PES5-Europameister kommt aus Deutschland
V.l.n.r.: Europameister Mike Linden, PES Producer Shingo "Seabass" Takat- suka, der Zweitplatzierte aus Schottland.
Es war ein Wechselbad der Gefühle, das der deutsche Teilnehmer Mike Linden bei der Pro-Evolution-Soccer-5-Europameisterschaft durchleben musste. Erst sah es so aus, als stünde das Turnier in Dublin aus deutscher Sicht unter einem schlechten Stern, denn der zweite Schwarz-Rot-Gold-Teilnehmer, der deutsche Meister Safet Islamovic, konnte an der EM gar nicht teilnehmen – Safets Visum für Irland wurde nicht rechtzeitig ausgestellt.
So lastete die ganze Verantwortung auf den Schultern von Mike Linden, der sich das EM-Ticket über das Ranking aller PES-5-Qualifikationsturniere gesichert hatte. Und es ging schlecht los: Das erste Spiel in der vierköpfigen Vorrundengruppe ging verloren, beim zweiten erzielte Mike, der mit Frankreich spielte, nur ein 1:1, da er bzw. Thierry Henry tatsächlich zwei Elfmeter verschoss. "Das geht doch eigentlich gar nicht!", war die einhellige Meinung der anwesenden Fachpresse.
Doch Mike hatte das Glück des Tüchtigen, gewann sein drittes Vorrundenspiel 3:1 und profitierte vom Ergebnis des anderen Spiels in der Gruppe. Geschafft – Mike hatte sich als Gruppenzweiter für das Viertelfinale qualifiziert!
Hier ging es gegen einen Franzosen. Der legte los wie die Feuerwehr, dribbelte sich mit seinem brasilianischen Team sofort durch Mikes französische Abwehr und führte nach wenigen Sekunden 1:0. Aber Mike Linden behielt einen kühlen Kopf, gewann mehr und mehr die Oberhand und siegte schließlich verdient mit 3:1.
Dann folgte das denkwürdige Halbfinale gegen einen Portugiesen, der ebenfalls mit Brasilien, der beliebtesten Mannschaft der EM, spielte. Und in diesem Match war alles drin: ein Freistoßtor von Roberto Carlos aus 35 Metern, ein Ball, der auf der Linie tänzelte und doch nicht reinging, eine spannende Verlängerung und ein Elfmeterschießen, das (natürlich) der Deutsche für sich entschied. "Finaaaale, schalalalala, Finaaaale!"
Wieder spielte der Gegner mit Brasilien, diesmal kam er aber aus Schottland. Nach dem sehr knappen Halbfinale spielte Mike Linden nun gelöst auf und schaffte, obwohl er einen zwischenzeitlichen Ausgleich hinnehmen musste, einen nie gefährdeten 3:1-Sieg mit zum Teil traumhaften Kombinationen. Die deutsche Delegation jubelte, Mike strahlte und die Briten mussten geknickt anerkennen: Der verdiente Sieger kommt aus Deutschland. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch, Europameister Mike Linden!
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