Need for Speed Pro Street: Mega-Review

Test Andreas Szedlak

Mit quietschenden Reifen endlich online angekommen: Unsere Review des neuen Need for Speed Pro Street!

Simulation oder Simulant?

Need for Speed Pro Street: Mega-Review Wir sind gespannt, wie unser Gefährt auf Vollgasschübe und extreme Einlenkmanöver reagiert. Hypersensibel wie bei "Gran Turismo" oder doch eher arcademäßig wie bei den letzten "NfS"-Folgen? Die Wahrheit liegt in der Mitte und lässt sich am besten mit dem jüngsten Microsoft-Racer "Project Gotham Racing 4" vergleichen. Soll heißen: In engen Kurven übersteuert Ihr Fahrzeug ein wenig und das Heck rutscht leicht weg, Angst vor einer Karussellfahrt brauchen Sie aber nicht zu haben. Ähnlich verhält es sich beim Beschleunigen. Selbst wenn Sie das virtuelle Gaspedal eines 500-PS-Schlitten voll durchtreten, wackelt das Auto höchstens mal kurz mit dem Bürzel. Somit werden diejenigen enttäuscht, die in "Pro Street" einen Anwärter auf den Simulations-Thron gesehen hat.

Den größten Unterschied zum Vorgänger stellt man noch beim Bremsen fest. Die Fahrzeuge verzögern wesentlich behäbiger, somit aber auch deutlich realistischer als noch in "Carbon". Wer also bis kurz vor dem Kurveneingang auf dem Gaspedal bleibt, landet unweigerlich neben der Strecke. Netterweise haben die Entwickler eine Ideallinie samt dynamischer Markierung der Bremspunkte eingebaut, ähnlich wie wir es von "Forza Motorsport 2" kennen. Auch wenn diese nicht ganz so präzise ist wie beim Microsoft-Racer, hilft die Linie beim Kennenlernen einer neuen Strecke sehr. Wem selbst dies noch zu anspruchsvoll ist, der kann die erwähnten Fahrhilfen aktivieren und sich in der gutmütigsten Assist-Stufe Family sogar den Wagen automatisch vor einer Kurve abbremsen lassen. Jedoch braucht man dann schon einen gehörigen Leistungsüberschuss, um eine Chance gegen die KI-Rivalen zu haben. Wie heißt es so schön: Von nix kommt nix!

Die bis zu sieben Kontrahenten agieren merklich cleverer als noch in "Carbon". Nach dem Start versuchen sie rasch, die Lücken zum Durchschlüpfen zu schließen. Trotzdem sind Überholmanöver leicht. Da kleinere Rempler keine dramatischen Auswirkungen auf den Schadenszustand Ihres Fahrzeuges haben, können Sie sich in der Kurveninnenseite vorbeidrängeln. Knallt man dem Kontrahenten aber mit zu viel Tempo in die Seite, drohen schwerere Schäden, die Beschleunigung und Bremsverhalten beeinträchtigen. Übertreibt man es mit den Blechknutschereien oder überschlägt man sich, erleidet das Fahrzeug einen Totalschaden und das Rennen ist vorbei. Toll: Auch die KI-Gegner machen Fehler, landen wegen zu hoher Geschwindigkeit neben der Strecke oder verbremsen sich.

Karriere-King

Need for Speed Pro Street: Mega-Review Im Karriere-Modus schmerzt ein Totalschaden doppelt. Zum einen verlieren Sie das Rennen und Tausende Dollars Siegprämie gehen flöten. Zum anderen müssen Sie für die Wiederherstellung eines völlig demolierten Porsche 911 GT2 ganz schön tief in die Tasche greifen. Alternativ können Sie aber auch sogenannte Reparaturmarken einsetzen, die Sie nach Erfolgen erhalten.

Ihre Kohle können Sie schließlich sinnvoller investieren, zum Beispiel in Tuning-Pakete, mit denen Sie Leistung, Handling oder Aerodynamik verbessern. Oder Sie stellen sich gleich ein neues Schmuckstück in die Garage. Mehr als 60 Autoschlüssel liegen bereit, etwa für PS-Schleudern wie einen Lamborghini Murcielago oder einen BMW M3. Aber auch Prototypen wie der Nissan GT-R laden zum Tempobolzen ein. Klar, dass Sie den Karossen auch ein individuelles Äußeres verpassen können. Per bekanntem Autosculpt-Feature ziehen Sie beispielsweise Front- oder Heckspoiler in die Länge oder verbreitern die Seitenschweller. Klasse: Das komplette Setting Ihres Fahrzeugs dürfen Sie dann als Blaupause abspeichern und online stellen.

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