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  • Zurück zu Nintendos Wurzeln: Hanafuda Koi Koi - Leser-Test von StHubi

    Momentan kann man als Mitglied des Club Nintendo für 2500 Sterne ein Hanafuda Kartenset eintauschen. Falls ihr das Spiel nicht kennt, ist das natürlich wenig interessant. Aber nach dem Lesen dieses Tests werdet ihr vielleicht verstehen, wieso Nintendo nur mit der Produktion dieses Kartenspiels sehr lange Zeit erfolgreich existieren konnte!

    Klassische Motive vs. Nintendo Motive: Ja, Wario ist ein Hirsch!?! Klassische Motive vs. Nintendo Motive: Ja, Wario ist ein Hirsch!?! Quelle: Foto des Spiels von StHubi gemacht Die Hanafuda-Karten stammen aus Japan, und es gibt bestimmt mehr Spielvarianten des Hanafuda Spiels als es verschiedene Karten darin gibt - fast jede Familie in Japan hat ihre eigenen Hausregeln. Hier wird die sehr beliebte Variante Hanafuda Koi Koi mit der Wertungsskala aus dem Buch Asiatische Spiele: Geschichte, Regeln, Taktik beschrieben. Vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere dann genug für das Spiel, um sich die Karten im Club Nintendo einzutauschen oder einfach ein übliches Hanafuda-Kartenset zu kaufen. Gerade die Nintendo-Karten kann ich aber aufgrund ihrer recht guten Verarbeitung empfehlen. Meine ersten Papier-Karten sind nach einigen Spielen schon stark abgenutzt gewesen. Die in Plastik eingeschlagenen Karten von Nintendo wirken sehr viel robuster...

    Das Spielmaterial:
    Die Karten von Hanafuda repräsentieren die 12 Monate. Jeder Monat wird durch vier Karten vertreten, die im Hintergrund alle dieselbe Pflanze haben. So zeigt der November zum Beispiel die Weide und der März die Kirschblüte. Jeder Monat hat üblicherweise zwei Karten, die 1 Punkt wert sind, und noch eine Karte mit einer Fahne/Schriftrolle für 5 Punkte und noch eine Karte mit einem Tier/Gegenstand/Bauwerk für entweder 10 oder 20 Punkte (einzelne Monate weichen von dieser Aufteilung ab).
    Je mehr Punkte eine Karte wert ist, desto seltener ist ihre Punktewertung. Beispielsweise gibt es nur 5 Karten, die 20 Punkte wert sind, dafür aber 24 Karten für 1 Punkt.
    Beim Nintendo-Kartenset wurden die Tiere, Gegenstände oder Bauwerke mit Nintendo-Figuren ersetzt oder ergänzt. So schwimmt beispielsweise eine Krake aus Super Mario Bros. neben der Brücke im Wasser oder Luigi steht vor dem Vorhang.

    Der Spielablauf:
    Traditionell spielt man zu zweit 12 Partien Hanafuda Koi Koi am Stück. Wer am Ende der 12. Partie die meisten Punkte gemacht hat, hat das gesamte Spiel gewonnen.
    Für eine Partie Hanafuda Koi Koi werden die Karten gemischt, davon bekommt jeder Spieler 8 Handkarten und es werden 8 Karten offen in die Tischmitte gelegt. Die restlichen Karten werden als Nachziehstapel bereit gelegt.
    Zuerst wird geprüft, ob in der Mitte vier Karten eines Monats liegen. Wenn das der Fall ist, wird die aktuelle Partie sofort beendet und kein Spieler bekommt Punkte und die nächste Partie beginnt.
    Als nächstes schaut man in der Tischmitte nach, wie viele 20-Punkte-Karten dort liegen. Für jede dieser Karten wird das Ergebnis dieser Runde für den Sieger verdoppelt. Liegen also zwei Karten für 20 Punkte in der Mitte bei Spielbeginn, wird das Ergebnis des Siegers vervierfacht. Auf diese Weise sind erschütternd hohe Punktestände möglich, die einen Spieler selbst aus verzweifelten Rückständen retten können!
    Hat einer der beiden Spieler alle vier Karten eines Monats auf seiner Hand, zeigt er diese und bekommt automatisch 6 Punkte dafür und die Partie ist sofort mit ihm als Sieger beendet.

    Typischer 'Beute-Stapel' eines Spielers Typischer "Beute-Stapel" eines Spielers Quelle: Foto des Spiels von StHubi gemacht Der Kartengeber beginnt die Partie. Als erstes spielt man eine Karte von der Hand aus. Liegt eine Karte desselben Monats in der Mitte, muss man diese beiden Karten in seinen Punktestapel nehmen. Sind zwei Karten aus demselben Monat verfügbar, darf man sich eine aussuchen. Liegen drei vom selben passenden Monat in der Mitte, bekommt man alle vier Karten. Liegt keine passende Karte in der Mitte, bleibt die Handkarte in der Mitte liegen. Da der Gegner diese nun erbeuten kann, sollte man das natürlich vermeiden.
    Danach spielt man noch eine Karte vom Nachziehstapel auf dieselbe Weise aus. Hier ist es natürlich häufig der Fall, dass keine Karte in der Mitte passt und die neue Karte in der Mitte verbleibt. Mit etwas Glück erwischt man aber vielleicht auch die gerade passende Karte.
    Danach ist der nächste Spieler an der Reihe.

    Ein typischer Hanafuda-Aufbau auf einem Spieltisch Ein typischer Hanafuda-Aufbau auf einem Spieltisch Quelle: Foto des Spiels von StHubi gemacht Abwechselnd spielt also jeder Spieler einer Karte von der Hand und vom Nachziehstapel (immer in dieser Reihenfolge). Die Partie endet automatisch, wenn die letzte Karte vom Nachziehstapel gezogen und gespielt worden ist.
    Bei Hanafuda Koi Koi versucht man im Laufe der Runden sogenannte Kombinationen zu erbeuten. Die einfachste Kombinationen sind zum Beispiel 10 Karten für 1 Punkt oder 3 Karten für 20 Punkte (ohne November, weil den keiner bei diesem Spiel mag). Sobald man eine Kombination erspielt hat, muss man sich am Ende der Runde entscheiden: Macht man weiter oder kassiert man die Punkte für die aktuelle(n) Kombination(en)?
    Wenn man weiterspielen will, verkündet man "Koi Koi!" und es geht mit dem anderen Spieler weiter. Sobald man am Ende eines Zuges eine neue Kombination erbeutet oder eine vorhandene erweitert hat, darf man sich erneut entscheiden. Beendet aber vorher ein anderer Spieler die Partie (sagt also nicht "Koi Koi!" beim Erbeuten einer Kombination), bekommt man gar keine Punkte für die Partie.
    Der Sieger einer Partie ist der Geber der nächsten Partie.

    Die Punkte einer Partie werden aber zur Belohnung für das Risiko, das man für "Koi Koi!" eingeht, mit der Anzahl an Kombinationen vervielfacht. Hat man beispielsweise 3 Kombinationen für insgesamt 12 Punkte, erhält man am Ende der Partie dafür satte 36 Punkte gut geschrieben (12 x 3 = 36).

    Mögliche Kombinationen sind:
    3 Karten für je 20 Punkte ohne November geben 8 Punkte
    4 Karten für je 20 Punkte mit November geben 10 Punkte
    4 Karten für je 20 Punkte ohne November geben 12 Punkte
    5 Karten für je 20 Punkte geben 16 Punkte

    10 Karten für je 1 Punkt geben 1 Punkt
    Jede weitere Karte nach der 10. für 1 Punkt geben je 1 Punkt extra

    5 Karten für je 10 Punkte geben 1 Punkt
    Jede weitere Karte nach der 5. für 10 Punkte geben je 1 Punkt extra

    5 beliebige Fahnen geben 1 Punkt
    Jede weitere Fahne nach der 5. geben je 1 Punkt extra
    3 blaue Fahnen geben 3 Punkte
    3 rote Fahnen mit Schrift darauf geben 3 Punkte
    Hat man sowohol die blauen als auch die roten, beschriften Fahnen gibt das 3 Punkte zusätzlich

    Sake-Becher und (Geister-)Mond geben 5 Punkte
    Sake-Becher und (Luigi vor dem) Vorhang geben 5 Punkte
    Eber, Schmetterling und Hirsch geben 3 Punkte

    Als zusätzliche Besonderheit werden alle Karten aus dem November (1 Punkt, 5 Punkte, 10 Punkte und 20 Punkte) auch als 1 Punkte Karten gezählt, wodurch es mit diesen natürlich etwas einfacher ist mehrere Kombinationen zu bauen. Vor allem der Sake-Becher ist dank der beiden Sonderkombinationen mit dem Mond und dem Vorhang sehr begehrt, da zwei Karten damit bereits hohe Punkte versprechen.
    Da der Sieger der letzten Runde neuer Geber wird und dieser die Partien eröffnet, ist es aber vielleicht auch klug schon mit einer "günstigen" Kombination die Partie zu beenden, um den Vorteil des ersten Zugs in der nächsten Partie zu erhalten.

    Der 'Beute-Stapel' eines Spielers mit vier Karten in der Tischmitte Der "Beute-Stapel" eines Spielers mit vier Karten in der Tischmitte Quelle: Foto des Spiels von StHubi gemacht
    Fazit:
    Wenn man die Regeln beherrscht und die Kombinationen auswendig kennt, spielt sich das Spiel enorm schnell. Mit etwas Übung kann man in weniger als 1 Stunde alle 12 Partien spielen (schneller geht es natürlich immer). Der Glücksfaktor wirkt manchmal recht stark auf den Spielverlauf ein und man ärgert sich dann auch leicht, wenn der Gegner mehrfach die passende Karte vom Stapel nachzieht, man selbst aber nur Karten in die Mitte bringt, die dieser dann auch noch verwerten kann.

    Nichts desto trotz erlaubt das Spiel viele verschiedene Strategien und Taktiken. Allein die Möglichkeit hoch zu pokern und ein markantes "Koi Koi!" dem Gegner entgegen zu werfen, steigern den Spielspaß ungemein.
    Ich kann jedem, der nicht vor anfangs ziemlich fremdartig wirkenden aber hübschen Karten zurückschreckt, das Spiel empfehlen. Es muss ja nicht gleich ein Kartenset von Nintendo sein...
    Gesamt-Note: 9/10

    Weitere Informationen und Möglichkeiten zum Ausprobieren:
    Wer übrigens sehen will, wie das Schicksal des Internets und somit der ganzen Welt von einem Hanafuda Koi Koi Spiel abhängt, dem kann ich den Anime Summer Wars (auch als Deluxe Edition oder BluRay verfügbar) wärmstens empfehlen. Durch diesen Film bin ich überhaupt auf die Idee gekommen das Spiel auszuprobieren und habe es nicht bereut.

    Hanafuda kann man in verschiedenen Varianten auch online als Flash-Spiele finden und ausprobieren. Denkt aber bitte daran, dass es viele verschiedene Hausregeln und Varianten für Hanafuda gibt und daher nicht immer alles diesem Test entspricht.

    Kennt ihr das Spiel vielleicht sogar schon? Mit welchen Hausregeln habt ihr es bisher gespielt?

  • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel
    Von StHubi
    @Ina: Danke für das Lob  Du hast ja auch schon eine grobe Ahnung von den Karten... Die ist vermutlich doch nicht…
    Von honeybunny492
    Hey StHubi^^Einen sehr schönen Test hast du da  Nachdem ich den Test gelesen habe, habe ich auch die Regeln…
    Von StHubi
    Hui... Das ist ja fast wie arbeiten :DDas Problem bei einer "textuellen" Erklärung von Hanafuda Koi Koi sind die…
    • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel

      • Von StHubi Moderator
        @Ina: Danke für das Lob  Du hast ja auch schon eine grobe Ahnung von den Karten... Die ist vermutlich doch nicht so ganz unnütz, um den Test zu verstehen.
      • Von honeybunny492 Gelöscht
        Hey StHubi^^
        Einen sehr schönen Test hast du da  Nachdem ich den Test gelesen habe, habe ich auch die Regeln verstehen^^ Leider sind meine Karten nie angekommen...:/ Trotzdem hoffe ich das sie i-wann doch noch ankommen ;)
        Danke für den ausführlichen Test
        LG Ina =^-^=
      • Von StHubi Moderator
        Hui... Das ist ja fast wie arbeiten :D
        Das Problem bei einer "textuellen" Erklärung von Hanafuda Koi Koi sind die vielen verschiedenen Karten. Dafür habe ich ja als Beispiel mal einen kompletten Monat samt Zahlenwertung als Bild dazu gepackt. Aber alle 48 Karten abbilden wäre auch Overkill gewesen... Daher…
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Zurück zu Nintendos Wurzeln: Hanafuda Koi Koi - Leser-Test von StHubi
Momentan kann man als Mitglied des Club Nintendo für 2500 Sterne ein Hanafuda Kartenset eintauschen. Falls ihr das Spiel nicht kennt, ist das natürlich wenig interessant. Aber nach dem Lesen dieses Tests werdet ihr vielleicht verstehen, wieso Nintendo nur mit der Produktion dieses Kartenspiels sehr lange Zeit erfolgreich existieren konnte!
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12.04.2012
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