Red Dead Redemption: Hands-on-Vorschau des Wildwest-GTA
Red Dead Redemption - Vorschau
Die Rockstar-Jungs spannten uns nicht länger auf die Folter und ließen uns selbst Hand an den Wildwest-Shooter Red Dead Redemption legen. Rund eine Stunde durften wir komplett frei im wilden Westen umherreiten, haben uns Schießereien geliefert und Banditennester ausgehoben. In dieser Vorschau gehen wir übrigens hauptsächlich auf die Hands-On-Erfahrungen ein, wer mehr über das Wildwest-GTA erfahren möchte, der liest unsere erste Preview, 7 Fakten über Red Dead Redemption oder die jüngste Preview aus dem Januar.
Das Wichtigste gleich vorweg: Red Dead Redemption sieht tatsächlich so gut aus, wie die bisherigen Screenshots und Videos versprechen. Vor allem die Weitsicht lässt keine Fragen offen: Die Entwickler bei Rockstar San Diego haben seit der letzten Version - die bereits sehr gut aussah - noch weitere Grafikeffekte eingebaut, wie etwa einen Hitze-Effekt, der wie in der echten Wüste ein Flimmern auf den Horizont zaubert. Die gespielte Version stammte übrigens von Mitte Dezember 2009, deswegen könnte sich in diesem Bereich sogar noch ein bisschen was tun. Denn auch an anderen Stellen wurde die Grafik noch ein wenig aufgebohrt, beispielsweise seht ihr bei Gefechten nun Schießpulver-Rauch aufsteigen, was die Scharmützel noch realistischer und packender wirken lässt.
Solche Gefechte seht ihr im Spielverlauf laufend, denn in Red Dead Redemption liegen zwei Parteien im Clinch: Die Banditen und die Armee. John Marston, der Protagonist des Spiels, erfüllt als Söldner Aufträge für beide Gruppen - je nachdem, wer ihm einen Vorteil verschaffen kann. Deswegen schlagen wir uns in der ersten Mission auf die Seite der Armee, die ein Banditen-Fort hochnehmen will. Dabei lernen wir einen der abgedrehten Charaktere kennen, die man von anderen Rockstar-Titeln wie GTA 4 gewohnt ist. Denn der befehlshabende Colonel Allende legt mehr Wert auf einen stetigen Nachschub an Frauen als auf eine ordentliche Verpflegung seiner Truppen. Damit die Frauen-Parade gewährleistet ist, lässt er den stets schleimenden Handlanger DeSanta für sich arbeiten, der stets darum besorgt ist, sein Leben nicht für die Armee aufs Spiel zu setzen.
Während des Gefechts zieht sich DeSanta demzufolge auch in die hinteren Reihen zurück und lässt uns und seine Truppen vorpreschen, um den Hügel unterhalb des Forts zu erobern. Die KI-Kollegen verhalten sich dabei relativ clever, suchen eigenständig Deckung und laufen nicht blindlings ins gegnerische Schussfeld. Einige Bleisalven später haben wir das Fort eingenommen und schwingen uns auf unser Pferd, das wir jederzeit zu uns rufen können.
Der Weg führt nämlich zurück in die Stadt, wo wir dem örtlichen Sheriff helfen, einen Kleinkriminellen dingfest zu machen. Zusammen mit dem Gesetzeshüter reiten wir ein Stück durch die Wüste - in solchen Situationen genügt es, lediglich einen Knopf zu drücken, um dem Partner zu folgen. Sehr praktisch, denn so könnt ihr euch auf die Unterhaltung mit dem Sheriff konzentrieren. Ansonsten reitet ihr euer Pferd natürlich selbst, indem ihr ihm die Sporen gebt oder die Zügel anzieht. Schießen ist vom Rücken eines Pferdes auch möglich, denn die Pferde halten von alleine die Spur, solange ihr auf einem befestigten Weg reitet. Aber Vorsicht: Wer seinen Gaul zu sehr scheucht, wird kurzerhand aus dem Sattel geschleudert. Rockstar verspricht übrigens unterschiedliche Eigenschaften für die Einhufer, die sich dank Euphoria-Animations-Engine (GTA 4) sehr realistisch bewegen.
Zusammen mit dem Sheriff stellen wir den Kriminellen in einer trostlosen Hütte zwischen Dutzenden von Kakteen. Da der Ordnungshüter den Verbrecher lebend will, zielen wir auf seinen Fuß und drücken ab. Die Steuerung geht dabei locker von der Hand und orientiert sich an GTA 4: Per linker Schultertaste suchen wir Deckung, mit dem linken Trigger wechselt man auf das Fadenkreuz und mit dem rechten wird abgedrückt. Dabei hilft uns das Spiel mit einer Autolock-Funktion, die wir jederzeit mit dem rechten Stick nachjustieren können.
Geballert wird auch in der nächsten Mission, für die wir uns erneut Hilfe bei einem der überzeichneten Charaktere aus Red Dead Redemption holen. Diesmal soll uns der latent betrunkene Landstreicher "Irish" eine Gatling-Gun beschaffen, was er aber natürlich verschludert hat. Anstatt das Maschinengewehr frei Haus zu bekommen, müssen wir uns die Gatling selbst in einer Mine besorgen, die streng bewacht ist. Was tut man da als Western-Badass? Richtig, man schießt auf die zahlreich vorhandenen Dynamit-Kisten, staunt kurz über gelungene Explosionen und schaltet die Wachen so mit wenigen Schüssen aus. Im Inneren der Mine werfen wir die Gatling in eine Lore und schieben diese Richtung Ausgang. Wer jetzt eine spannende Loren-Fahrt á la Indiana Jones erwartet, wird leider enttäuscht: Nur ein, zwei mal schieben uns die Bösewichter Dynamit-Kisten in den Weg, ansonsten gestaltet sich die Fahrt eher langweilig, vor allem, weil wir die Gatling nicht gleich nutzen dürfen.
Während unserer Hands-On-Session mit Red Dead Redemption haben wir auch die technische Seite des Spiels gecheckt und waren überrascht: Trotz der Grafikpracht kam es nur selten zu Rucklern, dabei aber an Stellen, die grafisch eigentlich nicht sonderlich anspruchsvoll waren. Das lässt darauf schließen, dass diese Performance-Einbrüche eher am unfertigen Programmcode lagen als an Überforderung der Engine. Vor allem, weil schnelles Reiten und plötzliches Umdrehen problemlos und ohne Ruckeln funktionierten. Auch aufpoppende Objekte musste man mit der Lupe suchen - toll!
Rockstar hat zwischen den Missionen reichlich Abwechslung versprochen, was wir nun endlich selbst auf die Probe stellen konnten. Nach den Missionen haben wir noch Zeit, uns frei durch die Spielwelt zu bewegen. Dabei treffen wir auf eine Nebenmission, von denen es zahlreiche, unterschiedliche im Verlauf des Spiels geben soll: Ein Farmer braucht unsere Hilfe, da Gesetzlose seine Tochter entführt haben. Kein Problem, John Marston zieht die Knarre und rettet den Tag! Wirklich innovativ ist diese Mission nicht (reiten + ballern), aber dennoch macht sie Laune und lockert die Reiteinlagen auf. Diese ziehen sich nämlich teilweise relativ lang hin, machten aber aufgrund der atemberaubenden Aussicht und dem tollen Handling der Pferde dennoch richtig Laune. Selbst Pferdekutschen konnten wir ausprobieren und waren begeistert von der realistischen Fahrphysik.
Allerdings bleibt die Frage, ob das Reiten durch die Prärie auch dann noch Spaß macht, wenn das Reiten und die Grafik nicht mehr für Aha-Erlebnisse sorgen. Wir sind aber sehr zuversichtlich, denn zum Einen verspricht Rockstar, dass alle Nebenmissionen und Schatzsuchen Belohnungen bringen und zum Anderen sorgt das Wanted-System für zahlreiche Zufalls-Scharmützel: In einem Dorf stellen wir die vermeintliche spielerische Freiheit auf die Probe und lassen den Badass in uns raus. Wir holen mit unserem Lasso einen Betrunkenen von einem Vorsprung, rempeln Frauen im Saloon an und erledigen einen streunenden Hund, der uns vor die Flinte läuft. Bei jeder dieser Aktionen reagiert das Spiel auf angemessene Weise: Der Betrunkene fällt zu Boden und pöbelt zurück, die Dame echauffiert sich über unsere Rüpelhaftigkeit und für den toten Hund werden wir zurecht vom Gesetz verfolgt - unser Wanted-Level steigt auf die niedrigste Stufe. Fortan können wir nicht mehr ungestört herumreiten, denn in Siedlungen und auf Wegen verfolgen uns ab sofort die Hüter des Gesetzes und versuchen, uns einzubuchten. Wie hartnäckig die Sheriffs mit uns umspringen, hängt dabei von unseren Taten und dem damit verbundenen Kopfgeld ab. Erst wenn wir das Geld bezahlen oder uns einen Freischein verdienen, sind wir wieder ein freier Mann.
Natürlich steigt der Wanted-Level nicht, wenn ihr Gesetzlose erledigt oder ein Wildtier erschießt, das niemandem gehört. Dazu zählen auch die Geier, die sich nach jedem Gefecht über den Leichen sammeln: Diese und andere Tiere könnt ihr jagen und die Federn bzw. Felle im Dorf verkaufen. Das Geld setzt ihr bei Wetten ein, die wie Minigames ablaufen, kauft euch davon bessere Ausrüstung oder stylishere Kleidung für euren Helden.
Das spiel wird ne bombe:hoch:
gta im wilden westen hört sich erst mal gut an, aber ich hoffe, dass es besser wird, als gta4.
da war nach ner zeit die luft raus und hat keinen spaß mehr gemacht. auch dass minispiele dabei sind, find ich gut. so kommt wenigstens mal etwas abwechslung rein.
Ich habe den Vorgänger auch aber fand ihn nicht so besonders.
Bin ja mal gespannt was es für Wettereffekte gibt.
Wird es einen MP geben? Habe bislang noch nichts davon gehört...
Schön, dass euch meine Vorschau gefallen hat
Zu den Wettereffekten kann ich noch nicht viel sagen, aber einmal während der Präsentation ist ein Gewitter aufgezogen und wurde prompt "weggedrückt". Entweder war das grafisch noch unfertig oder die wollten die Spannung aufrechterhalten. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass das Spiel ein sehr realistisches Bild zeichnet: Hitzeflirren, Sonnenuntergänge und die Wüste selbst sehen echt umwerfend aus.
Zum MP schweigt sich Rockstar bislang aus, deswegen darf ich euch da leider auch nichts verraten. Wohlgemerkt, ich könnte, darf aber nicht. Mehr sag ich nicht