Duell der Super-Shooter: Kann id Softwares vierte Beben-Episode am Genre-Thron von Half-Life 2 rütteln? Wir geben die Antwort!
Illegale Raubkopien sorgen nicht nur alljährlich für Schäden in Milliardenhöhe, sondern neuerdings auch für Zuwachs auf den Vielflieger-Konten von Spiele-Redakteuren. So mussten wir nach London reisen, um dort id Softwares "Quake IV" zwei Tage lang vor Ort zu testen -- Hersteller Activision wollte aus Angst vor widerrechtlichen Kopien keine Vorabversion des mutmaßlichen Actionhits rausrücken.
Das Ende vom Lied: Die angereisten VGA-Mitarbeiter konnten zwar den Story-Modus komplett durchspielen, für eine objektive Beurteilung der umfangreichen Mehrspieler-Komponenten blieb aber zu wenig Zeit. Deshalb bezieht sich unsere Spielspaßwertung ausschließlich auf das Solo-Abenteuer -- einen Nachtest der Multiplayer-Modi lesen Sie im News-Bereich der nächsten Ausgabe.
STORY: Die Handlung des Spiels setzt direkt nach den Geschehnissen von Teil zwei ein. Sie schlüpfen in den Kampfanzug des Sci-Fi-Söldners Matthew Kane und landen auf dem Heimatplaneten der so genannten Strogg. Dabei handelt es sich um eine biomechanische Alien-Rasse, die nicht nur erstaunliche Ähnlichkeit mit den Borg hat ("Star Trek"-Fans wissen sofort Bescheid!), sondern sich auch im Krieg mit der Menschheit befindet. Ihr Auftrag in den folgenden zwölf Spielstunden: Machen Sie den Monstermob endgültig platt -- koste es, was es wolle!
SPIEL: Was in der Theorie nach einer militärischen Fingerübung klingt, entpuppt sich bereits zu Beginn des ersten Levels als Spießrutenlauf der Marke Selbstmordkommando: Blutrünstige Kreaturen, tödliche Verteidigungsanlagen, unwirtliche Wüstenlandschaft -- idyllische Reiseziele sehen anders aus.
Moment mal, Wüstenlandschaft? Richtig gehört: "Quake IV" spielt trotz der verwendeten "Doom 3"-Grafikroutinen zu etwa einem Drittel unter freiem Himmel. Allerdings fallen die meist recht kleinen Außenareale ziemlich unspektakulär aus: Billige Fototapeten am Horizont und eine durchwegs öde Farbgebung (braune Felsen auf braunem Grund) trüben den Spaß am Freigang empfindlich.
Ganz anders die zahlreichen Innenlevels: Ob Kanalisation, Laborkomplex oder Militärbasis, alle geschlossenen Räume sehen fantastisch aus. Dumm nur, dass Sie die Optikpracht nur dann in Ruhe genießen können, wenn gerade mal keine Strogg-Bösewichter angreifen. Und das ist bei "Quake IV" ungefähr so wahrscheinlich wie ein guter Song aus der Feder von Dieter Bohlen.
