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  • NHL 06

    Das 13. NHL von EA Sports ist ein Glücksfall für Eishockey-Fans: Die von Verschlimmbesserungen, Innovationsstillstand und ausufernden Bodychecks geplagte Serie schafft endlich einen Neuanfang -- mit Bravour!

    Vergangenes Jahr erreichte das einstige Aushängeschild der kanadischen Sportspielschmiede EA Sports den absoluten Tiefpunkt: Obwohl NHL 2005 in so mancher Spielegazette hohe Wertungen kassierte, ließen Kenner den Titel dagegen im Regal versauern. Gut, dass EA Sports das Dilemma erkannt hat und mit NHL 06 viele verhasste Features ins ewige Eis verbannt und zu den Wurzeln zurückkehrt. Der 13. Teil der Serie spielt sich so erfrischend wie die ersten beiden NHL Hockeys Mitte der 90er-Jahre. Und bringen eine Reihe erfreulicher Verbesserungen gegenüber den Vorgängern mit, die vor allem Hockey-Veteranen ansprechen.

    Auf Gleis eins fährt ein der Spielzug

    Das wichtigste zuerst: Statt durch Bodychecks im Sekundentakt jeden Spielaufbau zur Tortur zu machen, erlaubt NHL 06 ausgefeilte Spielzüge -- was unglaublich motiviert. Je nachdem, welche der Strategien Sie wählen (etwa »Gewichtet« oder »Zug zum Tor«), laufen Ihre Mitspieler auf ihre Positionen. Die Jungs sind endlich sogar so schlau, zuverlässig vor einer Linie zu warten, um Abseits oder Zwei-Linien-Pässe zu vermeiden. Und die Gegner sprinten brav auf ihre Abwehrpositionen, anstatt sich wie ein Fliegenschwarm auf den Puckführenden Spieler zu stürzen. Zugegeben, es ist arg offensichtlich, dass so mancher Bandencheck künstlich vermieden wird. Das nehmen wir aber gerne in Kauf, wenn wir zur Belohnung so spannende Offensivdrittel-Szenen erleben dürfen wie in NHL 06.

    Gecheckt wird natürlich immer noch -- aber das Ergebnis hängt vom Schwung ab (wird per Knopfdruck aufgeladen), und von den Körpergewichten der Kufenflitzer. Ohne Anlauf bringt man den Gegner vielleicht ein wenig aus dem Gleichgewicht, aber mit Schmackes rasselt der Kontrahent dann auch mal zu Boden. Dadurch wirkt das Spiel deutlich lebensechter. Bravo, EASports!

    Prall, praller, Abpraller

    Noch wichtiger ist die erstklassige Kollisionsabfrage, durch die sich NHL 06 anders spielt als seine Vorgänger. Ob Stockspitze, Schlittschuh, Hinterteil oder Torpfosten: Jedes Objekt beeinflusst den Puck und ermöglicht so realistische Abprallertore und erlaubt vor allem differenzierte Abwehrarbeit. Mit der Stochertaste luchsen wir Gegnern nämlich die Scheibe ab oder schubsen sie ihm zumindest vom Schläger. Die KI beherrscht diese Mätzchen aber auch hervorragend, insbesondere wenn wir mit der Turbotaste sprinten. Das geht zum einen nur für begrenzte Zeit pro Drittel, zum anderen legt sich unser NHL-Crack dabei den Puck weiter vor, was ihn zur leichten Beute für Abwehrspieler macht. Außerdem: Wer sprintet, hat einen größeren Kurvenradius. Das ist zwar nicht 100 Prozent realistisch umgesetzt, bringt aber mehr taktische Tiefe ins Geschehen.

    Zusammen mit der Kollisionsabfrage sorgt die Puck-Physik für ein erfrischendes Spielgefühl. Wie in echt fallen dadurch häufiger Tore durch Rebounds (Abpraller) und abgefälschte Schüsse. Bei Dutzenden Testspielen entdeckten wir immer wieder neue Details: Einmal prallte ein Schuss vom Pfosten an den Hinterkopf des Goalies, von dort auf das Ende seines Stocks, um dann ins Tor zu kullern. Ein anderes Mal schlenzte ein Angreifer die Scheiben neben das Tor an die Bande, wo sie nach vorn abprallte und dann vom Schlittschuh des Torhüters ins eigene Tor abgelenkt wurde. Mit besonders harten Schlagschüssen können Sie sogar den Torhüter umwerfen und dann im Nachschuss endgültig verwandeln. Nur manchmal erscheint die Puck-Physik fehlerhaft, wenn nämlich die Scheibe von einem Spieler abprallt und dann kurzzeitig stark verlangsamt. Dieser Gummi-Effekt beeinflusst das Spiel aber nicht merklich.

    Mit Händen und Füßen

    Da wir schon bei den Goalies waren: Die hat EA Sports ins Trainingslager geschickt, wo die Jungs mächtig was gelernt haben. So sind sie nicht nur deutlich fangsicherer geworden, sondern vor allem sogar im Liegen so agil wie nie zuvor. Selbst Nachschüsse pflückt so mancher Star-Goalie noch aus der Luft oder reißt eine Beinschiene hoch, um die Scheibe abzulenken. Doch auch im höchsten der vier Schwierigkeitsgrade lassen sich die Fliegenfänger austricksen, vor allem das Allheilmittel Querpass + Schlagschuss funktioniert wieder so prima wie in den ersten NHL-Spielen. EA Sports hat für Gamepad-Artisten zusätzlich neue Special Moves für Star-Spieler im Angebot: Mit zwei Analogsticks vollführen Sie dann kleine Kunststückchen, um die Goalies auszutricksen, zum Beispiel den Puck mit dem Schlittschuh in eine bessere Schussposition zu schieben.

    Das mag sehenswert sein, spielerisch nötig ist es nur auf »Schwer«. Auch ganz ohne Dekes und Kabinettstückchen wurden wir auf »Mittel« problemlos Stanley-Cup-Sieger. Wie in den vergangenen Jahren können Sie die Schwierigkeitsgrade durch etliche stufenlos regelbare Optionen wie Puckreibung oder Sprintfaktor nach eigenen Wünschen anpassen. Profis sollten diese Möglichkeit nutzen, denn nach kurzer Eingewöhnung ist selbst der höchste Schwierigkeitsgrad zu einfach. Das liegt vor allem an den KI-Aussetzern, die uns immer wieder beim Spielen ärgerten. Da läuft ein Computergegner mutterseelenallein auf unseren Torhüter zu -- doch statt zu schießen, bleibt er plötzlich stehen und passt zurück ins neutrale Drittel! Obwohl die KI-Spieler mittlerweile ganz ordentlich hinter dem eigenen Tor spielen können, bleiben sie jedoch immer wieder mal am Kasten hängen und verlieren so den Puck -- oder schießen ein Eigentor. Außerdem erkennt der Schiedsrichter kein Torraumabseits. Wir hoffen, dass diese Mankos schnell mit einem Patch behoben werden!

    Ein weiter Weg zur Perfektion

    Spielerisch hat sich viel Positives getan, doch perfekt ist NHL 06 bei weitem nicht. Harmlose Verschlimmbesserungen wie die völlig überflüssige Schusszielanzeige können Sie wenigstens abschalten. Richtig geärgert haben wir uns über die Auswirkungen der -- wirtschaftlich gesehen verständlichen -- Multiplattform-Enwicklung des Spiels. Denn EA Sports hat es nicht geschafft, die Vorteile eines PCs gegenüber den aktuellen Konsolen ausnutzen. Beispiel 1: Die Menüs sind unabänderlich in einer grobpixeligen 800x600er-Auflösung und lassen sich nur mit einem Gamepad halbwegs bequem bedienen. Mit Maus und Tastatur ist das nervig -- mal verlässt man ein Untermenü mit Escape, mal mit der Rückschritt-Taste. Beispiel 2: Die berühmt-berüchtigten EA Trax sind zwar schön rockig, aber das Einbinden eigener MP3s sollte ja technisch kein Problem sein. Beispiel 3: Das Erstellen eigener Spieler und Vereine ist unflexibel und erlaubt nicht das Importieren eigener Fotos und Logos. Wie zuvor müssen auch hier wieder findige Fans entsprechende Tools und Mods programmieren. Beispiel 4: Das Handbuch verdient seinen Namen nicht -- von den lächerlichen zwölf Seiten bleiben netto nur sieben, der Rest geht für Credits und Epilepsiewarnungen drauf.

    Schön ist dagegen, dass Sie endlich in ein simuliertes Spiel eingreifen dürfen, sollte Ihnen der Spielverlauf nicht gefallen. Per Mausklick flitzen Sie dann die letzten fünf Minuten des jeweiligen Drittels übers Eis und können versuchen, den Rückstand aufzuholen oder noch zu gewinnen. Die Freude über ein herumgerissenes Spiel ist immens!

    Florian Stangl

  • NHL 06
    NHL 06
    Publisher
    Electronic Arts
    Release
    15.09.2005

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01.10.2005
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