Rayman Origins im Test: Schickes und lustiges 2D-Jump&Run mit klasse Leveldesign
Bewegend: Die Animationen des Helden sowie der Gegner sind nicht nur technisch eine Meisterleistung - sie sehen auch zum Schreien komisch aus! [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Mit Rayman: Origins präsentiert Kultentwickler Michel Ancel die erste Hüpferei der Reihe in fantastischer Full-HD-Optik und mit flotten 60 Frames pro Sekunde – jedoch nur auf PS3 und Xbox 360. Als Wii-Spieler muss man sich mit passabler 480p-Grafik zufriedengeben. In unserem Test von Rayman Origins klären wir, wie es um den Spielspaß im Plattformer bestellt ist. Das neue Abenteuer mit dem arm- und beinlosen Helden entführt euch in die Kindheit von Rayman. Doch die Heimat des jungen Hüpfers – die Lichtung der Träume – wird von bösartigen Darktoons überfallen und der Feenrat ruft Rayman zu Hilfe, damit er und seine Kumpels die kunterbunte Comicwelt retten. Um diese Aufgabe zu meistern, müsst ihr auf zehn Inseln pinkfarbene, Electoons genannte Lebewesen befreien.
Die kleinen Viecher sind nötig, um eine Regenbogenbrücke zum nächsten Eiland entstehen zu lassen und auch um bestimmte Levels freizuschalten. Die Lichtung der Träume habt ihr aber erst dann vor dem Bösen bewahrt, wenn ihr ganze 200 Electoons gesammelt und den letzten Endboss besiegt habt. Damit liegt die Spielzeit je nach euren Fähigkeiten bei mehr als 15 Stunden – durchaus positiv für das schnelle Genre. Bevor ihr euch aber zur Rettungsmission begebt, sucht ihr euch eine Spielfigur in Raymans Hauptquartier aus. Neben dem Star der Serie könnt ihr das Abenteuer auch mit Raymans pummeligem Freund Globox oder zwei winzigen, großnasigen Kleinlingen bestreiten. Im Laufe des Spiels werden noch viele weitere Figuren freigeschaltet, jedoch sind die Unterschiede wie bei der vierköpfigen Heldentruppe nur optischer Natur.
Lustige Lufthansa: Die regelmäßigen Shooter-Einlagen begeistern durch klasse Ideen, eine präzise Steuerung und erstaunlich viel Abwechslung. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Rayman: Origins ist ein klassisches 2D-Jump&Run-Spiel. Ihr rennt, hüpft und prügelt euch von links nach rechts durch farbenfrohe Stages. Um Erfolg zu haben, müsst ihr insbesondere im letzten Drittel sehr stark auf das Timing achten und ein wirklich gutes Reaktionsvermögen haben. Doch unfair wirkt die Hüpferei nur selten. Das liegt vor allem daran, dass die Entwickler sich einen geschickten Weg ausgedacht haben, damit ihr zu Beginn mit der Steuerung nicht überfordert seid: Da Rayman und seine Kumpels noch am Anfang ihrer großen Jump&Run-Karriere stehen, müsst ihr in der ersten Hälfte des Spiels Spezialeigenschaften wie Kämpfen, Sprinten oder Gleiten erlernen. Nachdem die Helden ein neues Talent verinnerlicht haben, tauchen in den nachfolgenden Levels stets Abschnitte auf, in denen ihr die Fähigkeiten kombinieren müsst – zum Beispiel, um einen vereisten Berg zu erklimmen, an Wänden entlang hochzulaufen, im passenden Moment abzuspringen, zur nächsten Plattform zu gleiten und anschließend herunterfallenden Gesteinsbrocken im Sprint zu entfliehen.
Das Gleiche gilt für die grandios inszenierten Bosskämpfe. Einfaches Draufhauen bringt bei den humorvoll gestalteten Monstern wenig, sondern erst eine taktische Kombination aus der gesamten Palette der Spezialfähigkeiten führt zum Sieg. Bei einem Kampf gegen einen Steingolem rennt ihr etwa an Wänden entlang, gleitet langsam auf ihn zu, schlagt auf der linken und rechten Seite auf seine Ohren, müsst dann geschickt wieder nach oben gelangen und ihm zum Schluss den finalen Tritt auf den Kopf geben. Zur Höchstform läuft Rayman: Origins aber erst im Koop-Modus auf. Ihr könnt wie bei New Super Mario Bros. mit bis zu vier Spielern auf einer Konsole durch alle Levels rennen und entdeckt dabei die eine oder andere Stelle, an die ihr gelangt, wenn ihr zusammenarbeitet. Schade, dass es keinen Online-Modus gibt.
Und das Jump & Run ist auch gut gemacht