Erst ballern, dann fragen -- der neueste Ableger der Shooter-Reihe stellt das Spielprinzip der Vorgänger auf den Kopf.
Genug Zeit hatten sie ja, die Entwickler rund um Produzent Deke Waters. Schließlich war die Fertigstellung der neuen "Rainbow"-Episode bereits für diesen März angekündigt. Nun trudelt endlich das so oft verschobene Testmuster der virtuellen Terroristenhatz bei uns ein -- und beweist, dass eben doch nicht alles gut wird, was lange währt.
"Mein Team? Brauch' ich nicht!"
Bei Ubisofts Regenbogen-Renegaten standen stets strategisches Vorgehen und taktische Überlegungen im Vordergrund. "Lockdown" betritt nun erstmals in der Serienhistorie neue Gameplay-Pfade. Zwar befehligt ihr wie gehabt als Truppenführer Ding Chavez euer handverlesenes Team internationaler Antiterrorspezialisten durch 14 brandgefährliche Missionen, diese präsentieren sich jedoch viel actionbetonter als in sämtlichen vorherigen Teilen. Wer will, pfeift nämlich kurzerhand auf seine Leute und stürmt besetzte Banken oder gekaperte Luxusliner im Alleingang. Eure Kollegen dackeln euch zwar stets brav hinterher, überlebenswichtig für euch sind sie jedoch nicht mehr. Was in früheren "R 6"-Abenteuern undenkbar war, ist hier eine nahe liegende Alternative zum üblichen Taktieren und Schleichen. Das macht die Scheibe einerseits auch für Nichteingeweihte zugänglich, verwässert jedoch andererseits den Stil der Reihe.
Scheinbar reicht ein Intelligenzquotient knapp über dem eines Mohnbrötchens aus, um Mitglied bei der fiesen Terrorvereinigung GLF zu werden. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich die gegnerische KI derart peinliche Ausfälle leistet. So reagieren die Halunken auf Beschuss oft gar nicht, bleiben an Häuserwänden hängen oder ballern ein ganzes Magazin auf euch, ohne auch nur einen einzigen Treffer zu landen. Das kratzt empfindlich an der Atmosphäre und darf in einem knallharten Militär-Shooter einfach nicht passieren.
