Rainbow Six: Lockdown

Test Olaf Bleich

Der Kampf gegen den Terror nimmt kein Ende! Im neuesten Rainbow-Six-Ableger hat Action den Vorzug gegenüber gewiefter Taktik!

Wenn laute Go-Codes und anschließendes MP-Geballere durch die Redaktionsgänge schallen, weiß der Kenner: Oha, der neue Tom-Clancy-Shooter ist da! "Rainbow Six: Lockdown" bringt neue Ideen in die Serie ein, krankt aber an Designschwächen. Hobby-Taktiker werden enttäuscht, Gelegenheitsspieler angetan sein von Ubisofts neuem Team-Shooter.

UMFANG: Die Storyline des Einzelspieler-Modus wird Sie für mindestens zwölf Stunden in Atem halten. Die Terrorjagd erstreckt sich in der Xbox-Version über 14, bei PS2- und GameCube-Fassung über 16 Missionen. Mehrspieler-Fans werden sich sehr über den gelungenen Online-Modus freuen, in dem sie mit bis zu 16 menschlichen Elitesoldaten gleichzeitig ballern dürfen. Xbox-User kommen nicht nur in den Genuss eines Rang-Systems, sondern haben auch die Wahl zwischen vier Charakterklassen.

SPIEL: "Rainbow Six: Lockdown" versteht sich zwar noch immer als Taktik-Shooter, weicht aber immer weiter ab vom Genre-Typus. Die Terrorhatz spielt sich jetzt deutlich schneller als noch der Vorgänger oder die Vertreter der "Ghost Recon"-Reihe. Ein flotter Abzugsfinger ist in den durchwegs abwechslungsreichen Missionen das Allerwichtigste. Zwar haben Sie nach wie vor die Möglichkeit, Ihre Kameraden mit einfachen Kommandos wie "Tür aufbrechen" oder "Stürmen" zu dirigieren, das einfache Vorpreschen funktioniert meistens aber besser.

Ärgerlich: Ihre Teammitglieder reagieren oft nicht schnell genug. Und die Gegner zeigen sich von manch plötzlichem Angriff gänzlich unbeeindruckt und können sich höchstens zu sinnfreiem Umherirren aufraffen!

Diese Programmschwächen verwehren "Rainbow Six: Lockdown" eine höhere Wertung. Das Missionsdesign und besonders die grafische Umsetzung des Tom-Clancy-Titels können rundum überzeugen. Zugegeben, die Aufgaben ähneln deutlich denen der Genre-Konkurrenten, aber Geiselbefreiungen sind eben auch jedes Mal aufs Neue wieder spannend. Zudem geht die Steuerung trotz erheblicher Befehlsvielfalt erstaunlich flott von der Hand.

FAZIT: Schön anzuschauen, aber nicht immer fehlerfrei. "Lockdown" ist garantiert Ihr Spiel, wenn Sie auf flotte Ballerkost stehen und das Team-Feature nur als nette Dreingabe betrachten. Wenn Sie allerdings auf Strategie abfahren, machen Ihnen der neuerdings schnelle Spielablauf und etliche KI-Murkser einen Strich durch die Rechnung!

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