Review: Overlord

Test Sascha Adermann

Welche Vorteile bringt es, sich im Umgang mit Menschen, Elfen und Schafen mal nicht von seiner Schokoladenseite zu zeigen?

Wein, Weib und Gesang

»Die Elfen sind ein faules Volk«. Die beiden Geisterwesen verlangen von Ihnen die Beseitigung zweier bluttrünstiger Bluthörner, bevor Sie passieren dürfen. »Die Elfen sind ein faules Volk«. Die beiden Geisterwesen verlangen von Ihnen die Beseitigung zweier bluttrünstiger Bluthörner, bevor Sie passieren dürfen. Fast. Denn leider sind selbst die Speichellecker mit dem skurrilen Erscheinungsbild nicht grundsätzlich unfehlbar. Beispielsweise lenken Alkohol oder Musik die Biester nachhaltig ab. Beispiel: Beim Überfall einer Hobbit-Feier macht Ihnen der Dorfmusikant beinahe einen Strich durch die Rechnung. Kaum hören Ihre Schergen die Klänge der Geige, beginnen sie hemmungslos zu tanzen.

Um die Kontrolle über Ihre buckligen Begleiter zurück zu gewinnen, machen Sie dem Geiger den Garaus. Gut, dass man als Overlord auch selbst kräftig mit dem Streitkolben austeilen kann. Schlecht, dass wir den auf einem Tisch stehenden Barden mehrfach partout nicht treffen und in der Zwischenzeit unseren tanzenden Langohren der Garaus gemacht wird. Als wir mit neuen Helfern an den Ort der Feier zurückkehren, spielt der Geiger zwar noch, aber unsere Schergen ignorieren ihn. Bis zum Rand mit Met gefüllte Krüge reißen sich die Schergen übrigens immer wieder gerne unter den Nagel.

Erz-Freund

Glücklicherweise schnappen sich die karneval-erprobten Kampftrinker auch Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Die Helme von Halblingen und die Hörner besiegter Ex-Einhörner stehen den Schergen nicht nur ausgezeichnet, solche Upgrades machen die Truppe gleichwohl schlagkräftiger. Die Waffen für Ihren Overlord liegen unterdessen nicht einfach am Wegesrand. Wenn Sie den Wunsch nach mächtigeren Äxten oder stärkeren Rüstungen und Helmen hegen, müssen Sie selbst tätig werden. Dafür benötigen Sie jedoch zunächst eine Schmiede.

Schlachtvieh für besseres Kriegsgerät

Neulich im Dunkelwald. Elfengott Oberon wird von einem magischen Baum umwuchert. Als Overlord ist es Ihre Pflicht, den faulen Herrscher zu erlösen. Neulich im Dunkelwald. Elfengott Oberon wird von einem magischen Baum umwuchert. Als Overlord ist es Ihre Pflicht, den faulen Herrscher zu erlösen. Die Herstellung von nützlichen Waffen und Equipment erleichtert Ihnen Ihren kriegerischen Arbeitsalltag dauerhaft. Fabrikneue Gegenstände kosten Gold, das Kampfwerkzeug kann aber zudem durch die Beigabe von Schergen-Opfern aufgewertet werden. Werfen Sie einen roten Feuer-Fachmann mit in die Flammen, ist der Schutzpanzer feuerresistent. Eine derart getunte Axt richtet Feuerschäden an.

Die Sache hat jedoch einen Haken: Die »Preise« für derartige Unikate sind fast schon als unanständig zu bezeichnen. Hunderte Ihrer Helfer sind erforderlich, um einen ordentlichen Wirkungsgrad zu erzielen. So viele Schafe zu schlachten dauert seine Zeit. Immerhin lassen sich Orte, an denen Lämmer grasen, beliebig oft aufsuchen. Doch auf Dauer ist die Sammelei etwas zäh und nervig. Ihre Schergen sind übrigens nicht nur im Schmelzofen nützliche und gern gesehene Opfergaben. Wenn Sie Ihre Gefolgschaft an einem roten Altar opfern, füllt sich Ihre Lebensenergie, ein blauer Altar gibt Ihnen wiederum Mana zurück.

Entdecke die Möglichkeiten

Erwartungsgemäß lassen sich nicht nur Ausrüstungsgegenstände verbessern. Auch die Lebensenergie und das Magiepotenzial des dunklen Herrschers steigern Sie im Laufe des Abenteuers. Die Erweiterung Ihrer Macht gelingt durch die Wiederbeschaffung diverser Anbauteile für Ihren Burgfried. Diese finden Sie erst im Zuge Ihrer Aufträge wieder, da die Objekte seit der Entmachtung Ihres Vorgängers in der ganzen Welt verstreut sind. Eine Kraftquelle hier, ein Baukran da -- fertig ist der Feua-Zauba. Je mehr Turm-Elemente Sie auftreiben, desto mehr Räume werden geöffnet. Diese eröffnen Ihnen nach und nach ganz neue Möglichkeiten.

In der Arena kämpfen Sie nach Wunsch gegen die verschiedenen Gegner, die Sie bereits besiegt haben -- zum Spaß! Haben Sie sich eine Mätresse »besorgt«, dürfen Sie Ihren Turm innenarchitektonisch kräftig aufpolieren. Ein schnieker Thron hier, wehrhafte Palisaden da, der obligatorische rote Teppich noch dazu. Dies und vieles mehr lässt sich mit ausreichend Golddukaten erwerben.

Mehr für den Spieler

Die Quests sind nicht außergewöhnlich einfallsreich, aber lustig. Mal müssen Sie den mit einem Baum verwachsenen Elfengott Oberon töten, mal einen fetten Riesenhobbit besiegen und dessen enorme Essensvorräte beschlagnahmen. Entweder Sie überlassen den hungernden und unterdrückten Bauern die Beute, oder Sie behalten die Naturalien. Zeigen Sie sich gnädig, sind Ihnen die Menschen dankbar und die Schafe gedeihen prächtig. Verhalten Sie sich wiederum böse, steigt Ihre »Verderbtheit« und die Leute mosern rum. Am Ende des Spiels fließt der Grad der »Verderbtheit« in die Gesamtbewertung ein.

Wer gerne online seine Kräfte misst, wird jedoch nicht restlos glücklich sein. Lediglich zwei Modi laden zum Verweilen ein. Ein Modus hat das gemeinsame Überleben zum Ziel, zwei Spielvarianten fordern den Sieg gegen den Konkurrenten. Bei der Plünderung gilt es, möglichst fette Beute zu machen. Bei der Schlacht siegt der, der den anderen Overlord in die Pfanne haut. Leider erwies sich unsere Testversion als extrem instabil und stürzte in allen Modi wiederholt ab. Wir haben uns entschlossen, mit der Bewertung des OnlineModus zu warten, bis uns die fertige Verkaufsversion erreicht. Eine Multiplayerwertung wäre dem ansonsten prächtigen Fürst der Finsternis unserer Meinung nach nicht angemessen. Die endgültige Bewertung finden Sie daher tages-aktuell auf Cynamite.de.

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