Besatzungsmitglieder. Zwar bietet Red Orchestra via Tastatur schnell Zugriff auf grundlegende Kommandos. »Halt! Feind von links!« kostet gerade mal eine Sekunde. Aber in der Hitze des Gefechts erweist sich der eingebaute Sprechfunk meist als bessere Wahl.

    Führung tut Not

    Auch bei Infanteriegefechten ist die Kommunikation ein Hindernis. Den Gruppenführern kommt die Aufgabe zu, die Scharmützel zu koordinieren. Machtvolle Werkzeuge wie im Commander-Modus bei Battlefield 2 stehen ihnen aber nicht zur Verfügung. Selten findet man auf Internetservern eingespielte Teams. Wer Red Orchestra wirklich genießen will, sollte sich im Clan organisieren.

    Rüdiger Steidle

  • Red Orchestra: Ostfront 41-45
    Red Orchestra: Ostfront 41-45
    Publisher
    Frogster Interactive
    Developer
    Tripwire Interactive LLC
    Release
    24.03.2006

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Red Orchestra: Ostfront 41-45
Red Orchestra
Realismus über alles: So erschreckend echt wie die ehemalige Fan-Modifikation für Unreal Tournament hat noch kein Shooter den Zweiten Weltkrieg digitalisiert.
http://www.gamesaktuell.de/Red-Orchestra-Ostfront-41-45-Spiel-29712/Tests/Red-Orchestra-715447/
01.04.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_redorchestra_01_04eps.jpg
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