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  • No Mans Sky Test: Logbuch des Captains - enttäuschende Erkundungstour

    [b]So nah und doch so fern: [/b]
Je näher ihr der Planetenoberfläche kommt, desto langsamer fliegt euer Raumschiff. Von hier aus könnt ihr mit eurem Laser nichts abbauen. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Wer hoch fliegt, der fällt unter Umständen tief. No Man's Sky versengt sich die Federn auf dem Weg von Anspruch zu Wirklichkeit.

    Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit. Dementsprechend verständlich, dass bei vielen zunächst begeisterten Spielern die Gefühle gegenüber No Man's Sky zwischen diesen beiden Emotionen oszillieren. Auf die Dauer gewinnt allerdings - wie so oft - die dunkle Seite, weshalb nach einem sehr erfolgreichen Verkaufsstart von Sean Murrays ambitioniertem Projekt bald ein Shitstorm tobte - angeblich falsche Versprechungen, technische Mängel, fehlende Features und keinerlei Langzeitmotivation lauteten die Vorwürfe. Sony und Steam sahen sich sogar gezwungen, die Rückgabebedingungen zu lockern. Aber was ist dran an der Entrüstung? Im Langzeittest haben wir dem verhinderten Indie-Liebling auf den Zahn gefühlt. Unlogisch: 
Im All wiederum erntet ihr ohne Probleme Rohstoffe, indem ihr auf Meteoriten ballert. Der Treibstoff Thamium-9 ist hier massenhaft zu finden. (PS4) Unlogisch: Im All wiederum erntet ihr ohne Probleme Rohstoffe, indem ihr auf Meteoriten ballert. Der Treibstoff Thamium-9 ist hier massenhaft zu finden. (PS4) Quelle: Games Aktuell Sehr erfreut: 
Die drei Alien-Völker basieren auf typischen Klischees. Es gibt die Händlerrasse (hier im Bild), künstliche Maschinenwesen und stolze Krieger. (PS4) Sehr erfreut: Die drei Alien-Völker basieren auf typischen Klischees. Es gibt die Händlerrasse (hier im Bild), künstliche Maschinenwesen und stolze Krieger. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Ein kleiner Schritt

    Die ersten Stunden von No Man's Sky fühlen sich großartig an - vorausgesetzt, ihr spielt die PS4-Fassung, denn die PC-Version hängt sich manchmal sofort nach dem Startbildschirm auf. Der erste Planet jedenfalls, auf dem man eine Bruchlandung hinlegt, lockt mit unzähligen Fragezeichen am Horizont, zu denen man bereitwillig stiefelt. Dort findet man verlassene Gebäude, Alien-Handelsstationen, Funkmasten, Monolithen und Ressourcenlager. Zwischendrin baut man Gold, Kohlenstoff, Plutonium und mehr ab und lädt Entdeckungen hoch, denen man eigene Namen verleihen darf. Als Dankeschön erhaltet ihr Credits, die Währung im Spiel, und das Wissen, dass ihr irgendein Mineral oder Vieh benannt habt. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemals ein anderer Spieler eure Entdeckung zu Gesicht bekommt, ist nämlich extrem gering.

    Nachdem man den Gleiter repariert und den Startplaneten hinter sich gelassen hat, steht das ganze Universum zur Erforschung offen, zumindest theoretisch. Um zu weiter entfernten Systemen zu springen, benötigt man verschiedene Antriebssystemerweiterungen für das Raumschiff, und um die zu bauen, braucht man nicht nur entsprechende Ressourcen, sondern auch die Baupläne. Ab diesem Punkt wird den meisten klar, dass es um den Abwechslungsreichtum in No Man's Sky schlecht bestellt ist.

    Da es keinen Mehrspielermodus gibt, man also nicht mit anderen Raumpionieren handeln kann, muss man sich zum nächsten Planeten aufmachen und dort die benötigten Elemente einsammeln. Oder man kauft den Krempel bei einer Handelsstation in einem der Atlas-Knotenpunkte im All. Das Maschinen-Interface hat aber möglicherweise die gewünschten Stoffe nicht im Angebot - der intergalaktische Handel wirkt in solchen Momenten ziemlich provinziell.

    Idyllisch: 
Der Startplanet wird zufällig bestimmt. Nicht alle sind so prächtig und fruchtbar wie dieser hier. Ausreichend Elemente, um zu fliehen, sind aber immer vorhanden. (PC) Idyllisch: Der Startplanet wird zufällig bestimmt. Nicht alle sind so prächtig und fruchtbar wie dieser hier. Ausreichend Elemente, um zu fliehen, sind aber immer vorhanden. (PC) Quelle: Games Aktuell Auf zu fremden Welten: 
Die hübschen Effekte bei der Hyperantriebsreise zu neuen Planeten machen viel her. Das Warten auf die Ankunft hingegen ist nervig. (PS4) Auf zu fremden Welten: Die hübschen Effekte bei der Hyperantriebsreise zu neuen Planeten machen viel her. Das Warten auf die Ankunft hingegen ist nervig. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Kaltes Weltall

    Die Lust am Entdecken ist eine starke Triebfeder, bewiesen haben das bereits namhafte und erfolgreiche Spiele wie Minecraft und The Elder Scrolls: Skyrim. No Man's Sky möchte aus der gleichen Quelle zapfen, übersieht dabei aber, dass es einen auf Dauer motivierenden Anreiz geben muss, die Gegend - in diesem Fall eine riesige Galaxie - zu durchkämmen. Aus den Rohstoffen, die man sammelt, kann man nur Erweiterungen für Raumschiff, Abbaugerät und Exo-Suit fertigen oder sie verscherbeln. Anders als in Minecraft gibt es kein Crafting-System, bei dem man die Umgebung gestaltet, keinen Unterschlupf, keine Physikeffekte.

    Die Fragezeichen-Spots bieten immer die gleichen zufallsgenerierten Arten von Objekten. Verlassene Wohnkapseln, Funkmasten, Monolithe, Handelsstationen - alleine das Wissen, dass die Stationen mechanisch erzeugt und mit den immer gleichen Interaktionen gefüllt sind, macht rasch eine Menge Faszination zunichte.

    Am meisten hält tatsächlich das Sammeln von Alien-Worten bei Laune, denn dann versteht man nach und nach immer mehr Bruchstücke von deren Hintergrundgeschichte und weiß in Dialogen, was man anbieten muss, um eine Belohnung abzusahnen. Doch auch in dieser Hinsicht bleibt No Man's Sky hinter den Möglichkeiten zurück. Städte, Siedlungen oder Ähnliches findet man nie. Selbst in den gigantischen Atlas-Stationen im All hockt nur ein einziger Außerirdischer.

    Konflikte zwischen den drei Völkern werden in Lore-Einwürfen angedeutet, im Spiel aber haben die Beziehungen unter den Aliens keinerlei Bedeutung - zumal man nie unterschiedliche Völker an einem Ort antrifft. Reist man in ein Sonnensystem, wird dieses stets von nur einer einzigen der drei Rassen bevölkert.

    Den Space-Piraten, die ab und an attackieren, kann man sich nicht anschließen, eine Heimat haben sie anscheinend auch nicht. Ihre Existenz soll wohl nur dafür sorgen, dass man beim Flug durch den Weltraum ab und zu etwas anderes zu tun hat als auf Meteoriten zu ballern. Die Dogfights sind die ersten paar Male recht spannend; genau wie die Auseinandersetzungen mit den mechanischen Sentinels auf den Planetenoberflächen wird das aber bald langweilig.

    Zum Mitnehmen: 
Solche riesigen Goldbestände machen den Finder reich. Das Abbauen ist aber nur etwas für Geduldige. Und hoffentlich ist Platz im Inventar. (PC) Zum Mitnehmen: Solche riesigen Goldbestände machen den Finder reich. Das Abbauen ist aber nur etwas für Geduldige. Und hoffentlich ist Platz im Inventar. (PC) Quelle: Games Aktuell Nicht bissig: 
Füttert die Tierwelt mit Kohlenstoff, dann scheiden die Wesen andere Elemente aus. (PC) Nicht bissig: Füttert die Tierwelt mit Kohlenstoff, dann scheiden die Wesen andere Elemente aus. (PC) Quelle: Games Aktuell

    Sci-Fi-Style

    Türkises Himmelszelt, Türme aus Gold, verschneite Pilzwälder, radioaktive Wüsten - die Landschaft in No Man's Sky ist oft faszinierend anzusehen und fängt durch die extravagante Farbgestaltung die Atmosphäre klassischer Science-Fiction der 1980er ein. Das alleine reicht aber nicht, um die Leidenschaft am Leben zu halten, vor allem, da die Hintergrundgeschichte so kryptisch daherkommt, dass man bald das Interesse verliert. Erreicht man die Mitte des Universums - worauf man wirklich sehr lange hinarbeiten muss, indem man Rohstoffe sammelt und von Sonnensystem zu Sonnensystem und Galaxie zu Galaxie hüpft - bekommt man ein mehr als unbefriedigendes "Ende" geboten.

    Neben all diesen großen Problemen gibt es viele kleinere Baustellen: Die Physik lässt arg zu wünschen übrig (baut man den unteren Teil eines Berges ab, schwebt der Gipfel in der Luft), das Inventarsystem ist nervig (man kann viele Objekte nicht stapeln), Erklärungen zu Funktionen sucht man oft vergeblich, Bugs verderben den Spielspaß (Tiere zuckeln auf der Stelle), Ökosysteme bestehen stets aus den gleichen Pflanzensorten und Tier-Archetypen, die eben anders heißen, es gibt keine Gasgiganten, die Weitsicht lässt zu wünschen übrig und das Pop-in nervt, man kann nicht auf den Kodex zugreifen, eine dringend notwendige Karte gibt es nicht, man hat keinen Überblick über alle erlernten Begriffe der vier Alien-Sprachen ... und vieles mehr. Erst nach und nach werden einem diese Mängel bewusst, die den Spielspaß mit voranschreitenden Stunden immer mehr runterziehen.

    Eins plus eins...
Zahlenfolgenrätsel muss man lösen, um an solchen Stationen Koordinaten zu erhalten. (PS4) Eins plus eins... Zahlenfolgenrätsel muss man lösen, um an solchen Stationen Koordinaten zu erhalten. (PS4) Quelle: Games Aktuell

    Toter Stern

    Man wird das Gefühl nicht los, dass Hello Games und Schöpfer Sean Murray so sehr von ihrer Vision geblendet wurden, dass sie vollkommen aus den Augen verloren haben, was in einem Spiel eigentlich Spaß macht. Es ist beeindruckend, wie gut der Algorhithmus mitunter funktioniert, aber im Vergleich mit dem Produkt eines von Intelligenz gesteuerten Designers ist das Ergebnis deutlich unterlegen.

    Im Moment bekommt man, wenn man den Vollpreis von 60 Euro für No Man's Sky hinlegt, eine Art verschwommene Aussicht auf das, was dieses Projekt hätte werden können - vielleicht mit mehr Mannstärke, mehr Geld und mehr Zeit. Doch für die aktuelle Wertung sind diese "Hätte"-Fragen hinfällig. No Man's Sky ist eine Enttäuschung, die erst nach und nach ihr deprimierendes Gesicht zeigt. Ohne eine Menge Patches, Updates und Verbesserungen ist aus dem zugegebenermaßen eindrucksvollen Software-Fundament nicht mehr herauszuholen.

    Entwickler: Hello Games | Hersteller: Hello Games | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 6


    Die bittere Wahrheit

    Majestätisch: 
Die ersten Eindrücke von No Man's Sky ließen vielen Spielern das Wasser im Mund zusammenlaufen. (PS4) Majestätisch: Die ersten Eindrücke von No Man's Sky ließen vielen Spielern das Wasser im Mund zusammenlaufen. (PS4) Quelle: Games Aktuell Im Vorfeld der Veröffentlichung gab Sean Murray jede Menge vollmundiger Versprechen ab. Am Ende blieb davon kaum etwas übrig.

    Der oft erwähnte Mehrspielermodus, von Sean Murray mit dem von Journey verglichen, existiert nicht im Spiel - und das wohl schon seit einer ganzen Weile, denn das im Code gefundene Modell der Spielfigur sieht aus wie ein ziemlich alter, nie benutzter Platzhalter. Ohne andere Spieler sind dementsprechend weitere Funktionen nicht vorhanden, die man einst versprach. Gegnerische Schiffe können nicht übernommen werden, Handel mit Personen abseits der KI existiert nicht. Man kann keinen Unterschlupf bauen und die Planeten sind nicht einer realistischen Physik unterworfen. Auf Himmelskörpern gibt es keine unterschiedlichen Klimazonen und keine Pole. Die Entfernung zu der oder den Sonnen hat nichts mit der Temperatur und den Elementen zu tun, die man auf der Oberfläche finden kann. Was ist eigentlich mit den beeindruckenden Planeten der E3-Demo, auf denen man einen gigantischen Sandwurm zu sehen bekam und eine deutlich größere Menge Tiere? Ganz einfach: Diese Gebiete existierten so nicht im Spiel, dieser Part wurde extra für Marketing-Zwecke entworfen. Ob all diese Features jemals im Spiel existiert haben? Mehr als zweifelhaft.



    No Man's Sky (PS4)

    Spielspaß
    6,5 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    No Man's Sky (PC)

    Spielspaß
    6,5 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Riesiges Universum
    Viele Upgrades und Elemente
    Erlernen der Alien-Sprachen macht Laune
    Technische Probleme
    Abwechslungsarmes, oberflächliches Spielprinzip
    Planeten wirken trotz Tieren und Aliens oft tot und langweilig
    Unbefriedigende Story
    Fazit
    Weltall-Forscher-Adventure, das stets oberflächlich bleibt und sein Potenzial nicht entfaltet.

    04:19
    No Man's Sky: Die derzeit besten Mods im Video vorgestellt
  • No Man's Sky
    No Man's Sky
    Developer
    Hello Games
    Release
    10.08.2016
    Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
    Von lomara
    Dennoch, ich verstehe den Zusammenhang mit dem Wort Hass nicht ganz!!!! Aber Du hast recht, dadurch wird das ein…
    Von Douggler27
    Weil wir (genau wie du, btw) ein Forum dazu nutzen, unsere Meinung zu einem bestimmten Thema kund zu tun?…
    Von lomara
    Leute, was hat das mit Hass zu tun? Ein großes Wort für ein Stück Software . Aber Euch scheint das mehr zu…

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    • Es gibt 9 Kommentare zum Artikel

      • Von lomara
        Dennoch, ich verstehe den Zusammenhang mit dem Wort Hass nicht ganz!!!! Aber Du hast recht, dadurch wird das ein interessanter Ansatz.
      • Von Douggler27
        Weil wir (genau wie du, btw) ein Forum dazu nutzen, unsere Meinung zu einem bestimmten Thema kund zu tun? Interessanter Ansatz. So kann man natürlich jede Diskussion im Keim ersticken👍

        - - - Aktualisiert - - -

        Gebe dir absolut recht; bin mir dessen auch…
      • Von lomara
        Leute, was hat das mit Hass zu tun? Ein großes Wort für ein Stück Software . Aber Euch scheint das mehr zu beschäftigen als die wichtigen Dinge im Leben?
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1210245
No Man's Sky
No Mans Sky Test: Logbuch des Captains - enttäuschende Erkundungstour
Wer hoch fliegt, der fällt unter Umständen tief. No Man's Sky versengt sich die Federn auf dem Weg von Anspruch zu Wirklichkeit.
http://www.gamesaktuell.de/No-Mans-Sky-Spiel-16108/Tests/Test-1210245/
19.10.2016
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2016/10/Erste-Seite-oben-links-pc-games_b2teaser_169.jpg
no man's sky,hello games,indie,adventure
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