Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Prince of Persia: The Two Thrones

    Manche Menschen werden einfach vom Pech verfolgt -- der Prinz von Persien kann davon ein Liedchen singen. Dabei hätte diesmal doch eigentlich alles so schön sein können: Mit der attraktiven Kaileena im Schlepptau schippert der Abenteurer gen Heimatstadt Babylon und denkt an Frieden, an Ausschlafen und ausnahmsweise einmal nicht an den Sand der Zeit. Friede, Freude, Eierkuchen eben.

    Zu früh gefreut! Babylon versinkt im Chaos. Die Untertanen des Prinzen werden versklavt, gefoltert oder hingerichtet. Verantwortlich dafür ist wieder einmal der böse Wesir, der nun endgültig den Orient unterjochen will. Da lässt sich der heldenhafte Prinz natürlich nicht zweimal bitten und stürzt sich ins große Finale der Action-Trilogie rund um den Sand der Zeit.

    Das Beste aus beiden Welten

    The Sands of Time war bunt, setzte vor allem auf aberwitzige akrobatische Einlagen und war in Windeseile durchgespielt. Warrior Within war düster, brutal, stellenweise bockschwer und lebte in erster Linie von den spannenden Kämpfen. Prince of Persia -- The Two Thrones ist ein runder Mix aus Kämpfen und Turnübungen, der krönende Abschluss der Trilogie. Fehlte vor allem dem Vorgänger die gesunde Balance aus Prügeln und Hüpfen, so haben die Entwickler diesmal den Nagel endlich auf den Kopf getroffen. Der Prinz ist wieder mehr Zirkusartist als Kampfmaschine, dafür sind die Handgreiflichkeiten aber noch einen Tick spektakulärer inszeniert als in Prince of Persia -- Warrior Within.

    Bewährtes Konzept

    Am grundsätzlichen Spielablauf hat sich nichts geändert, der Prinz ist nach wie vor ein Superheld. Wenn Sie die Vorgänger gespielt haben, finden Sie sich sofort zurecht. Aus der Verfolgerperspektive scheuchen Sie den Adeligen durch dunkle Verliese oder die Straßenschluchten Babylons und vollführen allerlei Kunststücke.

    Die meisten erinnern an Matrix: an Wänden entlanglaufen, in Zeitlupe auf die grotesken Sandmonster einstürmen, die Ihnen nach dem Leben trachten, mit ein paar coolen Moves ganze Gegnerscharen ins Jenseits befördern. Und wenn Sie zu weit springen oder von Ihren Feinden zu oft eins auf die Mütze bekommen, dann spulen Sie auf Knopfdruck einfach die Zeit zurück und versuchen es noch einmal.

    Der innere Schweinehund

    Der Prinz ist diesmal allerdings nicht allein unterwegs. Zu Beginn von The Two Thrones wird der Knabe mit dem Sand der Zeit infiziert und erhält ungewollte Begleitung durch seine dunkle Seite. Die manifestiert sich einerseits stimmlich und führt während des Spielverlaufs giftige, süffisante, lustige und vor allem kurzweilige Zwiegespräche mit dem Helden.

    An vorgegebenen Stellen verwandelt sich der Held auch physisch und wird zum dunklen Prinzen: Seine Haut verfärbt sich Zombie-gräulich, grell leuchtende Runen überziehen seinen Körper und statt wallendem Haupthaar trägt er ein ektoplasmatisches Irgendwas auf dem Kopf.

    Für Sie bedeutet diese Veränderung vor allem eines: Tempo! Der dunkle Prinz verliert nämlich stetig Lebensenergie, die er nur mit dem Sand der Zeit wieder auffüllen kann. Den finden Sie entweder in großzügig verteilten Kisten und Krügen, oder nehmen ihn niedergestreckten Feinden ab. Kämpfe und Geschicklichkeitseinlagen spielen sich mit dem Gruselprinzen aber kaum anders. Lediglich seine Spezialwaffe, die Klingenkette, schwingt er behände und tut sich damit beim Ausschalten der Gegner wesentlich leichter als sein gutmütiger Konterpart.

    Das Peitschen-ähnliche Mordwerkzeug kommt auch bei den Turnübungen zum Einsatz -- während der gute Prinz meistens in gut getimten Sprungsequenzen von A nach B gelangt, schwingt sich sein böses Abziehbild wie Indiana Jones durch die Levels. Wirklich fordernd oder knifflig sind diese Szenen nicht, denn der stete Verlust von Lebensenergie verbietet lange Denkpausen.

    Gehopst wie gesprungen

    Egal ob Kampfsystem oder Geschicklichkeitseinlagen -- in The Two Thrones dreht sich alles ums richtige Timing. Paradebeispiele dafür sind zwei neue Elemente der Turnübungen: Wandfliesen, in denen wir uns mit dem Dolch verankern können, und Sprungplatten, von denen wir diagonal abspringen. Erstere sind in vielen Sequenzen als eine Art Zwischenstopp untergebracht. Da hetzen wir an einer Wand entlang und können an einer solchen Platte kurz verschnaufen, bevor wir Naturgesetze Lügen strafen und weiter rasen.

    Anfangs gewöhnen wir uns mit solch einfachen Übungen an die Spielmechanik -- in späteren Levels wird es dann aber richtig haarig. Die Sequenzen werden immer länger, neue Elemente wie Fallen mit Sägeblättern oder Giftpfeilen kommen hinzu und müssen ins Timing eingebaut werden. The Two Thrones gibt dem Begriff der Hand-Auge-Koordination eine ganze neue Bedeutung. Beim Ausklamüsern der richtigen Sprungfolge greift das Spiel zum Glück helfend ein. Sobald ein Augen-Symbol am unteren Bildrand erscheint, schalten Sie auf Knopfdruck in eine Weitsicht um, die in der Regel mit dem Zaunpfahl winkt und zeigt, wo es weitergeht.

    Sam von Persien

    Das Kampfsystem haben die Entwickler von Ubisoft Montreal direkt aus Warrior Within übernommen. Getöteten Feinden kann der Prinz Streitkolben, Dolche und Schwerter abknöpfen und als Zweitwaffe verwenden. Je nach Waffe sind unterschiedliche Spezialmanöver möglich, die Sie über simple Tastenkombinationen auslösen.

    Neu in The Two Thrones: Oftmals muss es gar nicht zum Kampf kommen. Frei nach Sam Fisher können Sie sich an die Gegner heranschleichen. Entweder wie der Agent von hinten, oder in luftiger Höhe -- sobald Sie sich nämlich über den Köpfen der fiesen Schergen bewegen, sind Sie quasi unsichtbar. Haben Sie sich so in Position gebracht, können Sie einen so genannten Speed-Kill starten. Es folgt eine selbst ablaufende Sequenz, die an mehreren Stellen kurz einfriert. Drücken Sie dann rechtzeitig die Angriffstaste, geht der Speed-Kill weiter. Scheitern Sie, wird aus dem vermeintlich unbemerkten Meuchelmord ein normales Gefecht.

    Reaktionstest

    Anfangs sind die Speed-Kills ein Kinderspiel -- die Sequenzen sind kurz, und wir haben jede Menge Zeit, die richtige Taste zu drücken. Im weiteren Spielverlauf verwandelt sich das Minispiel aber zu einer echten Herausforderung. Immer öfter müssen wir immer schneller reagieren. Belohnt wird unser Fleiß dann mit spektakulär inszenierten Gefechten. Vor allem wenn der Prinz in einem Speed-Kill zwei Gegner gleichzeitig aufs Kreuz legt, sieht dagegen so mancher Actionfilm alt aus.

    Dass dieses Minispiel auch bei den Bosskämpfen zum Einsatz kommt, mag so manchem sauer aufstoßen. Schließlich wird The Two Thrones hier zu einem interaktiven Spielfilm, das eigene Kampfgeschick ist nicht gefragt. Aber auch die Scharmützel gegen die wahrhaftig dicken Brocken profitieren letztendlich von der fantastischen Inszenierung.

    Audiovisuelles Paradies

    Technisch hinterlässt das fertige Spiel einen wesentlich besseren Eindruck als die Vorabversion, die wir in der letzten Ausgabe anspielen konnten. Viele Texturen, wenn auch schärfer als in der Preview-Fassung, unterfordern moderne Grafikkarten, aber das macht Prince of Persia -- The Two Thrones mit einem wahren Effektfeuerwerk wieder wett. Treffen Waffen aufeinander, fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch Funken. Sonnenstrahlen scheinen nicht nur schnöde vom Himmel oder durch Fenster, sondern schimmern elegant durch die Levels. Unschärfeeffekte und Farbfilter machen vor allem die Kämpfe zu einem wahren Augenschmaus.

    Aufatmen dürfen Sie, wenn Ihnen Warrior Within zu düster und ungemütlich war. Ein farbenfrohes Idyll ist zwar auch das halb zerstörte Babylon nicht, allerdings gibt es in den Straßenzügen wesentlich mehr Farbkleckse als in dunklen Verliesen. Und in den ausladenden Gärten des Palastes wird es dann sogar etwas bunt. Den wahrhaftigen Höhepunkt des abwechslungsreichen und stimmigen Leveldesigns haben sich die Entwickler allerdings für das große Finale aufgehoben. Bevor Sie dem Wesir ins Handwerk pfuschen, turnen Sie nämlich in so luftiger Höhe herum, dass Babylon zur Ameisenstadt verkommt. Diese finalen Abschnitte sind nichts für schwache Nerven und erinnern an den Abschluss von Prince of Persia -- The Sands of Time.

    Abgerundet wird die Atmosphäre durch eine bombastische Soundkulisse, einen stimmigen Soundtrack, der die Metal-Einlagen des Vorgängers links liegen lässt, und der vorbildlichen deutschen Sprachausgabe mit bekannten Synchronsprechern.

    Kratzer im Lack

    Passend zum Wechselspiel zwischen gutem und bösen Prinzen bemühen wir das Sprichwort »Wo Licht ist, ist auch Schatten«. The Two Thrones ist eines der besten Action-Adventures des Spielejahres 2005, aber eben doch nicht perfekt. Gerade in den letzten der insgesamt knapp zehn Spielstunden zieht der bis dahin sehr faire Schwierigkeitsgrad heftig an. Die Folge ist purer Frust, denn manche der extrem langen Geschicklichkeitseinlagen lassen sich nur mit dem Trial-and-Error-Verfahren lösen. Das macht trotz der Möglichkeit, schlichtweg die Zeit zurückzuspulen, nur bedingt Spaß. Außerdem stoßen Sie mit zunehmender Spieldauer immer seltener auf Speicherpunkte -- freies Speichern ist auch diesmal wieder nicht erlaubt.

    Noch schwerer wiegen aber diverse Kameraproblemchen. Vor allem bei Kämpfen in engen Gassen verhakt sich das virtuelle Auge mit Vorliebe an Wänden und muss manuell umpositioniert werden. Besonders ärgerlich ist das bei Auseinandersetzungen mit mehreren Feinden. Außerdem passierte es uns beim Test, dass die Kameraperspektive so unglücklich gewählt war, dass wir während eines Speed-Kills nur mit Mühe und Not erkennen konnten, wann unser Einsatz gefragt war.

    Für PC-Spieler ebenfalls ärgerlich: Mit Tastatur und Maus lässt sich The Two Thrones zwar ohne lebensgefährdende Verrenkungen durchspielen, insgesamt ist die Steuerung mit diesen Eingabegeräten aber recht schwammig und macht besonders die Geschicklichkeitseinlagen unnötig schwer. Wenn Sie also durch den Orient toben wollen und noch kein Gamepad besitzen, dann tun Sie sich selbst einen Gefallen und legen sich eines zu. Es lohnt sich.

    David Bergmann

  • Prince of Persia: The Two Thrones
    Prince of Persia: The Two Thrones
    Publisher
    Ubisoft
    Release
    08.12.2005

    Aktuelles zu Prince of Persia: The Two Thrones

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

    Cover Packshot von Rollercoaster Tycoon World Release: Rollercoaster Tycoon World Atari , Pipeworks Software
    Cover Packshot von Transport Fever Release: Transport Fever
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
715509
Prince of Persia: The Two Thrones
Prince of Persia: The Two Thrones
http://www.gamesaktuell.de/Prince-of-Persia-The-Two-Thrones-Spiel-28477/Tests/Prince-of-Persia-The-Two-Thrones-715509/
01.01.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_pop_01_01eps.jpg
tests