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  • Das Beste dieser Generation - Teil 3: Heavy Rain - Der interaktive Film als Kunstform

    Mit Heavy Rain überraschten David Cage und die Entwickler von Quantic Dream im Jahre 2010 die Spielerschaft. Viele taten sich schwer, den Titel überhaupt als Spiel zu verstehen. Mit seiner intensiven Geschichte und dem eher marginal vorhandenen Gameplay versuchte der interaktive Film die Emotionen der Spieler anzusprechen. Heavy Rain war zwar keine Revolution, aber immerhin eine deutliche Überraschung, die wir selten genug erleben. Daher verdient sich das Abenteuer auch seinen Platz in unserer Artikelreihe "Das Beste dieser Generation".

    Creative Director David Cage hat eine andere Herangehensweise an das Medium Spiel, als viele seiner Kollegen. Erst in diesem Jahr hat er das mit Beyond: Two Souls erneut unter Beweis gestellt, wodurch die Meinungen von Spielern und Kritikern einmal mehr gespalten ausgefallen sind. Auch bei Heavy Rain stellte sich die Frage, ob es sich bei dem Titel überhaupt noch um ein Spiel handelt. Gameplay spielt für den Franzosen Cage keine große Rolle, ihm kommt es auf eine nachhaltig beeinflussbare Thriller-Story, eine cineastische Atmosphäre und denkwürdige Charaktere an. Ein Ziel, das er mit seinen Titeln bisher in jedem Fall erreicht hat.

    Auch Play3-Tester Thorsten Küchler tat sich schwer, Heavy Rain richtig einzuordnen. "Selten zuvor fiel es mir so schwer, eine Wertung unter ein Produkt zu schreiben. Heavy Rain ist zu speziell, zu neu und zu exotisch, um es in enge Zahlenraster zu zwängen", so sein Fazit. Die internationale Presse zeigte sich zu großen Teilen mehr als begeistert vom Spiel. "Es beginnt langsam, die Präsentation ist nicht perfekt, aber die Charakterentwicklung, Dialoge und Story-Twists werden euch süchtig machen, wie es wenige Spiele können", lautet unter anderem das Fazit des Testers von ign.com.

    Die Jagd nach dem Origami-Killer

    Wie weit würdest du gehen, um jemanden zu retten, den du liebst? Wie weit würdest du gehen, um jemanden zu retten, den du liebst? Quelle: Quantic Dream "Die wahre Aussage des Spiels ist, wie weit man bereit ist zu gehen, um jemanden zu retten, den man liebt", so fasst David Cage selbst die Kernaussage von Heavy Rain zusammen. Grundlage der Geschichte ist die Mordserie an Jungen, die immer im Herbst ertränkt aufgefunden werden. Als Markenzeichen hinterlässt der Mörder stets ein Orchidee auf der Brust und eine Origami-Figur in der Hand des Opfers. Daher wird der Täter auch als der Origami-Killer bezeichnet. Als Spieler übernehmt ihr immer wieder im Wechsel die Rolle von vier verschiedenen Charakteren, die auf unterschiedlichste Weise mit dem Fall zu tun haben.

    Da wäre zum einen der Architekt Ethan Mars, dessen Sohn Shaun vom Origami-Killer entführt wurde und das nächstes Opfer zu werden droht. Die Fotojournalistin Madison Page hat beruflich mit dem Fall zu tun und lernt auf diese Weise Ethan kennen. Für die Ermittlungsbehörden seid ihr mit FBI-Profiler Norman Jayden unterwegs und greift dabei auf High-Tech-Ausrüstung zurück. Bodenständiger ermittelt dagegen der Privatdedektiv Scott Shelby, der im Auftrag der Familien der bisherigen Opfer eigene Ermittlungen durchführt.

    Ein Film, dessen Details der Spieler verändern kann

    Journalistin Madison Page. Journalistin Madison Page. Quelle: videogameszone.de Vor diesem Hintergrund erzählt David Cage seine Geschichte und nichts anderes steht in Heavy Rain im Fokus. In einem eng gesteckten Rahmen könnt ihr mit der Umgebung interagieren, euch mit anderen Charakteren unterhalten und die Gedanken der Spielfigur zur aktuellen Situation erforschen. Sobald es etwas rasanter zugeht, müsst ihr in Quick Time Events auf Situationen reagieren. Alle Interaktionsmöglichkeiten haben nicht sonderlich viel Tiefgang, wirken sich jedoch in gewissen Nuancen auf das weitere Spielgeschehen aus. Vergesst ihr zum Beispiel als Ethan eurem Sohn Abendessen zu machen, mündet das später im Spiel in einem negativen Kommentar.

    Aber auch das große Gesamtbild des Spiels wird von euren Handlungen beeinflusst. So können falsche Aktionen dazu führen, dass eure Protagonisten sterben. Ihr habt dann jedoch weiterhin die Chance den Fall mit Hilfe der anderen Figuren erfolgreich zu lösen. Entsprechend führt die Handlung zu unterschiedlichen Endsequenzen mit positiven und weniger positiven Abschlüssen der Handlung. In dieser Hinsicht ist das Medium Spiel dem Film voraus und daher ist Heavy Rain auch mehr als nur cineastischer Hochgenuss. Mit den Abzweigungen der Handlung animiert der Titel dazu, das Abenteuer wiederholt anzugehen und mit dem gewonnen Wissen einen neuen Verlauf der Handlung herbeizuführen.

    Spiele wie Heavy Rain - und auch der Nachfolger im Geiste Beyond: Two Souls - werden wohl immer die Spielerschaft spalten und zur Diskussion über den offensichtlichen Mangel an Gameplay anregen. Für alle, die sich jedoch von vornherein auf diese Bedingungen einlassen, wartet eine spannende und emotionale Reise, die den Spieler mit den handelnden Figuren mitfiebern lässt. David Cage beweist mit Heavy Rain, dass Videospiele wesentlich vielseitigere Geschichtenerzähler sind, als man es dem Medium allgemein zugesteht. Allein aus diesem Grund gehört die Geschichte um den Origami-Killer zu den herausragenden Titeln dieser Generation und sollte in keinem Regal eines Spielefans fehlen.

    Infos zum Spiel

     - 2011/05/Platz_32_-_Heavy_Rain__Quantic_Dream__SCEA__2010__-_Cover.jpgEntwickler: Quantic Dream
    Publisher: Sony
    Creative Director: David Cage
    Musik: Normand Corbeil
    Release: 26. Februar 2010
    Genre: Interaktiver Film
    Spielmodi: Singleplayer
    Plattformen: PS3
    Engine: Quantic Dream Engine
    USK: Ab 16 Jahren
    Play3-Wertung: 87
    Metacritic: 87
    Userscrore: 7,4
     

    Das Beste dieser Generation - Überblick

    Teil 1: Ein Rückblick auf das PS3- und Xbox 360-Zeitalter
    Teil 2: Bioshock Infinite - Story-Meisterwerk mit fantastischen Charakteren
    Teil 3: Heavy Rain - Der interaktive Film als Kunstform

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Das Beste dieser Generation - Teil 3: Heavy Rain - Der interaktive Film als Kunstform
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14.11.2013
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