Need for Speed: Payback – gut gemachte Open-World-Raserei ohne viel eigene Identität

Special Lukas Schmid
Need for Speed: Payback – gut gemachte Open-World-Raserei ohne viel eigene Identität
Quelle: EA

Need for Speed: Payback in der Vorschau: Schon in wenigen Tagen, am 10. November, erscheint Need for Speed: Payback und in den kommenden stunden startet die Beta, in der Vorbesteller sich schon einmal einen Eindruck vom Spiel verschaffen können. Wir durften noch etwas früher ran und verraten unsere letzten Preview-Eindrücke!

Offenbar haben die Entwickler beim Electronic Arts-Studio Ghost Games aus ihren Fehlern gelernt: Nach den Fremdschäm-induzierenden Zwischensequenzen mit echten Menschen aus dem letzten Need for Speed werden die Zwischensequenzen des Nachfolgers Need for Speed: Payback mittels Ingame-Engine berechnet. Gut so, wie wir finden! Hierbei stellt sich natürlich die grundsätzliche Frage, ob ein Autorennspiel überhaupt eine Handlung braucht, die man in Zwischensequenzen erzählen muss, denn schließlich stehen hier vor allem die Autos, das Geschwindigkeitsgefühl und die Action im Mittelpunkt. Aber soweit es einen nach einem Story-Gerüst für die Highspeed-Rasereien gelüstet, liefert Payback dem bisherigen Anschein nach das ab, was man sich davon erwarten kann: Keine allzu tiefgründigen Handlungsstränge und Figurenentwicklungen, drei ziemlich blasse Hauptfiguren, dafür aber viel Krachbumm und jede Menge Autos. Das passt schon so!

Die Story des Spiels wird wohl keinen Blumentopf gewinnen, aber ihren Zweck erfüllen. Quelle: PC Games Die Story des Spiels wird wohl keinen Blumentopf gewinnen, aber ihren Zweck erfüllen.

Need for Speed: Payback - Die Rückkehr der Ingame-Zwischensequenzen

Die Action des Spiels wirkt bisher sehr gut inszeniert. Quelle: PC Games Die Action des Spiels wirkt bisher sehr gut inszeniert. Ansonsten setzt das Spiel fort, was die Serie seit Jahren auszeichnet: In einer offenen Welt - nach Auskunft der Entwickler die größte der Seriengeschichte - absolvieren wir zahlreiche Rennmissionen, sammeln allerlei Collectibles, erstehen nach und nach unterschiedlichste Autos für unsere virtuelle Garage und tunen unsere Karren in Sachen Performance und Aussehen anschließend nach Lust und Laune. Schön: Die Welt ist wirklich sehr abwechslungsreich gestaltet. Urbane Areale wechseln sich ab mit ruralen Abschnitten, die wiederum allesamt sehr unterschiedlich aussehen. Die Tatsache, dass die Grenzen der Welt sehr rigide vorgegeben sind und uns auch scheinbar leicht passierbare Hindernisse wie Hügel und Felsen vor in Wahrheit unüberwindbare Probleme stellen, nervt aber ein wenig - und das trotz des Versprechens, Offroad-Fahrten in den Mittelpunkt des Spielerlebnisses zu stellen.

Apropos Offroad: Insgesamt fünf Autoklassen, beziehungsweise Rennvarianten, in denen wir uns messen können, erwarten uns in Payback: Eben Offroad, Race, Drag, Drift und Runner. Im Laufe der Story-Kampagne werden wir mit allen Varianten sowie entsprechenden Leihautos konfrontiert, auf der Map erwarten uns zig zusätzliche entsprechende Herausforderungen.
Wer will, kann sein Auto auf kreative Art und Weise verschandeln. Quelle: PC Games Wer will, kann sein Auto auf kreative Art und Weise verschandeln.

Need for Speed: Payback - Leistung ist alles!

Bezüglich der Autos gibt es eine gewohnt gute Auswahl verschiedenster Hersteller. Die finale Anzahl an lizensierten Autos, mit denen wir beim Release am 10. November loslegen dürfen, verriet EA schon im Vorfeld. Schön ist allerdings, dass sich die verschiedenen Modelle wirklich alle zwar sehr Arcade-lastig, aber auch unterschiedlich steuern. Auch hat das Performance-Tuning schon bei kleinen Veränderungen teils große Wirkungen. Ein davor gefühlt nicht schaffbares Rennen verliert mit ein paar Anpassungen hinsichtlich Pferdestärken, Höchstgeschwindigkeit und Nitro-Effizienz (und ja, auch die kleinste Schrottlaube kann sich per Nitro-Einspritzung nach vorne katapultieren) schnell seinen Schrecken.

Die Spielwelt ist groß, wird aber von sehr strikten Barrieren begrenzt. Quelle: PC Games Die Spielwelt ist groß, wird aber von sehr strikten Barrieren begrenzt. Für die Verbesserungen genutzt werden diesmal die sogenannten Speed Cards, die wir erhalten, wenn wir ein Rennen gewinnen. Schnell sammeln wir zig davon an und können anschließend die lohenden Exemplare direkt in unser Gefährt einbauen, für später in der Garage aufheben oder die weniger wertvollen gegen Geld eintauschen und dann gezielt gute Speed Cards oder auch neue Autos im Shop kaufen. Apropos Shop: Wer will, kann durch den Einsatz von Echtgeld auch schneller an besonders gute Verbesserungen gelangen. Allerdings soll man dadurch nichts erhalten, was sich nicht auch durch normales Spielen im Spiel finden lässt - wenn's denn stimmt, geht dieser Ansatz für uns in Ordnung. Ansonsten kann unser Auto natürlich auch noch in Sachen Aussehen upgegradet werden. Neben fix und fertigen Verschönerungen kann man sich hier auch selbst kreativ mit allen möglichen Farben und Formen austoben und dadurch seine Autos in wahre Meisterwerke des schlechten Geschmacks verwandeln.
In den Story-Missionen ist oftmals vorgegeben, mit welchen Autos wir sie absolvieren. Quelle: PC Games In den Story-Missionen ist oftmals vorgegeben, mit welchen Autos wir sie absolvieren.

Need for Speed: Payback - Sammeln und Suchen

Die Performance der Autos lässt sich in diversen Kategorien steigern. Quelle: PC Games Die Performance der Autos lässt sich in diversen Kategorien steigern. Abseits des Tunings gibt es natürlich auch noch einiges in der Welt zu tun beziehungsweise zu sammeln. Die im Open-World-Rennspiel-Genre inzwischen etablierten Mini-Herausforderungen, in denen wir etwa auf einem Streckenabschnitt eine bestimmte Geschwindigkeit halten oder einen besonders weiten Sprung von einer Rampe aus ausführen müssen, treffen auf zerstörbare Werbeschilder und andere Collectibles. Am interessantesten sind in dieser Hinsicht aber definitiv die neuen Derelicts, legendäre Autos, die in Einzelteilen in der Welt verstreut liegen. Schließen wir bestimmte Missionen ab, so erhalten wir Hinweise darauf, wo auf der Map sich die wertvollen Dinger finden lassen - etwa ein in der Nähe befindliches Landschaftsmerkmal plus ungefährer Standort. Diese Schnitzeljagden machen durchaus Laune und dürften sammelfreudige Spieler lange beschäftigen.

Prinzipiell scheint es so, als würde wieder einmal einiges an Spielzeit im neuen Need for Speed stecken und abseits einiger Bugs, die wir in der von uns gespielten, nicht völlig finalen Fassung erlebten, macht es auch nicht viel falsch. Allerdings: Bisher fühlt es sich auch relativ austauschbar an. Fast alles, was man in Payback sieht, hat es so ähnlich oder fast ident schon in zig anderen Spielen wie Forza Horizon 3 oder auch The Crew gegeben. Das ändert nichts daran, dass es voraussichtlich ein gutes Spiel wird - ob es sich in seinem inzwischen fast schon übersättigten Genre durchsetzen kann, bleibt aber abzuwarten.

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