Onimusha: Dawn of Dreams

Test

Fünf Freunde gegen garstige Genma: Capcoms blutgierige Dämonenbrut fällt zum nunmehr vierten Mal munter mordend über die PS2 her!

E igentlich hätte die "Onimusha"-Trilogie mit dem Tod des Despoten Lord Nobunaga in "Demon Siege" ihren krönenden Abschluss finden sollen. Glücklicherweise fiel den Dramaturgen von Capcom aber ein oscarverdächtiger Story-Kunstgriff ein, und so kann die Action-Saga weitergehen: Wenn der alte Oberschurke tot ist, warum nicht einfach einen neuen Griesgram erschaffen, der das unheilvolle Werk seines Vorgängers weiterführt? Story: Hideyoshi nennt sich der frisch gebackene Fiesling, dessen Ziel -- ganz bescheiden -- die Weltherrschaft darstellt. Um dem Fernost-Freak samt seinen ruchlosen Genma-Truppen das Handwerk zu legen, ziehen fünf mutige Recken durchs monsterverseuchte Japan des späten 16. Jahrhunderts. Anführer der Truppe ist Soki, ein noch junger, aber kampferprobter Samurai. Zu dem Schwertkünstler gesellen sich Ninja-Mädel Jubei, Lanzen-Mönch Tenkai, Eisenfaust Roberto und Gewehr-Grazie Ohatsu.

Spiel: Im Gegensatz zu den Vorgängern ist "Dawn of Dreams" missionsartig aufgebaut. Vom Basislager aus starten Sie zu insgesamt 17 Einsätzen, die Sie von feudalen Nippon-Dörfern über verregnete Friedhofslandschaften bis hin zu labyrinthartigen Höhlensystemen führen. Während der Missionen herrscht in guter alter "Onimusha"-Tradition das Kriegsrecht. Kleine Puzzles und harmlose Schlüssel-Schloss-Rätsel sind also eher selten. Meist schnetzeln Sie sich mittels Dutzender verschiedener Angriffsvarianten durch Horden von Skelett-Kriegern, gigantischen Axt-Trollen und Säure spuckenden Gammel-Ghoulen.

An der Seite von Hauptheld Soki steht dabei meist einer der Kumpane. Wahlweise geben Sie diesem mit dem Digi-Kreuz rudimentäre Befehle wie "Deckung!" oder "Auf sie mit Gebrüll!" oder Sie schlüpfen auf Knopfdruck einfach direkt in die Haut des Mitstreiters. Fleißige Monstermetzger werden üppig belohnt: Zig Waffen pro Kämpfer, individuelle Spezialmanöver und ein für "Onimusha"-Verhältnisse komplexer Charakteraufbau verleihen "Dawn of Dreams" eine spürbare Rollenspiel-Schlagseite.

Fazit: "Dawn of Dreams" spielt sich genauso leichtgängig wie die Vorgänger, bietet dank des coolen Buddy-Konzepts und massig Auflevel-Arbeit aber mehr Tiefgang. Optisch ziehen die Japaner mit wunderbar widerlichen Monsterkreationen, malerischen Kulissen und fetten Spezialeffekten ebenfalls alle Register. Kurzum: Wer auf stylishe Nahkampfaction steht, wird hier trefflich bedient.GÄ

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