Okamiden für DS: Leser-Test von corotex
Die Grafik ist für DS Verhältnisse durchaus ansehlich
Wer sich auf Okami einließ, bekam ein künstlerisch angehauchtes Action-Adventure im Japan-Stil präsentiert, das es versteht, die Spieler in seinen Bann zu ziehen. Am 18. März 2011 ist nun der Nachfolger Okamiden für Nintendo DS auch hierzulande erschienen, allerdings nur auf Englisch.
Okamiden ist, wie sein Vorgänger, ein Action-Adventure, das sich an einigen Stellen den Genrekollegen Zelda als Vorbild genommen hat, was erfahrenen Abenteurern schnell auffallen wird. Der Grafikstil, eine Mischung aus Cel-Shading-Look und japanischer Zeichenkunst, sowie die Soundkulisse wurden von Okami übernommen und an den DS angepasst, der bei der Darstellung von großen Arealen ab und zu an seine Grenzen stößt.
Die Story spielt in Nippon, einer früheren Ausführung Japans, neun Monate nach den Ereignissen in Okami. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Chibiterasu, einem jungen Wolf und Sohn von Amaterasu, der Sonnengöttin und Heldin des ersten Teils. Nachdem seine Mutter das Land von Dämonen befreit und sich auf die göttliche Ebene zurückgezogen hatte, ist es nun Chibis Aufgabe, die zurückgekehrten Monster zu besiegen und den Frieden Nippons wiederherzustellen. Dies geschieht indem der Fluch nach und nach von verschiedenen Regionen genommen wird. Von Küstengegenden über kleine Bergdörfer und weite Ebenen bis zur Großstadt ist alles dabei, sodass für genug Abwechslung gesorgt ist.
Im überwiegenden Teil des Spiels begleitet euch ein Partner, der auf Chibis Rücken reitet und euch bei Rätseln und Kämpfen unterstützt. Im Laufe der Geschichte trifft man auf verschiedene Gefährten, die jeweils eigene Spezialfähigkeiten und Eigenschaften haben. So kann Kuni, der auf dem Cover zu sehen ist, mit seinem Holzschwert Felsen spalten, während spätere Begleiter sich unter anderem im Wasser fortbewegen können oder Magie beherrschen. Okamiden verbindet, wie bereits sein Vorgänger, Gaming mit Kunst. Abgesehen vom Grafikstil, der aussieht, als sei er mit Pinsel und Tinte gemalt, ist genau dies auch ein wichtiges Element des Gameplays: Um die Mächte der Götter zu nutzen, zeichnet der Spieler etwa eine Bombe auf den Touchscreen, die Chibiterasu mit dem "göttlichen Pinsel" Wirklichkeit werden lässt. So lassen sich Felsen zerstören und Feuer, Wasser und Blitze manipulieren um Gegner bekämpfen und Dungeons zu durchqueren.
Der zweite Teil der Serie erscheint für den Nintendo DS
Diese sind gespickt mit Fallen und Rätseln, die es zu überwinden gilt. Außerdem gilt es, die verschiedensten Dämonen zu bekämpfen, um am Ende des jeweiligen Ortes einen Boss zu besiegen. Sowohl bei den Rätselpassagen als auch bei Kämpfen müssen die Eigenheiten des jeweiligen Partners genutzt werden um im Spielverlauf voranzukommen. Ihr steuert euren Begleiter indirekt, indem ihr beispielsweise eine Linie von ihm zu einem Schalter zeichnet, der er folgt und schließlich den Schalter aktiviert. Dieses System erinnert an ähnliche Passagen in den Zelda-Ablegern für DS und funktioniert wie auch dort wunderbar.
Die Kämpfe in Okamiden funktionieren wie in Okami, mit dem Unterschied, dass der Partner mikämpft und man seine Eigenschaften nutzen kann. Dabei spielt sich jeder Kampf in einer Art Arena ab, in der die Gegner mit verschiedenen Waffen und Pinseltechniken angegriffen werden können, wobei einige Dämonen nur auf bestimmte Wege besiegt werden können.
Insgesamt ist Okamiden eine gelungene, sehr abwechslungsreiche Fortsetzung eines der bestenWii-Abenteuer, das sehr ausgefallen daherkommt und einen stundenlang mit seinem Charme fesselt. Als einzige Kritikpunkte bleiben eine stellenweise unpraktische Kameraführung und eine teilweise etwas oberflächliche Story, weswegen der DS-Nachfolger knapp hinter dem Wii-Erstling Okami zurückbleibt. Okamiden ist somit eines der besten Adventures auf dem DS, das viele Parallelen zu den DS-Zeldas aufweist und sich ähnlich gut spielt,weshalb es ein sehr gutes Game geworden ist, das jedoch vermutlich, wie der Vorgänger, eher ein Geheim-Tipp bleiben wird.
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