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  • NHL Eastside Hockey Manager 2005

    Von Enthusiasten für Enthusiasten: Wer bei diesem Manager durchsteigen will, sollte ein echter Eishockey-Fan sein und Sitzfleisch haben. Belohnt wird er dafür mit unvergleichlichem Detailreichtum und Tiefgang.

    Am 16. Februar 2005 geschieht das Unfassbare: Die NHL legt die Saison 2004/2005 endgültig auf Eis. Grund war einmal mehr das liebe Geld -- die NHL als ausrichtender Verband und Vertreter der 30 Vereine sowie die Spielerorganisation NHLPA konnten sich nicht über einen so genannten Salary Cap einigen, eine Obergrenze für die Spielergehälter.

    Da kommt der NHL Eastside Hockey Manager 2005 gerade recht. Hier hat man für läppische 45 Euro gleich 3.200 Teams und 32.000 Spieler unter seiner Fuchtel. Das Spiel war ursprünglich ein Freeware-Project des Finnen Risto Remes und läuft inzwischen unter dem Banner von Sports Interactive. Die schufen die berühmte (bei manchen eher berüchtigte) Championship Manager-Reihe für Eidos und zuletzt für Sega den Football Manager 2005. Der spaltete vor Jahresfrist mit seinem exorbitanten Tiefgang und dem kompromisslos englischen Manager-Stil die Anhänger des Genres in zwei Lager. Der NHL Manager wurde in Sachen Menüaufbau und Spielablauf so weit wie möglich an das FM-Konzept angepasst.

    Mehr Trainer als Manager

    »Kompromisslos englisch« bedeutet vor allem, dass der Begriff Manager eigentlich fehl am Platze ist. Denn um Dinge wie Stadionausbau, Eintrittspreise, Sponsoren oder Fanartikelverkauf müssen Sie sich nicht kümmern -- geschweige denn, dass sie überhaupt im Spiel vorkommen. Grundsätzlich konzentrieren Sie sich im Eastside Hockey Manager darauf, als Trainer und Mannschaftsbetreuer Ihr Team erfolgreich durch die Saison zu dirigieren. Selbst das Finanzmodell ist rudimentär -- hauptsächlich müssen Sie darauf achten, die vorgegebenen Budgetgrenzen nicht durch übertrieben teure Neuverpflichtungen und Verträge zu sprengen. Schaffen Sie das nicht, meckert bald der Vorstand und mahnt Sie zur Sparsamkeit.

    Zum Austoben stehen Ihnen über 20 Ligen offen -- neben NHL und deren Unterligen unter anderem auch die deutsche DEL. Dabei haben nicht nur alle Clubs ihre Originalspieler samt Originalfoto -- was wir anhand des drittklassigen Vereins »Pee Dee Pride« eigenhändig Mann für Mann überprüft haben. Auch die pro Spieler zwei Dutzend Statistiken und Attribute sollen exakt stimmen, was wir den Entwicklern durchaus glauben. Da es im Spitzeneishockey -- zumindest in den enthaltenen Ligen -- keinen Auf- und Abstieg gibt, ist mit der Wahl des Vereins automatisch auch die Spielklasse vorgegeben, die Sie dauerhaft beackern. Wollen Sie echte Karriere machen, führt das nur über einen Wechsel des Klubs. Jobs bei höherklassigen Mannschaften bekommen Sie logischerweise nur dann angeboten, wenn Sie als Manager schon einschlägige Erfolge feiern konnten.

    Wertevolle Spieler

    Um die erwähnten Attribute der einzelnen Akteure dreht sich im Prinzip das ganze Spiel. Sie sind aufgeteilt in mehrere Kategorien -- physische oder mentale Stärke, Technik -- und umfassen neben harten Fakten wie Ausdauer, Stocktechnik oder Härte der Checks auch »weiche« Faktoren wie Siegeswille, Moral, Einfluss auf die Mannschaft und Ansehen bei den Teamkollegen. Mit dem richtigen Trainingsplan können die Werte im Laufe der Zeit steigen -- oder mit dem falschen auch fallen. Je jünger ein Spieler ist, desto leichter lässt er sich damit noch zu einem echten Kufencrack formen.

    In der richtigen Interpretation und dem passenden Umgang mit den ganzen Daten liegt die Herausforderung und auch die Faszination des Spielprinzips. Denn zum einen lassen sie viele verschiedene Ansätze in Sachen Aufstellung und Taktik zu. Zum anderen gibt es weder für Spieler noch für die einzelnen Mannschaften eine Angabe der Gesamtstärke -- man muss sich also verstärkt auf seinen Instinkt und das Gefühl verlassen.

    Taktik-Trio

    Neben den Fähigkeitswerten wird die Aufstellung auch von den Vorschriften der jeweiligen Liga mitbestimmt. Die Größe von Gesamtkader und Aufstellung ist beschränkt, mitunter kommen zusätzliche Vorschriften wie eine Höchstzahl an Veteranen hinzu. Haben Sie im Taktik-Screen Ihre Formation gefunden, gilt es noch die Taktikfinessen festzulegen.

    Hier operiert der NHL Eastside Hockey Manager auf drei verschiedenen Ebenen: Sie geben allgemeine Anweisungen für das komplette Team vor, tüfteln für jede Reihe eine passende Spielweise fest und belegen auf Wunsch noch einzelne Spieler mit Spezialwünschen. Taktik und Können der Spieler aufeinander abzustimmen -- daran liegt nicht nur das Erfolgsgeheimnis, sondern auch der langfristige Spielreiz des Managers.

    Schwaches Feedback

    Die Früchte seiner Arbeit erntet man dann hoffentlich an den zahlreichen Spieltagen. Das Match können Sie wahlweise im Textmodus verfolgen oder per Taktikscreen. Bei letzterem beobachten Sie, wie zehn wandernde Kreise (Spieler) mit Häkchen vorne dran (Schläger) über ein 2D-Eisfeld huschen. Dummerweise ruckeln sie dabei unerträglich, was erstens bald die Augen tränen lässt und es zweitens praktisch unmöglich macht, Schlüsse aus dem Gezeigten zu ziehen.

    Da auch der (auf Dauer relativ langweilige) Textmodus wenig Essenzielles verrät, ist es trotz Torschuss-Analyse und Spielerbewertungen gar nicht so einfach, sich wirklich hilfreiches Feedback aus einem Spieltag zu holen. Wem es bei der eigenen Partie gerade langweilig ist, kann auch die anderen Matches der Liga in gleicher Ausführlichkeit begutachten und so seine Kenntnisse über die anderen Mannschaften vertiefen.

    Teure Tauschgeschäfte

    Eine weitere große, durch die Sportart selbst (und ihren einzelnen Ligen) bedingte Eigenheit des NHL Eastside Hockey Manager 2005 ist der Transferbereich. Während etwa in der deutschen DEL Spieler relativ normal gekauft werden, haben die amerikanischen Ligen alle ein Trading-System. Hier werden Spieler bevorzugt getauscht -- entweder eins zu eins oder auch mal ein wirklicher Star-Akteur gegen zwei bis drei Ergänzungsspieler. Damit die gewünschten Verstärkungen auch wirklich solche sind, ist zum einen ein realistisches, umfassendes Scouting-System integriert, mit dem zum Beispiel russische Jugendligen automatisch nach Talenten durchforstet werden. Zum anderen stehen zur Spielersuche umfangreiche Optionen und Filter zur Verfügung.

    Tendenziell nimmt der Spielerbestand während einer Saison (besonders in der NHL) eher ab: Es ist einfach zu verlockend, zwei oder drei Nulpen gegen einen potenziellen Star einzutauschen. Um dem entgegenzuwirken, richten Sie vor einer Saison ein Trainingslager aus. Dabei nehmen auch ein halbes Dutzend Neuankömmlinge am Probetraining teil, die Sie bei Gefallen und entsprechendem Talent sofort unter Vertrag nehmen können. Daneben wurden natürlich auch die ganzen Drafts detailgenau ins Spiel integriert. Speziell der Entry-Draft ist eine hervorragende Möglichkeit, einem möglichen Jahrhunderttalent auf die Spur zu kommen.

    Präsentationsverzicht

    Noch ein Wort zur Technik: Die Präsentation ist unter aller Kanone und selbst für einen textbasierten Manager übertrieben schlicht ausgefallen. Während optisch zumindest die angenehm lesbare Schriftart und die meist übersichtliche Bildschirmaufteilung positiv auffallen, herrscht akustisch außer etwas Publikumssound und Mini-Anheiz-Samples absolute Flaute.

    Wegen der großen Datenmenge geraten die Ladezeiten auch mit viel RAM recht lang. Auf jeden neuen Tag warten Sie dadurch etliche Sekunden. Für einen etwas zähen Spielfluss sorgt zudem das ständige Bombardement mit Nachrichten aus völlig uninteressanten Vorgängen in anderen Ligen. Eine Frechheit sind schließlich die Spielstände: Jeder einzelne frisst auf der Festplatte um die 150 Megabyte -- anscheinend wird immer die komplette Datenbank mit abgespeichert.

    Michael Galuschka

  • NHL Eastside Hockey Manager 2005
    NHL Eastside Hockey Manager 2005
    Developer
    Sports Interactive (UK)
    Release
    06.2005

    Aktuelles zu NHL Eastside Hockey Manager 2005

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NHL Eastside Hockey Manager 2005
NHL Eastside Hockey Manager 2005
Von Enthusiasten für Enthusiasten: Wer bei diesem Manager durchsteigen will, sollte ein echter Eishockey-Fan sein und Sitzfleisch haben. Belohnt wird er dafür mit unvergleichlichem Detailreichtum und Tiefgang.
http://www.gamesaktuell.de/NHL-Eastside-Hockey-Manager-2005-Spiel-25070/Tests/NHL-Eastside-Hockey-Manager-2005-715601/
01.07.2005
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_nhlmanager_999_07eps.jpg
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