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  • ReCore Test: Den Kopf in den Sand gesteckt?

    [b]Her damit: [/b]
Geschwächten Gegnern klaut Joule den Kern mithilfe ihrer Seilwinde. Die erbeuteten Cores nutzt sie, um ihre Roboter zu verbessern. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell

    Auf den Kern gefühlt: Im Herzen bietet Recore ein spannendes Konzept, bei der Ausführung des Microsoft-Exklusivtitels hapert es jedoch.

    Recore fühlt sich an, als stamme es aus einer anderen Zeit - und das liegt nicht nur an der angestaubten Optik. In Metroidvania-Manier und ähnlich wie in den 3D-Hüpfspielklassikern von einst erweitert man die in Gebiete eingeteilte Spielwelt, indem man im Verlauf des Abenteuers erlernte Fähigkeiten einsetzt; wo zuvor ein Felsen den Weg versperrte, tut sich nach dem Zerschmettern ein Höhleneingang auf. In verborgenen Bereichen findet man wiederum Erweiterungen für die Lebensenergie der Heldin, neue Teile für die Corebot genannten Begleiter und die seltenen prismatischen Kerne, die als Schlüssel dienen.

    Joule und ihre Gang: 
Die Charakterriege ist sympathisch, auch die stummen Corebots haben eigene Persönlichkeiten. Und Joule ist einfach ein Goldstück. (PC) Joule und ihre Gang: Die Charakterriege ist sympathisch, auch die stummen Corebots haben eigene Persönlichkeiten. Und Joule ist einfach ein Goldstück. (PC) Quelle: Games Aktuell Die glitzernden Kugeln werden ungeniert genutzt, um das Spiel in die Länge zu ziehen: An mehreren Stellen der Story setzt Recore willkürliche Schranken, zwingt euch zur Umkehr und Kernsammelei, bevor ihr weitermachen dürft. Das nimmt der ohnehin wenig mitreißenden Geschichte den Wind aus den Segeln.

    Dabei klingt die Prämisse gar nicht so uninteressant - auf der Suche nach einer neuen Heimat haben die Menschen den Planeten Neu Eden entdeckt. Durch Terraforming soll dieser von einer lebensfeindlichen, verstrahlten Wüste in ein Paradies verwandelt werden. Bis es so weit ist, schlummert die Raumflotte im Orbit, während ausgewählte Abgesandte die Maschinen auf Neu Eden warten.

    Heldin Joule ist auf dem Planeten stationiert, als treuer Begleiter fungiert Corebot Mack, Joules Vater wartet im All. Doch aus irgendeinem Grund arbeiten die Terraformer nicht. Und wieso kommen keine Signale mehr aus der Umlaufbahn? Wegen der zerstückelten Erzählweise durch in der Umwelt versteckte Audiodateien, den Vollbremsungen im Storyfluss und dem Fokus auf einem langweiligen Bösewicht kann Recore das Potenzial dieser vielleicht nicht einzigartigen, aber doch interessanten Hintergrundgeschichte nicht ausschöpfen.

    Und, Spinne, Affe

    Flieg, Bot: 
Die Gleiterhülle ermöglicht es, Schluchten zu überqueren und neue Bereiche zu erkunden. (Xbox One) Flieg, Bot: Die Gleiterhülle ermöglicht es, Schluchten zu überqueren und neue Bereiche zu erkunden. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Heldin Joule ist zwar dank Gewehr und Schubdüsen an den Sohlen wehrhaft und flink, ohne ihre Roboterbegleiter wäre sie aber aufgeschmissen. Hund Mack ist der erste von drei Corebots, zwei weitere lernt sie im Verlauf des Abenteuers auf Neu Eden kennen. Die mechanischen Gefährten helfen beim Kampf und der Erkundung der Landschaft, Spinnenbot Seth etwa krabbelt mit Joule im Schlepptau Schienen entlang, Kampfbot Duncan aktiviert Schalter.

    Später darf Joule die Kerne ihrer Freunde in neue Hüllen setzen, etwa in die eines fliegenden Bots, mit dessen Hilfe sie über Abgründe gleitet. Blöd nur, wenn man an eine Stelle gelangt, für deren Bewältigung man einen speziellen Begleiter benötigt. Maximal zwei Roboter kann man gleichzeitig mitnehmen, tatsächlich anwesend ist aber nur ein Exemplar. Getauscht wird per Tastendruck.

    Das Team: 
Gleichzeitig mitnehmen kann man nur zwei Bots. Zum Tauschen muss man in Joules Versteck. (Xbox One) Das Team: Gleichzeitig mitnehmen kann man nur zwei Bots. Zum Tauschen muss man in Joules Versteck. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Um die Kerne in andere Hüllen zu setzen, muss man zwangsweise zurück in Joules Basis. Und wenn man Recore auf der Xbox One spielt, dann lernt man schnell, dies so gut es geht zu vermeiden. Bei Ladezeiten von einer Minute wird der Begriff "Schnellreise" ad absurdum geführt. Zu solchen ausufernden Wartezeiten kommt es seltsamerweise nicht, wenn Joule von Treibsand verschluckt wird. An diesen Stellen startet sie sofort neu. Sterbt ihr aber einen Meter weiter durch den Angriff eines Gegners, dann folgt eine lange Ladezeit.

    In Joules sogenanntem Crawler jedenfalls erforscht man Verbesserungen für Seth, Duncan und Mack und bessert deren Werte auf. Dazu nutzt man die von besiegten Bots gestohlenen Kerne. Wirklich nötig ist das nicht, keiner der Roboter lernt jemals neue Fertigkeiten hinzu.

    Blau, Gelb, Rot, Weiß

    Stunlock: 
Es ist recht einfach, Feinde zu betäuben - egal, wie mächtig sie auch aussehen mögen. (Xbox One) Stunlock: Es ist recht einfach, Feinde zu betäuben - egal, wie mächtig sie auch aussehen mögen. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Abgerundet wird die Mischung aus Geschicklichkeits- und Rätselpassagen durch Schießereien. Für einen Hauch Taktik sorgt die Farbcodierung der Bots. Joules Gewehr verschießt vier Arten Munition: gelb, rot, blau und weiß. Wenn Munitions- und Gegnerfarbe übereinstimmen, verursacht Joule Bonusschaden. Bei den Begleiter-Corebots entscheidet die Hüllenfarbe über die Angriffsart. Vertieft wird diese Idee jedoch nie, Farbmischungen sind nicht möglich und durch die mittelmäßige Gegnervielfalt und -KI verlieren die Gefechte rasch ihren Reiz.

    Nach den Kämpfen macht sich zudem ein weiterer nerviger Designfehler bemerkbar: Besiegte Gegner lassen Crafting-Gegenstände fallen, die man benötigt, um die Hüllen der Corebots zu verbessern. Statt dass die Ersatzteile automatisch am Ende der Auseinandersetzung in Joules Inventar wandern, muss man zum Einsammeln über jedes einzelne Objekt drüberlaufen - und meistens wird der Kram wegen explodierenden Feinden auch noch in der Gegend verstreut.

    Von Anfang an geht es bergab

    Recore hat mit den Corebots, dem Farbgewehr und dem Setting durchaus interessante Komponenten zu bieten, deren Potenzial wird jedoch nie ausgeschöpft. Es entsteht der Eindruck, dass dem Spiel mindestens ein halbes Jahr Entwicklungszeit fehlt. Dieses hätte man nutzen können, um kreativere Dungeons einzubinden.

    Schwitzende Hände? 
Bei den Platforming-Einlagen im letzten Spieldrittel steigt der Schwierigkeitsgrad. (PC) Schwitzende Hände? Bei den Platforming-Einlagen im letzten Spieldrittel steigt der Schwierigkeitsgrad. (PC) Quelle: Games Aktuell In allen Verliesen gibt es die gleichen drei Bonusziele: Erreicht den Ausgang vor Ablauf des Zeitlimits, bedient alle Schalter und findet den Schlüssel. Das unsägliche letzte Dungeon, bei dem Gegnerwellen in kahlen Arenen sich mit Platforming-Einlagen in einem riesigen, leeren Raum abwechseln, ist ein denkbar schlechtes Ende für ein Spiel, das verheißungsvoll begonnen hat. Zumal dort besonders stark der mangelnde Anspruch bei den Auseinandersetzungen zutage tritt. Wer aufgeladene Schüsse nutzt, macht alles zu Kleinholz, ab und zu geht man dennoch über den Jordan, weil man von außerhalb des Sichtfeldes attackiert wird.

    Zu alldem kommt die schlichte Optik mit schwachen Texturen und leichter Unschärfe. Auf der Xbox sieht der Titel noch schwächer aus, hat teilweise deutliche Framerate-Einbrüche und leidet verstärkt unter hereinploppenden Details. Inzwischen wurden die ursprünglich extrem langen Ladezeiten auf der Xbox One durch einen Patch eingedämmt - somit unterscheiden sich die Versionen vor allem optisch.

    Entwickler: Comcept/Armature Studios | Hersteller: Microsoft | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 12


    ReCore (XBO)

    Spielspaß
    6,5 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    ReCore (PC)

    Spielspaß
    6,5 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Interessante Prämisse und sympathische Heldin
    Unterhaltsames Platforming
    Gute Mischung aus Action und Geschick
    Altbackene Optik
    Sammelzwang nervt
    Story wird mies präsentiert
    Zu wenig Gegnerarten
    Mehr Taktik wäre schön
    Fazit
    Action-Adventure mit netten Ideen und viel Charme, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig.

    06:28
    ReCore im Testvideo: Mit Joule unterwegs auf Neu Eden
  • ReCore
    ReCore
    Publisher
    Microsoft
    Release
    13.09.2016

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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ReCore
ReCore Test: Den Kopf in den Sand gesteckt?
Auf den Kern gefühlt: Im Herzen bietet Recore ein spannendes Konzept, bei der Ausführung des Microsoft-Exklusivtitels hapert es jedoch.
http://www.gamesaktuell.de/ReCore-Spiel-55699/Tests/Test-1212898/
24.11.2016
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2016/11/Recore-Screenshot-2016-09-14-14-31-22-pc-games_b2teaser_169.jpg
recore,microsoft,action-adventure
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