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  • Speicher-Ratgeber

    Für viele ist beim Rechnerneukauf oder Upgrade der Hauptspeicher nicht mehr als eine lästige Pflicht. Zumal eine Vielzahl an Normen, Formen, Farben und Zahlen den Umgang mit den RAM-Riegeln nicht einfacher macht.

    Das Thema RAM gehört für viele immer noch zu den großen Unbekannten der PC-Hardware. Obwohl wir bereits wiederholt Ratgeber und Grundlagenartikel dazu hatten, bekommen wir nach wie vor sehr viel Post und E-Mails mit Fragen zum Hauptspeicher. Das reicht von simplen Hürden bei der Anschaffung (welchen Typ brauche ich?) über Probleme beim Aufrüsten (passt mein neuer zum alten?) bis hin zu den optimalen Bios-Einstellungen (wie wichtig ist der CL-Wert?).

    Begleitend zu unseren Mainboard-Tests in dieser und der letzten Ausgabe fassen wir deshalb die wichtigsten Fragen (und natürlich Antworten) rund ums RAM zusammen.

    Welche Arten von Hauptspeicher gibt es?

    Derzeit unterscheiden wir hauptsächlich zwei Speicherarten: DDR- und DDR2-Module. Weiter verbreitet sind momentan noch die DDR-Riegel, was sich aber mittelfristig ändern wird: AMD schwenkt bei seinem neuen, demnächst erhältlichen AM2-Sockel auf DDR2 um.

    Bis vor einigen Jahren dominierte SD-RAM komplett den Speichermarkt, ist zumindest bei neuen PC-Systemen inzwischen aber ausgestorben. Für aufrüstwillige Besitzer alter Rechner führt der ein oder andere Händler aber bis heute SD-Module in seiner Angebotspalette. Für eine kurze Zeit versuchte Intel Anfang des Jahrtausends, schnellen Rambus-Speicher (RDRAM) in Desktop-PCs zu etablieren. Aufgrund der exorbitanten Preise konnte sich dieser Speichertyp aber nie durchsetzen und fristet heute als XDR-RAM ein Nischendasein im Serverbereich.

    Welche Speicherart brauche ich für welche Plattform?

    Die derzeit populärste Plattform, AMDs Sockel 939, läuft prinzipiell nur mit DDR-RAM. Daran wird sich aufgrund des in die CPU integrierten Speichercontrollers auch nichts ändern. Etwas anders sieht es bei Intels aktueller S775-Plattform aus: Hier kommt zwar vorwiegend DDR2 zum Einsatz, was aber nicht in Stein gemeißelt ist. Es ist eine Sache des Chipsatzes bzw. der Mainboard-Hersteller, auch DDR-Lösungen anzubieten -- technisch ist es auf jeden Fall problemlos machbar.

    Die immer noch erhältlichen Sockel A, Sockel 478 und Sockel 754 setzen ebenfalls durch die Bank auf DDR-Speicher; mehr als DDR400-Speicher ist hier aber kaum sinnvoll.

    Was ist der Unterschied zwischen DDR- und DDR2-Speicher?

    Grundsätzlich kein allzu riesiger; beide setzen auf das Double-Data-Rate-Verfahren bei der Signalübertragung. Allerdings sind beide Modularten zueinander sowohl elektrisch als auch mechanisch inkompatibel. So haben DDR2-Module deutlich mehr Pins in der Steckleite.

    Sie setzen zudem auf andere, weniger stromhungrige (1,80 statt 2,65 Volt) Speicherchips im quadratischen BGA- anstatt dem länglichen TSOP-Format und schaffen höhere Taktraten von bis zu 1.066 MHz. Einen Teil des Vorsprungs verspielen sie zwar wieder durch die höhere Zugriffszeit. Insgesamt ist DDR2-Speicher aber schneller (und inzwischen kaum noch teurer), weshalb AMD demnächst ebenfalls auf DDR2 umschwenken wird.

    Was bedeuten die ganzen Zahlen bei der RAM-Spezifikation?

    Neben der Speichergröße bezeichnet die wichtigste Zahl den Speichertakt (bei DDR/DDR2-Typen ist der gedoppelt). Ein DDR400-Modul ist zum Beispiel real mit 200 MHz getaktet. Verwirrenderweise ist noch eine weitere Nummerierung im Umlauf, die den theoretisch maximalen Datendurchsatz angibt. DDR400 entspricht zum Beispiel PC3200, DDR550 PC4400 und DDR2 667 PC2-5300.

    Die CL-Angabe steht für CAS-Latency, also die Zugriffszeit eines Speichers. DDR-Module liegen zwischen CL2 und CL3, DDR2-Riegel zwischen CL3 und CL5. Oft findet sich auf dem Produktlabel dann noch eine Zahlenreihe wie etwa 2-3-2-5. Die erste Zahl ist wiederum die CAS-Latency. Die anderen stehen für weitere Zugriffszeiten, die gegenüber der CAS-Latency aber ziemlich vernachlässigbar sind.

    Wie lässt sich Speicher am besten tunen?

    Das ist Plattform-abhängig und lässt sich nicht pauschal beantworten. Auf eine schlichte Erhöhung des Speichertakts reagieren die meisten Systeme z.B. mit einem linearen, aber nicht besonders starken Anstieg der Performance. Ansonsten bringen sowohl der Dual-Channel-Betrieb, eine möglicht niedrige Latenzzeit (CAS-Latency oder schlicht CL) und das 1T-Command-Rating jeweils ein paar Prozentpunkte mehr Performance. Wer wirklich einen rundum getunten Speicher will, kommt um teure Highend-Riegel wohl kaum herum. Dann kann zum Beispiel ein DDR-Modul gleichzeitig CL2-Latency, 1T-Command-Rating und ordentlich viel Takt betreiben.

    Darf ich verschiedene Speicher beliebig auf meinem Board mischen?

    Wie bereits in den vorherigen Fragen erläutert, lassen sich komplett andere RAM-Typen (also DDR/DDR2) nicht mischen. Und zwar selbst dann nicht, wenn ein Board für beide Arten Steckplätze bereithält.

    Innerhalb einer Sorte lassen sich die Module aber tatsächlich mischen, da Speicher abwärtskompatibel ist. Also etwa ein DDR333-Modul mit 512 MB von dem einen und ein DDR550-Riegel mit 1.024 MB von einem anderen Hersteller. Neben der dadurch eventuell fehlenden Dual-Channel-Tauglichkeit gibt es eines zu beachten: Ein Mainboard taktet bei Mischbestückung alle Riegel automatisch auf die Werte des langsamsten Moduls herunter.

    Wofür sind die bunten Bleche bei modernen Speicherriegeln gut?

    Moderner Hochleistungsspeicher wird bei starker Beanspruchung ziemlich warm. Deshalb kam jemand auf die Idee, die Module mit einer Art Wärmeleitblech zu versehen, um so die Hitze von den Chips wegzuführen. Ob die Kühlkörper tatsächlich wie gedacht arbeiten -- darüber gehen die Meinungen stark auseinander. Je nach Ausführung kann sich der Ursprungszweck sogar ins Gegenteil verkehren: Es gibt Module, bei denen sich die Hitze durch die Ummantelung eher staut als abbaut.

    Das ist aber egal, denn die bunten Bleche sind längst zu einem verkaufspolitischen Argument geworden. Wie uns ein Anbieter mitteilte, würden sich technisch identische Riegel ohne Ummantelung deutlich schlechter verkaufen; selbst die Farbe spiele zum Beispiel in der Modding-Szene eine wichtige Rolle.

    Brauche ich für Dual Channel bestimmte Module?

    Ja und nein: Grundsätzlich ist jeder DDR/DDR2-Speicherriegel hundertprozentig Dual-Channel-tauglich, es braucht dafür keine speziell entwickelten oder gefertigten Modelle. Allerdings müssen die zwei Module die gleichen technischen Spezifikationen und auch Größe aufweisen. Dann funktionieren (theoretisch) auch Riegel verschiedener Hersteller zusammen im Dual-Channel-Betrieb.

    Die Verwirrung ob dieser Thematik wurde unter anderem durch spezielle DC-Kits diverser Hersteller verursacht. Dadurch entsteht der Eindruck, einzelne Riegel seien nicht unbedingt DC-tauglich. Durch diese Kits ist aber lediglich gewährleistet, dass Sie zwei absolut identische Module bekommen. Nur wenige Hersteller testen jedes einzelne Kit tatsächlich im praktischen DC-Einsatz.

    Warum läuft auf meinem Athlon- 64-System der Speicher nicht mit voller Geschwindigkeit?

    Der integrierte Speichercontroller des Athlon 64 hat einen fundamentalen Designfehler: Er kann nur eine bestimmte Anzahl an Speicherriegeln bzw. deren »Rows« mit den vollen 400 MHz ansteuern. Unter einer Row versteht man im Prinzip eine mit Speicherchips bestückte Seite eines RAM-Riegels. Ist das Limit überschritten, schaltet der Controller automatisch von 400 auf 333 MHz zurück. Mit 400 MHz würde er instabil oder gar nicht laufen.

    Wie lässt sich dieser leistungsfressende Faux-Pas vermeiden? Verwenden Sie entweder nur zwei Riegel oder benutzen Sie die relativ seltenen »Single Sided«-Module. Manchmal tritt es auch erst gar nicht auf: Je nach Version/Revision des Prozessors und der Tüftelarbeit des Mainboardherstellers laufen manche Rechner auch in der kompletten Speicherbestückung mit den vollen 400 MHz Speichertakt -- beispielsweise viele Asus-Boards.

    Lohnt sich extrem schneller »Tuningspeicher«?

    Das ist, wie so oft, Ansichtssache. Wer strikt in fps pro Euro rechnet, kommt mit dem extrem schnellen und übertaktfähigen Spezialspeicher sicher nicht auf seine Kosten. Wenn es aber darum geht, einen PC relativ stark und dabei über alle Komponenten hinweg ausgewogen zu tunen, dann kommen Sie um die teuren Riegel kaum herum. In 90 Prozent aller Fälle reichen aber die ganz normalen Module, zumal sie oft zumindest ein kleines bisschen Übertakt-Potenzial aufweisen.

    Ist Markenspeicher besser oder schneller als No-Name-Speicher?

    Im Prinzip ist Markenspeicher bei gleicher Spezifikation weder schneller noch besser als billige No-Name-Riegel. Bei letzteren handelt es sich meist um zuvor aussortierte Markenware, weil sie Fehler aufweisen oder bestimmte Tests nicht bestanden haben. Billiges Ramsch-RAM weist also eine potenziell höhere Fehleranfälligkeit auf. Das heißt, es kommt zu Datenfehlern bzw. -verlusten oder das Modul gibt vorzeitig seinen Geist auf. Da der preisliche Unterschied zwischen markenlosem und Marken-RAM zunehmend schwindet, raten wir zu Modulen von bekannten Herstellern.

    Worauf muss ich beim Einbau meines neuen Speichers achten?

    Grundsätzlich müssen RAM-Riegel vorsichtig behandelt werden. Sie sind gegenüber statischer Ladung, aber auch mechanischen Beschädigungen deutlich anfälliger als etwa Grafikkarten oder Mainboards.

    DDR- und DDR2-Speicher sind -- gerade mit Wärmeblechen -- auf den ersten Blick kaum auseinander zu halten. Dennoch unterscheiden sie sich schon rein physikalisch, um Falscheinbauten zu vermeiden: Die Kerbe in der Pinleiste liegt an unterschiedlichen Stellen. Wenn die Kerbe nicht passt, kann es aber auch schlicht heißen, dass Sie das Modul falsch herum halten. Für unnötige Verwirrung beim Einbau eines Dual-Channel-Sets sorgen die Mainboard-Hersteller: Die Farbkodierung der einzelnen RAM-Slots ist bei fast jedem anders.

    Mikkl Galuschka

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Speicher-Ratgeber
Für viele ist beim Rechnerneukauf oder Upgrade der Hauptspeicher nicht mehr als eine lästige Pflicht. Zumal eine Vielzahl an Normen, Formen, Farben und Zahlen den Umgang mit den RAM-Riegeln nicht einfacher macht.
http://www.gamesaktuell.de/RAM-Hardware-154108/Specials/Speicher-Ratgeber-717341/
01.04.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/hw_speicher_modulbez_04eps.jpg
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