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  • Prey: Die vom Pech verfolgte Shooter-Serie im großen Rückblick
    Quelle: PC Games

    Zwanzig Jahre Prey: ​Vom Pech verfolgt, von Fans gefeiert - die innovative Shooter-Serie im großen Rückblick-Special

    Kaum vorstellbar, aber wahr: Die Marke Prey existiert schon seit über 20 Jahren, kann bislang aber nur einen echten Erfolg für sich verbuchen! Wir blicken zurück auf eine vom Pech verfolgte Serie, die 1995 ihren Anfang nahm.

    Prey von 2006: Trotz seiner langen Geschichte hat Prey es bislang nur auf einen Release gebracht. Prey von 2006: Trotz langer Entwicklungsgeschichte hat es die Reihe bislang nur auf einen großen Release gebracht. Quelle: PC Games Hartnäckig sind sie ja, diese Sturköpfe von 3D Realms! Immerhin geht nicht nur das legendär verspätete Duke Nukem Forever auf die Kappe der ballerfreudigen Texaner. Auch mit Prey hatte 3D Realms eine ganze Dekade lang zu kämpfen.

    In unserem großen Replay-Special blicken wir zurück auf eine chaotische Entwicklung, die 2006 ihren ersten - und bislang einzigen - Höhepunkt fand.

    1995: Die turbulenten ersten Jahre von Prey

          

    Reflexionen, zerstörbare Umgebungen, aufwendige Charaktere – grafisch war das alte Prey seiner Zeit voraus! Reflexionen, zerstörbare Umgebungen, aufwendige Charaktere - grafisch war das alte Prey seiner Zeit voraus! Quelle: www.unseen64.net 1995 war die Entwicklerszene für PC-Spiele voll in Fahrt: Video­sequenzen galten als der letzte Schrei, 3D-Beschleunigerkarten standen in den Startlöchern, in den CD-Laufwerken surrten Kultspiele wie Command & Conquer oder Wing Commander 3. Zu dieser Zeit kündigte 3D Realms mit Prey einen neuen Ego-Shooter an, der Bahnbrechendes versprach! Er sollte von dem Indianer Talon Brave handeln, der auf ein Raumschiff entführt wird und sich dort gegen skurrile Aliens zur Wehr setzen muss. Das vielversprechende Projekt stand zunächst unter der Leitung von Tom Hall, einem der Mitbegründer von id Software und kreativen Köpfe hinter Doom. Hall verließ das Entwicklerteam jedoch ein Jahr später, um mit John Romero das neue Studio Ion Storm (Deux Ex) zu gründen. 3D Realms heuerte derweil Paul Schuytema an, um die Entwicklung von Prey fortzuführen und das anfangs noch reichlich dünne Konzeptpapier für das Spiel zu erweitern.

    Markante Features wie etwa Portale oder Schwerkrafttricks waren schon für das originale Prey geplant. Markante Features wie etwa Portale oder Schwerkrafttricks waren schon für das originale Prey geplant. Quelle: www.unseen64.net Man behielt zwar einige Ideen von Tom Hall bei, allerdings war das Raumschiff nun ein gigantisches, lebendes Konstrukt, auf dem gleich mehrere Alien-Spezies lebten, außerdem sollte die Story rund um den Indianer-Protagonisten Talon Brave deutlich aufgewertet werden. Zerstörbare Umgebungen waren weiterhin ebenso geplant wie die sogenannte Portal-Technologie, die ein ungeahnt komplexes Leveldesign erlauben sollte. In den nächsten zwei Jahren präsentierte ein sichtbar stolzer Schuytema das Spiel auf den E3-Messen in Los Angeles, die Fachpresse war begeistert: Grafisch zeigte Prey Jahr für Jahr deutliche Fortschritte, die Portale und das Zerstörungsfeature, dank dem ganze Decken zum Einsturz gebracht werden konnten, wirkten beeindruckend. Doch hinter den Kulissen machte die Technik große Probleme: Vor allem die Portal-Technologie stellte die Entwickler immer wieder vor unüberwindbare Herausforderungen - bis sich 3D Realms gezwungen sah, das Projekt zu stoppen. Im November 1998 heuerte man zwar noch einen neuen Engine-Entwickler an, um Prey mit frischer Technik wiederzubeleben, doch auch dieser Versuch scheiterte. Im Jahr 1999 legte 3D Realms das Projekt auf Eis.

    Auf Youtube finden sich noch einige Video-Beiträge zum alten Prey, das 1997 erstmals auf der E3-Messe in Los Angeles vorgestellt wurde. In diesem Interview von 1997, geführt von dem TV-Team von Infinite MHz, kommt der Projektleiter Paul Schuytema ausführlich zu Wort und zeigt erste Spielszenen.

    Ein Jahr später war Schuytema erneut auf der E3 unterwegs, um die neue Version von Prey vorzustellen und frische Spielszenen zu präsentieren. Auch hier führte die Redaktion von Infinite MHz das Interview.

    1998 veröffentlichte 3D Realms außerdem einen Gameplay-Trailer, der neben der damals ansehnlichen Grafik auch die raffinierte Portal-Technologie und das abgefahrene Leveldesign präsentierte.

    Tipp: Eine Vielzahl an Screenshots aus dem Ur-Prey der 90er Jahre findet ihr im sehenswerten Archiv von Unseen64.

    2006: Die Kehrtwende: So gut war Prey von Human Head Studios

          

    Das lange Intro ist beklemmend inszeniert - auch ein Verdienst der ausgezeichneten Musikuntermalung! Das lange Intro ist beklemmend inszeniert - auch ein Verdienst der ausgezeichneten Musikuntermalung! Quelle: PC Games Erst 2001 wagte 3D Realms einen mutigen Neubeginn: Diesmal wurde Human Head Studios (Rune: Viking Warlord) beauftragt, das Spiel von Grund auf neu zu entwickeln, 3D Realms überwachte das Projekt. Anstelle einer eigenen Engine lizenzierte man die leistungsstarke id Tech 4, die id Software für Doom 3 gebastelt hatte. Eine hervorragende Entscheidung! Als Prey nämlich fünf Jahre später im Juli 2006 das Licht der Welt erblickt, ist es nicht nur ein ausgesprochen schickes Spiel. Es enthält auch viele der Ideen von 3D Realms, die sich in den 1990er-Jahren nicht realisieren ließen. Human Head Studios war es jedoch gelungen, der id Tech 4 massenhaft Tricks beizubringen - das Ergebnis war ein enorm atmosphärischer Shooter, der im Test eine Wertung von 87 Punkten abstauben konnte.

    Schwerkraft? Einstellungssache!

    Prey ist düster, brutal und vor allem: völlig irre! Wir spielen Tommy, einen modernen Indianer, der zum unfreiwilligen Helden wird. Clever untermalt von Blue Öyster Cults "Don't Fear The Reaper" erleben wir zu Spielbeginn, wie Tommy mitsamt seiner Freundin Jen in ein Raumschiff gesaugt wird, wo sie der blanke Albtraum erwartet: Verängstigte Menschen werden für grausame Experimente abtransportiert oder kurzerhand durch den Fleischwolf gedreht. Auch Tommy droht das gleiche Schicksal, doch er wird von Indianern, die schon seit Jahrhunderten heimlich an Bord des Schiffs leben, befreit - und so macht er sich auf, um seine Jen zu retten.
    Da Tommy im Grunde unsterblich ist, nutzen sich die Schießereien von Prey nach einer Weile ab. Da Tommy im Grunde unsterblich ist, nutzen sich die Schießereien von Prey nach einer Weile ab. Quelle: PC Games Über solche leuchtenden Magnetbahnen kann Tommy an Wänden und Decken entlangmarschieren. Saucool! Über solche leuchtenden Magnetbahnen kann Tommy an Wänden und Decken entlangmarschieren. Saucool! Quelle: PC Games Im Verlauf der dichten Handlung entdeckt Tommy allerlei Scheußliches: Teile des Raumschiffs sind von pulsierenden Fleischmassen bewachsen, manche Türen erinnern gar an riesige menschliche Gebisse. Von den Decken baumeln eklige Rüssel, die Kugeln ausscheiden, aus denen bissige Viecher schlüpfen. Auch die Regeln der Physik scheinen außer Kraft gesetzt: Wie aus dem Nichts entstehen immer wieder Portale, die uns ohne Ladezeit von einem Ort zum nächsten bringen, durch die wir uns sogar selbst beobachten können - ein ganzes Jahr, bevor Valve mit seiner Portal-Serie um die Ecke kam! Es gibt sogar Räume, in denen wir kurzerhand die Schwerkraft ändern - sehr zum Leidwesen von Tommy, der sich nach ein paar Versuchen kräftig auskotzt. Und wir stoßen auf Magnetbahnen, die das markanteste Feature des gesamten Spiels erlauben: Dank ihnen marschiert Tommy lässig an Wänden und Decken entlang. Auch die Gegner nutzen diese "Wallwalk"-Mechanik, das sorgt für bizarre Kampfszenen!

    Geistreiche Erfahrung

    Übersinnlich: Auf Knopfdruck verlässt Tommy seinen Körper und löst in Geistergestalt Rätsel. Übersinnlich: Auf Knopfdruck verlässt Tommy seinen Körper und löst in Geistergestalt Rätsel. Quelle: PC Games Nicht minder abgefahren ist Tommys Fähigkeit, seinen Körper zu verlassen und als Indianergeist durch die Levels zu flitzen. Als unsichtbarer Dunst kann Tommy nämlich magische Brücken überqueren, Schalter betätigen und Gegner unbemerkt mit seinem Geisterbogen ausschalten. Ganz nebenbei ist Tommy dadurch unsterblich, denn wenn er ins Gras beißt, müssen wir keinen Checkpoint laden. Stattdessen landet Tommy in einer Geister­ebene, wo er nur ein paar blaue und rote Viecher abschießen muss - nach ein paar Sekunden kehrt er dann mit frisch getankter Energie genau an die Stelle zurück, an der er zuvor den Löffel abgab. Eine originelle Idee, die aber auch ein Problem mit sich bringt: Prey gerät dadurch zum Kinderspiel, eine Herausforderung bietet das Spiel nie!

    Das Gleiche trifft auch auf die vielen Puzzles zu, die wir in Prey lösen. Beispielweise parken wir Tommys Körper einfach kopfüber hängend an einer Magnetplattform, wechseln dann in die Geisteransicht und betätigen einen Schalter, der die Plattform mitsamt Körper ans Ziel bewegt. Rätsel wie diese sind originell und lockern die Action prima auf, richtig knifflig wird's aber leider zu keinem Zeitpunkt.

    Lahme Flüge, grandiose Musik

    Prey ist vollgestopft mit denkwürdigen Szenen. Hier blicken wir erstmals auf die Erde. Prey ist vollgestopft mit denkwürdigen Szenen. Hier blicken wir erstmals auf die Erde. Quelle: PC Games Die schwächsten Abschnitte von Prey sind die, in denen Tommy in ein kleines Fluggerät steigt, um damit weitere Teile der kugelrunden Alien-Sphäre zu erkunden. Die Steuerung reagiert zwar einwandfrei, doch auf Dauer werden die langen Erkundungsflüge und simplen Ballerabschnitte einfach zu eintönig. Dabei ist Prey abseits der Flugszenen alles andere als öde! Wenn Tommy das Schiff zu Fuß erkundet, überrascht Prey nämlich mit aufwendigen Skript-Ereignissen. Etwa wenn ein entführtes Flugzeug vor unseren Augen eine Notlandung hinlegt. Oder wenn Tommy nichtsahnend durch ein Portal marschiert und sich plötzlich auf Insektengröße geschrumpft auf einer Gesteinskugel wiederfindet.

    Wo kann ich Prey kaufen?
    Ärgerlich: Prey (2006) wird heutzutage weder über Steam noch GOG angeboten. Man kann sich höchstens eine gebrauchte DVD-Version kaufen. Von der lässt sich immerhin der CD-Key auch auf Steam aktivieren.

    Läuft das überhaupt noch? 
    Prey lief in unserem Praxistest unter Windows 10 problemlos. Um die Auflösung von 1920x1080 Pixeln einzustellen, muss man sich aber eines Tricks behelfen: Im Installationspfad \Prey\base muss man die Datei preyconfig.cfg per Texteditor öffnen (Achtung: Vorher eine Sicherungskopie anlegen!) und folgende Zeilen suchen: seta r_customHeight, seta r_customWidth und seta r_mode. Ändert diese Einträge wie folgt ab:

    seta r_customHeight „1080“ 
    seta r_customWidth „1920“ 
    seta r_mode „-1“


    Nun müsst ihr die Datei nur noch speichern. Fertig!
    Ziemlich daneben ist dagegen der Moment, in dem wir erleben müssen, wie Schulkinder vor unseren Augen zerfetzt und aufgespießt werden. Dabei hätte Prey solche Grausamkeiten gar nicht nötig - seine besten Momente sind nämlich nicht die, in denen das Blut spritzt, sondern die, in denen sich die ernste Story entfaltet. Momente wie jener, in dem Tommy die Wahrheit über die Aliens und ihren uralten Plan erfährt. Und die Momente, in denen die fantastische Musik voll zum Tragen kommt: Der orchestrale, hochdramatische Soundtrack aus der Feder von Jeremy Soule (unter anderem The Elder Scrolls 5: Skyrim, Guild Wars) sorgt regelmäßig für Gänsehaut-Momente und heizt uns vor allem während der knackigen Schießereien kräftig ein!

    Abgefahren von A bis Z

    Auch das Gegnerdesign von Prey ist alles andere als langweilig: Neben cool umgesetzten Alien-Soldaten bekämpfen wir beispielsweise auch halbmechanische Riesenspinnen, die flink in Fleischtunneln verschwinden und so unbemerkt hinter uns gelangen. Oder wir bekommen es mit einer blitzschnellen Mixtur aus Mensch und Alien-Mutation zu tun, die uns mit einem riesigen Stachel zusetzt, der aus ihrer Schulter wächst.

    Gegner haben in Prey viele Angriffsmuster drauf und sind dadurch nur schwer berechenbar. Gegner haben in Prey viele Angriffsmuster drauf und sind dadurch nur schwer berechenbar. Quelle: PC Games Um den Ekelpaketen ordentlich einzuheizen, verfügt Tommy über ein kleines, aber umso mächtigeres Waffenarsenal: Schon unsere Standardwumme ist beispielsweise ein fleischiges Schnellfeuergewehr mit hoher Reichweite und Scharfschützenmodus. Handgranaten erhalten wir dagegen in Form explosiver Käfer, denen wir einfach ein zappeliges Bein ausreißen, das wir dann auf unsere Gegner werfen. Besonders cool ist aber die Wurmkanone: Die laden wir nämlich an verschiedenen Energiequellen auf und nutzen sie so als Gefrierstrahler, Plasmagewehr, Elektroschocker oder als Beamwaffe.

    Auf und wieder bergab: Wie es nach dem Erfolg von Prey (2006) weiter ging und wie Bethesda die Marke im nächsten Jahr wiederbeleben will, lest ihr auf der nächsten Seite.

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Kaum vorstellbar, aber wahr: Die Marke Prey existiert schon seit über 20 Jahren, kann bislang aber nur einen echten Erfolg für sich verbuchen! Wir blicken zurück auf eine vom Pech verfolgte Serie, die 1995 ihren Anfang nahm.
http://www.gamesaktuell.de/Prey-Spiel-28425/Specials/Shooter-Replay-Rueckblick-1208586/
25.09.2016
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