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  • ReCore: Die Ideen sind gut, die Umsetzung jedoch nicht - deshalb enttäuscht Microsofts Exklusivtitel

    ReCore: Die Ideen sind gut, die Umsetzung jedoch nicht - deshalb enttäuscht Microsofts Exklusivtitel (1) Quelle: PC Games

    Vor zwei Jahren erregte Recore als exklusiver Microsoft-Titel auf der E3 Aufsehen. Vielleicht hätte man sich mit der Ankündigung noch ein weiteres Jahr Zeit lassen und diese in die Verbesserung von Recore stecken sollen. Die Basis des Spiels nämlich ist gar nicht verkehrt, in Sachen Ausführung jedoch hapert es.

    Die prismatischen Kerne dienen als Schlüssel und sind teilweise gut, teilweise sehr offensichtlich in der Spielwelt versteckt. Die prismatischen Kerne dienen als Schlüssel und sind teilweise gut, teilweise sehr offensichtlich in der Spielwelt versteckt. Quelle: PC Games Recore fühlt sich an, als stamme es aus einer anderen Zeit, und das liegt nicht nur an der angestaubten Optik. In Metroidvania-Manier und ähnlich wie in den 3D-Hüpfspielklassikern von einst erweitert man die in Gebiete eingeteilte Spielwelt, indem man im Verlauf des Abenteuers erlernte Fähigkeiten einsetzt; wo zuvor ein Felsen den Weg versperrte, tut sich nach dem Zerschmettern ein Höhleneingang auf. In verborgenen Bereichen findet man wiederum Erweiterungen für die Lebensenergie der Heldin, neue Teile für die Corebot genannten Begleiter und die seltenen prismatischen Kerne, die als Schlüssel dienen. Die glitzernden Kugeln werden ungeniert genutzt, um das Spiel in die Länge zu ziehen: an mehreren Stellen der Story setzt Recore willkürliche Schranken, zwingt euch zur Umkehr und Kernsammelei, bevor ihr weitermachen dürft. Das nimmt der ohnehin wenig mitreißenden Geschichte Wind aus den Segeln. Dabei klingt die Prämisse gar nicht so uninteressant - auf der Suche nach einer neuen Heimat haben die Menschen den Planeten Neu Eden entdeckt. Durch Terraforming soll dieser von einer lebensfeindlichen, verstrahlten Wüste in ein Paradies verwandelt werden. Bis das soweit ist, schlummert die Raumflotte im Orbit, während ausgewählte Abgesandte die Maschinen auf Neu Eden warten. Heldin Joule ist auf dem Planeten stationiert, als treuer Begleiter fungiert Corebot Mack, Joules Vater wartet im All. Doch aus irgendeinem Grund arbeiten die Terraformer nicht, und wieso kommen keine Signale mehr aus der Umlaufbahn? Wegen der zerstückelten Erzählweise durch in der Umwelt versteckte Audiodateien, den Vollbremsungen im Storyfluss und dem Fokus auf einem langweiligen Bösewicht kann Recore das Potential dieser vielleicht nicht einzigartigen, aber doch interessanten Hintergrundgeschichte nicht ausschöpfen.
    Joule ist eine fröhliche, freundliche und durchweg sympathische Heldin. Auch die Roboter machen eine gute Figur. Joule ist eine fröhliche, freundliche und durchweg sympathische Heldin. Auch die Roboter machen eine gute Figur. Quelle: PC Games

    Hund, Spinne, Affe

    Heldin Joule ist zwar dank Gewehr und Schubdüsen an den Sohlen wehrhaft und flink, ohne ihre Roboterbegleiter wäre sie aber aufgeschmissen. Hund Mack ist der erste von drei Corebots, zwei weitere lernt sie im Verlauf des Abenteuers auf Neu Eden kennen. Die mechanischen Gefährten helfen beim Kampf und der Erkundung der Landschaft, Spinnenbot Seth etwa krabbelt mit Joule im Schlepptau Schienen entlang, Kampfbot Duncan aktiviert Schalter. Später darf Joule die Kerne ihrer Freunde in neue Hüllen setzen, etwa in die eines fliegenden Bots, mit dessen Hilfe sie sodann über Abgründe gleitet. Blöd nur, wenn man an eine Stelle gelangt, für deren Bewältigung man einen speziellen Begleiter benötigt. Maximal zwei Roboter kann man gleichzeitig mitnehmen, tatsächlich anwesend ist aber nur ein Exemplar. Getauscht wird per Tastendruck. Um die Kerne in andere Hüllen zu setzen, muss man zwangsweise zurück in Joules Basis. Und wenn man Recore auf der Xbox One spielt, dann lernt man schnell, dies so gut es geht zu vermeiden. Bei Ladezeiten von zwei Minuten und mehr (!) wird der Begriff "Schnellreise" ad absurdum geführt. Zu solchen ausufernden Wartezeiten kommt es seltsamerweise nicht, wenn Joule von Treibsand oder Lava verschluckt wird. An diesen Stellen startet sie sofort neu. Sterbt ihr aber einen Meter weiter durch den Angriff eines Gegners, dann folgt eine lange Ladezeit. In Joules sogenanntem Crawler jedenfalls erforscht man Verbesserungen für Seth, Duncan und Mack und bessert deren Werte auf. Dazu nutzt man die von besiegten Bots gestohlenen Kerne. Wirklich nötig ist das nicht, keiner der Roboter lernt jemals neue Fertigkeiten hinzu.

    Blau, gelb, rot, weiß

    Blaue Gegner sollte man mit blauer Munition eindecken, dann bekommt man einen Schadensbonus. Blaue Gegner sollte man mit blauer Munition eindecken, dann bekommt man einen Schadensbonus. Quelle: PC Games Abgerundet wird die Mischung aus Geschicklichkeits- und Rätselpassagen durch Schießereien. Für einen Hauch Taktik sorgt die Farbcodierung der Bots. Joules Gewehr verschießt vier Arten Munition: gelb, rot, blau und weiß. Wenn Munitions- und Gegnerfarbe übereinstimmen, verursacht Joule Bonusschaden. Bei den Begleiter-Corebots entscheidet die Hüllenfarbe über die Angriffsart. Vertieft wird diese Idee jedoch nie, Farbmischungen sind nicht möglich, und durch die mittelmäßige Gegnervielfalt und -KI verlieren die Gefechte rasch ihren Reiz. Das Umschalten zwischen den Tönen wurde merklich auf Gamepads zugeschnitten, die Munitionsübersicht ist in Steuerkreuzform angeordnet. Die vier Farben schaltet man auf den Nummertasten um, ändern kann man diese Belegung nicht. Die beste Lösung: einen Xbox-Controller an den PC anschließen. Nach den Kämpfen macht sich zudem einer weiterer, nerviger Designfehler bemerkbar: Besiegte Gegner lassen Crafting-Gegenstände fallen, die man benötigt, um die Hüllen der Corebots zu verbessern. Anstatt dass die Ersatzteile automatisch am Ende der Auseinandersetzung in Joules Inventar wandern, muss man zum Einsammeln über jedes einzelne Objekt drüberlaufen - und meistens wird der Kram wegen explodierenden Feinden auch noch in der Gegend verstreut.
    Habt ihr eine Fliegerhülle, könnt ihr mit eurem Bot über Schluchten schweben und so neue Bereiche erkunden. Habt ihr eine Fliegerhülle, könnt ihr mit eurem Bot über Schluchten schweben und so neue Bereiche erkunden. Quelle: PC Games

    Von Anfang an geht es bergab

    Recore hat mit den Corebots, dem Farbgewehr und dem Setting durchaus interessante Komponenten zu bieten, deren Potential wird jedoch nie ausgeschöpft. Es entsteht der Eindruck, dass dem Spiel mindestens ein halbes Jahr Entwicklunsgzeit fehlt. Dieses hätte man nutzen können, um kreativere Dungeons einzubinden. In allen Verliesen gibt es die gleichen drei Bonusziele: Erreicht den Ausgang vor Ablauf des Zeitlimits, bedient alle Schalter und findet den Schlüssel. Das unsägliche letzte Dungeon, bei dem Gegnerwellen in kahlen Arenen abwechseln mit Platforming-Einlagen in einem riesigen, leeren Raum, ist ein denkbar schlechtes Ende für ein Spiel, das verheißungsvoll begonnen hat. Zumal dort besonders stark der mangelnde Anspruch bei den Auseinandersetzungen zu Tage treten. Wer aufgeladene Schüsse nutzt, macht alles zu Kleinholz, ab und zu geht man dennoch über den Jordan, weil man von außerhalb des Sichtfeldes attackiert wird. Zu alldem kommt die schlichte Optik mit schwachen Texturen und leichter Unschärfe. Auf der Xbox sieht der Titel noch schwächer aus, hat teilweise deutliche Framrate-Einbrüche und leidet verstärkt unter hereinploppenden Details. Und natürlich den exorbitanten Ladezeiten - das ist wirklich nur etwas für Spieler mit Engelsgeduld.

    ReCore (PC)

    Spielspaß
    6,4 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    ReCore (XBO)

    Spielspaß
    6 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Sympathische Heldin und spannendes Setting
    Motivierendes Metroidvania-Prinzip
    Interessante Corebot-Einsatzmöglichkeiten
    Farbsystem sorgt für einen Hauch Taktik bei Schießereien
    Gute Mischung aus Geschichlichkeit, Action und Rätseln
    Schöne Musikuntermalung
    Auch nach dem Durchspielen noch Dinge zu entdecken
    Einige nett gestaltete Platformin-Abschnitte
    Angestaubte Optik
    Story wird mies und mit Zwangsstopps präsentiert
    Zu wenig Gegnerarten
    Immer die gleichen Herausforderungen in Dungeons
    Umständliches Wechseln der Corebot-Hüllen
    Bugs und Abstürze
    Sammelzwang nervt
    Nicht die komplette Tastenbelegung lässt sich ändern (PC)
    Extreme Ladezeiten (Xbox One)
    Framerate-Einbrüche und Pop-Ins (Xbox One)
    Fazit
    Recore bleibt in jeglicher Hinsicht hinter den Möglichkeiten zurück.

    06:28
    ReCore im Testvideo: Mit Joule unterwegs auf Neu Eden
  • ReCore
    ReCore
    Publisher
    Microsoft
    Release
    13.09.2016

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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1207754
ReCore
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http://www.gamesaktuell.de/ReCore-Spiel-55699/Tests/Recore-exklusiv-Microsoft-Wertung-1207754/
16.09.2016
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2016/09/Recore-Screenshot-2016-09-14-14-24-49-pc-games_b2teaser_169.png
recore,xbox one,microsoft,action-adventure,metroidvania,pc
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