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Overlord (PC)

Release:
13.03.2009
Genre:
Action
Publisher:
Codemasters

Preview: Overlord

01.06.2005 18:00 Uhr
|
Neu
|
Was macht noch mehr Spaß, als eine Schreckensherrschaft zu beenden? Klar: eine Schreckensherrschaft wieder aufleben zu lassen!

Das obligatorische Menschendorf. Die Zahl über dem Licht gibt an, wie viele Minions Sie in Reserve haben. Das obligatorische Menschendorf. Die Zahl über dem Licht gibt an, wie viele Minions Sie in Reserve haben. Codemasters macht Ihnen ein reizvolles, ja geradezu einmaliges Angebot: Als Wiedergeburt eines bösen, einstmals mächtigen Herrschers erwachen Sie in den -- augenscheinlich -- von Spinnweben zusammengehaltenen Katakomben Ihres ehemals prächtigen Turmes zu neuem Leben. Einstmals mächtig, ehemals prächtig? Leider ja, denn eine Allianz verschiedener Völker wie Halblinge und Elfen machte Ihrem vorigen Ich den Garaus, zerstörte Ihren repräsentativen Regierungssitz und brachte den Völkern durch Beendigung Ihrer Regentschaft Frieden -- Nachtigall der Ringe, ick hör dir trapsen.

Allerdings nur vorübergehend. Denn inzwischen sehnen sich die armen Menschen nach ihrem entthronten Fürchtegott, weil Halblinge und Konsorten ihre Macht mittlerweile ebenfalls missbrauchen. Also frisch wieder auferstanden und die Welt aufs Neue unterjocht, natürlich zum Wohle der Menschheit. Wäre ja auch langweilig, sich gleich ins gemachte Nest zu setzen.

Allein gegen die Welt


Gleichwohl ist der erste grafische Eindruck ganz und gar nicht eintönig. Im Gegenteil, die extrem liebevolle Gestaltung kleinster Objekte und die beachtliche Detailfülle verwöhnen beim Probespielen unsere Augen. Dank beeindruckender Lichteffekte und stimmungsvoller Farbfilter ließe es sich inmitten von Flora und Fauna selbst in totaler Isolation glücklich aushalten.

Hmm, lange nicht aufgeräumt. Objekte für Ihren Turm treiben Sie in Missionen auf. Hmm, lange nicht aufgeräumt. Objekte für Ihren Turm treiben Sie in Missionen auf. Zum Glück sind Sie bei der Umsetzung Ihrer wirklich wichtigen Ziele nicht vollends auf sich allein gestellt. Schließlich haben Sie nach Ihrem langjährigen Aufenthalt im Fegefeuer immer noch einen sehr guten Draht nach ganz unten. Als alter und neuer Overlord besitzen Sie nämlich die Gabe, sich kleine Helfer heraufzubeschwören, die Ihnen tatkräftig zur Seite stehen. Die Steuerung der Biester übernehmen Sie per Maus. Süße Schäflein reißen, pralle Prachternten vernichten, baufällige Bauernhäuser einstampfen und habgierige Halblinge vermöbeln gehört zum Standard-Repertoire dieser (in der uns vorliegenden englischen Version) »Minions« genannten Brut. Evolutionstechnisch irgendwo zwischen Gollum, Gremlin und Primat angesiedelt, zeichnen sich diese Kreaturen nicht nur durch ihre befremdlich wirkende Physiognomie, sondern auch durch unbedingten Gehorsam aus. Kaum eine Schandtat, die von den langohrigen und spitzzahnigen Rundrücken nicht mit einem freudigen Jauchzen, ohne Widerwillen und ohne große Verzögerung ausgeführt wird.

Farblehre der Finsternis


DA! Die gesammelte Life-Force kommt frei Haus. DA! Die gesammelte Life-Force kommt frei Haus. Doch Minion ist nicht gleich Minion. Es gibt sie in Braun, Rot, Grün und Blau. Während die braunen Viecher die Klasse der Standard-Kämpfer repräsentieren, sind die roten Monster dem Element des Feuers sehr angetan. Die grünen Untiere sind besonders effektive Meuchelmörder, die ihre (also auch Ihre) Gegner vergiften. Die blauen Minions wiederum verfügen über spezielle Heilkräfte, können als einzige Farbgattung schwimmen und erreichen damit Orte, die anderen Mini-Monstern vorenthalten bleiben. Es klingt skandalös, aber manche Stellen sind selbst für einen mächtigen Overlord nicht zu erreichen. Daraus ergeben sich beinahe taktische Elemente, die es bei der Bewältigung der Missionen zu berücksichtigen gilt.

Im Vordergrund steht freilich eher die Mischung aus Abenteuer, Action und bitterbösem Humor. Insbesondere die erstklassige, (noch ausschließlich) englische Sprachausgabe ist rundum gelungen. Kaum ein Kommentar, kaum eine Zwischensequenz, die nicht zum dezenten Schenkelklopfen animiert. So zum Beispiel der Hofnarr in Ihrem Turm, der Sie unentwegt mit obskuren Titeln und ominösen Auszeichnungen anpreist. Dank toller Betonung und lustigen Akzenten werden Sie sehr schnell in die Story hineingesogen. Eine deutsche Vertonung ist nach Herstellerangaben bereits in Arbeit, die erstklassigen englischen Originalstimmen sollen aber auch in der finalen deutschen Version auswählbar sein -- das ist vorbildlich!

Jäger und Sammler


Am roten Altar opfern wir Minions für neue Energie. Am roten Altar opfern wir Minions für neue Energie. Zur Hauptbeschäftigung des Overlord gehört indes natürlich nicht nur das Jagen von Schafen, Halblingen und Elfen, sondern auch das damit verbundene Sammeln der so genannten Lifeforce. Sobald Sie ein Lebewesen in die ewigen Jagdgründe geschickt haben, bleibt dessen Kraft als gelbes Leuchten zurück und lässt sich praktischerweise einsammeln. Im Gegenzug nutzen Sie dieses Element, um an mystischen Verbindungsstellen immer mehr Minions heraufzubeschwören. Zwar ist Ihre Macht anfangs zu schwach, um mehr als fünf dieser hüfthohen Meuchel-Monster zu kontrollieren. Aber mit steigender Erfahrung wächst Ihre Armee affenähnlicher Ausgeburten auf sage und schreibe 50 an der Zahl. Hin und wieder begegnen Ihnen zwei Arten Altare. Der rote Altar empfängt Minions-Opfer und gibt Ihnen dafür Lebensenergie zurück. Der blaue Altar belohnt jede Darbringung mit aufgefrischter Magie.

Es brennt im Kornfeld


Am blauen Altar opfern wir Minions für neues Mana. Am blauen Altar opfern wir Minions für neues Mana. Doch gibt es selbstverständlich noch andere wichtige Dinge. Da Ihr Turm zu Beginn des Spiels eher einem akuten Abrissprojekt denn einem pompösen Palast ähnelt, muss zudem an der Wiederherstellung der Bausubstanz gearbeitet werden. Kraftquelle und Kran sind nur zwei der kryptischen Modifikationen, die es in Missionen zu beschaffen gilt. Je weiter Sie Ihr trautes Heim aufrüsten, desto mehr nützliche Fertigkeiten wie Feuerzauber erhalten Sie.

Letztlich ist fraglich, ob die hierzulande angestrebte Freigabe ab 16 Jahren angesichts im Kornfeld brennender Hobbits durchkommt. Zwar verzichtet das Spiel auf blutige Metzelorgien, manche Stellen sind aber doch derbe.

Sascha Adermann
Gast

01.06.2005 18:00 Uhr
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