Rare Exports - Leser-Kritik von Kratos666
Das Cover.
Tief in der Eiswüste von Lappland führt ein Team unter der Leitung des zwielichtigen Geschäftsmannes Riley angebliche Probebohrungen auf einem Berg durch. Dem ist aber nicht so, denn Riley ist auf der Suche nach dem Geheimnis des wahrhaften Weihnachtsmanns, der irgendwo in dieser Einöde begraben sein soll. Denn der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen, ist nur eine durch Coca Cola finanzierte Lüge. Doch der echte Weihnachtsmann ist keineswegs der liebe Kerl den wir kennen, nein er ist vielmehr ein Menschen mordender Dämon, der vor vielen Jahren zusammen mit seinen Wichteln in eine Falle gelockt und im ewigen Eis für immer begraben wurde. Bis heute schlummerte er dort in seinem eisigen Grab, doch Riley ist sich sicher, ihn kontrollieren zu können, ein fataler Irrtum.
Als dann auf einem Feld unzählige halb angefressene Rentiere gefunden wurden, weiß der kleine Pietari, welcher den echten Weihnachtsmann förmlich studiert hat, sofort, dass da oben auf dem Berg etwas mächtig schief gelaufen sein muss. Als dann aus jedem Haus des kleinen Ortes alle Heizkörper und die Kinder verschwinden, beschließt der kleine Junge, zusammen mit seinem Vater dem Treiben ein Ende zu setzen.
Rare Exports ist mit seinen Produktionskosten von rund 2 Millionen Dollar wohl das, was man eher einen Low Budget Streifen nennen würde. Allerdings wirkt der in keiner Sekunde billig. Toll ist auch die Geschichte an sich, auch wenn sie im Grunde schon in anderen Filmen behandelt wurde. Vor allem ist es schön, an Weihnachten auch mal themenbezogene Filme zu sehen, die einem nicht Friede, Freude, Eierkuchen vorgaukeln wollen und das ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Leider hat mich die Umsetzung nicht so vom Hocker gehauen, wie es der Trailer getan hat. Meiner Meinung nach hätte man sich hier vorher die Frage stellen sollen, in welche Richtung der Film gehen soll. Vor allem zum Schluss hin wird mir das ganze zu abgedreht und kindisch. Sehr schade, hätte man so weiter gemacht wie man begonnen hat, wäre die Geschichte bestimmt um einiges besser und erwachsener geworden. Was mir auch nicht so gefallen hat ist der Verlauf des Spannungsbogens. Zu Beginn bemüht man sich um einen langsamen Aufbau der Geschichte, zum Ende hin hatte man dann das Gefühl, dass der Regisseur dringend aufs Klo musste, den Film aber dennoch erst beenden wollte. So hatte das ganze dann eher einen sehr chaotischen Anschein. Nichts desto trotz war es wiedermal ein Streifen, der sich von dem ganzen restlichen Weihnachtsgedöns abhebt und allein schon deswegen einen Zusatzpunkt verdient hat. (7/10)