Quake IV (dt.)

Test Thorsten Küchler

Auf dem PC ist das Ballerbeben ein atmosphärisches Vergnügen. Macht die Xbox360-Umsetzung eine ähnlich gute Figur?

Activisions Xbox360-Schießerei erscheint hier zu Lande als gekürzte Version: Kein Blut, keine Moderzombies, keine Operationsszene -- nur deshalb gab die USK eine Freigabe "ab 16 Jahren". Zudem kommt das Spiel mit englischer Sprachausgabe sowie englischen Bildschirmtexten -- nicht gerade kundenfreundlich.

Story: Die Handlung lässt sich mit wenigen Worten beschreiben: Außerirdische greifen Menschen an, Menschen gewinnen den Krieg, Menschen wollen Rache, Menschen starten einen Großangriff auf den Alienplaneten, "Quake IV (dt.)" geht los. Dass dieses Spiel keinen Oscar für das beste Drehbuch abstaubt, liegt auf der Hand. Umso überraschender, wie der Sci-Fi-Spießrutenlauf im letzten Spieldrittel dank einiger Wendungen doch noch die Spannungskurve kriegt -- wäre der Prolog doch nur ebenso packend...

Spiel: Der stärkste Trumpf von "Quake IV (dt.)" ist die packende Atmosphäre. Tobende Massenschlachten, schaurige Levelbauten, fiese Monster -- da erreicht Ihr Adrenalinpegel bedrohliche Werte. Trotz allem aber bleibt die Zukunftsschießerei im Kern eine simpel gestrickte Angelegenheit: Knarren durchladen, Monster umnieten -- und dann das Ganze wieder von vorn. Umso ärgerlicher, dass die Intelligenz der Fieslingstruppe nicht gerade auf Einsteinniveau liegt: Ein Hüpfer nach links, einer nach rechts -- mehr fällt den Dumpfbacken nicht ein.

Also erlösen Sie die Kerle schnell von ihrem Hirnleiden und nutzen dafür das vielseitige Knarrensortiment. Serienkennern kommt der virtuelle Waffenschrank gleich vertraut vor: Nagelkanone, Schrotflinte, Strahlengewehr -- was will man mehr?

Wer hingegen nach kniffligen Rätseln sucht, ist hier falsch -- "Quake IV (dt.)" beschränkt sich auf banalste Aufgaben. So gaukeln Ihnen die Missionsziele zwar komplizierte Einsätze vor, deren Abarbeitung beschränkt sich aber meist auf das Drücken von Schaltern. Weitaus gehaltvoller fallen die Gefechte über Xbox Live aus: Bis zu acht Onliner treten zu den Spielmodi Deathmatch (alles umholzen), Team-Deathmatch (gemeinsam alles umholzen) und Capture the Flag (gegnerische Flaggen klauen) an.

Fazit: Wer die PC-Fassung des Spiels kennt, wird die Xbox360-Version nur mit der Kneifzange anfassen: Nervige Ruckler machen aus der Ego-Bombe eine Knallerbse. Abseits der lumpigen Technik erwartet Sie spannende, aber auch etwas uninspirierte Action.

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