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  • Der Fall Fable - Microsoft und seine starken Marken – Teil 1 des großen Specials

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Fable wurde seiner Stärken beraubt und Microsoft verwässerte die Marke mit genrefremden Titeln, denen es an Qualität mangelte. Ein trauriger Niedergang. (Xbox 360) Quelle: Games Aktuell

    Der Fall Fable: Ruiniert das Unternehmen aus Redmond seine wertvollsten Marken? Wir durchleuchten fünf Fälle und gehen der Sache auf den Grund. Heute: Lionhead und Halo.

    Das Beispiel der Schließung von Lionhead scheint eine gefühlte Wahrheit zu bestätigen, die sich seit längerer Zeit in meinem Bild von Microsoft manifestiert hat: Die Xbox-Macher stampfen grandiose IPs aus dem Boden, oder kaufen sich tolle Franchises, doch nach einiger Zeit sorgen kaum nachvollziehbare, oder unglückliche Geschäftsentscheidungen für den Ruin diverser Marken - oder ist es am Ende ganz anders? Zeit für eine Bestandsaufnahme.

    Der Niedergang von Lionhead

    Lionhead war einst ein stolzes Studio. Gegründet von Entwicklerlegende Peter Molyneux, stand es für Visionen, die sich zugegebenermaßen nicht immer als das ganz große Ding herausstellten (Black and White war so ein Fall), doch lieferte Microsoft mit Fable eine Hitserie ab, die sich unter Welch ein Fiasko: 
Liohead verzeichnete mit Fable stetig sinkende Wertungen und 2012 einen totalen Einbruch der Verkaufszahlen. Welch ein Fiasko: Liohead verzeichnete mit Fable stetig sinkende Wertungen und 2012 einen totalen Einbruch der Verkaufszahlen. Quelle: Games Aktuell den ganz festen Größen im Xbox-Kosmos etablierte. Insgesamt verkauften sich die Hauptteile, Fable I, II und III, allein auf den Konsolen 12,5 Millionen Mal, wenn man die Anniversary Edition von Teil 1 mit einberechnet, der jedoch weltweit nur knapp 460.000 Kopien absetzte. Dennoch stiegen die Verkaufszahlen der Hauptserie, bis zum Release von Fable 3 (2010), stetig an. Irgendwann kam Microsoft jedoch die Idee das Franchise für Kinect zu zweckentfremden. Fable: The Journey und Fable Heroes waren schwache Spinoffs und während zu Fable Heroes keine verlässlichen Verkaufszahlen vorliegen, floppte zumindest Fable: The Journey übel. Statt nun jedoch ein vollwertiges Fable 4 zu entwickeln, beauftragte Microsoft sein Studio, sich ins Fahrwasser von Spielen wie League of Legends zu begeben. Dem Management von Microsoft schien dies eine gute Idee, denn um 2012 herum startete ein wahrer Boom im "Games as a Service"-Markt. Da man keine neue eigene IP erschaffen wollte, musste ein bestehendes Produkt angepasst werden und Fable schien die Anforderungen perfekt zu erfüllen.

    John McCormack, der ehemalige Art Director von Fable, hatte für den vierten Teil ein düsteres Setting im Sinn, welches sich an britischen Sagen und Geschichten orientieren sollte. Charaktere wie Jack the Ripper, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, oder Prostituierte waren im Gespräch. Eine große Prise schwarzer Humor sollte ebenfalls enthaltenn sein. "Ich dachte mir, das wird echt großartig - und alle hatten wirklich Lust darauf", so Cormack. Nur Microsoft war mit dieser Idee überhaupt nicht einverstanden. Fable Legends wurde mit Gewalt durchgedrückt und sollte ein Free-to-Play-Spiel werden, das außer dem Namen und einem Fantasy-Setting so gar nichts mit der Serie gemein hatte. Nun fingen die Probleme an.

    Das Spiel war als Multiplayer-Titel konzipiert, doch Lionhead hatte in diesem Bereich überhaupt keine Erfahrungen. Das Team wurde aufgestockt, doch die Probleme wurden eher noch zahlreicher. Balancing-Probleme und wachsende Kosten türmten sich zu einem besorgniserregenden Missmanagement-Gebilde auf, das schließlich krachend in sich zusammenbrach. Fable Legends war tot und riss Lionhead in die Pleite. Microsoft schloss das Studio, nachdem bereits insgesamt 75 Millionen US-Dollar in Fable Legends gepumpt worden waren. Der Niedergang der Marke kann durchaus Microsoft in die Schuhe geschoben werden. Ein Fable 4 hätte zwar nicht unbedingt sicher eingeschlagen, doch sieht man sich die Verkaufszahlen der Vorgänger an, hätte man mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Hit gelandet.

    Halo - Microsofts Cash-Cow?

    Widmen wir uns nun einer echten Erfolgsgeschichte: Die Halo-Serie gilt als das Aushängeschild der Xbox-Marke. Kein anderes Spiel wird so stark mit Microsofts Konsolensparte verbunden, wie die Saga um den Master Chief. Und tatsächlich hat Halo 5 gerade erst einen Rekord gebrochen und Den Zenit überschritten? 
Halo steht weiterhin für Qualität und Teil 5 verkauft sich momentan wie geschnitten Brot, doch die Wertungsschnitte sinken immer weiter. (Xbox One) Den Zenit überschritten? Halo steht weiterhin für Qualität und Teil 5 verkauft sich momentan wie geschnitten Brot, doch die Wertungsschnitte sinken immer weiter. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell hat den stärksten Halo-Launch aller Zeiten hingelegt. Weltweit nahm Microsoft mit dem Titel innerhalb der ersten Woche nach Release satte 400 Millionen US-Dollar ein. Zum Vergleich: Halo 4 erwirtschaftete "nur" 300 Millionen US-Dollar in der ersten Woche. Microsofts Gesamteinnahmen aus der Franchise belaufen sich bis heute auf mehr als fünf Milliarden Dollar. Hier von einem sich abzeichnenden Untergang der Serie zu sprechen wäre Absurd. Doch hinter der erfolgreichen Fassade bröckelt es auch im Halo-Universum. So fällt beispielsweise auf, dass, ähnlich wie bei Fable, sowohl die Durchschnittswertungen der Fachpresse, als auch die der User immer stärker absackten.

    Die bekannte Internetseite Metacritic, welche Wertungen zahlreicher Publikationen auswertet und einen Durchschnitt listet, lässt erahnen, dass sich die epische Saga so langsam auf einen Schlingerkurs bewegen könnte. Während Halo: Combat Evolved anno 2001 noch einen sagenhaften Metascore von 97 erzielen konnte und auch von den Fans mit einem User Score von 8,6 bedacht wurde, kommt Halo 5: Guardians heute nur noch Sinkender Stern? 
Die Rezensionen der Halo-Teile werden von mal zu mal weniger wohlwollend. Sinkender Stern? Die Rezensionen der Halo-Teile werden von mal zu mal weniger wohlwollend. Quelle: Games Aktuell auf einen Metascore von 84 und einen recht bescheidenen Userscore von 6,5. Das kann jedoch zugegebenermaßen zahlreiche Gründe haben, die wohl erst in einigen Jahren genauer ausgemacht werden können. Zum einen hat mit 343 Industries ab Halo 4 ein neuer Entwickler das Heft für das Franchise in der Hand und zum anderen wird es für Halo immer schwieriger, in der Masse der oft hochwertigen Shooter positiv herauszustechen. Das erste Halo konnte noch Maßstäbe setzen, da die Konsolenkonkurrenz vergleichsweise gering war. Heute ist das mit gefühlten hundert Ego-Shootern im Jahr ein sehr schweres Unterfangen. Hinzu kommen ganz natürliche Abnutzungserscheinungen und eventuell auch eine gewisse Übersättigung. In jedem Fall gehen die Verkaufszahlen der Hauptserie (wir lassen Reach und ODST einmal bewusst weg) seit Halo 4 zurück. Noch ist es zu früh ein Urteil zu fällen, da Halo 5 gerade erst erschienen ist. Doch trotz des hohen Umsatzes liegt der Verdacht nahe, dass die Serie mit Halo 3 ihren Zenit in punkto Verkaufszahlen erreicht hatte und diesen womöglich auch nicht mehr überschreiten wird. Die immer schlechteren Reviews der Fans lassen zudem vermuten, dass die Serie künstlerische und spielerische Rückschritte macht. Beschwert wird sich häufig über die Microtransaktionen oder die schwache Story. Doch sei es drum: Unterm Strich ist Halo für Microsoft eine sichere Bank - noch. Man täte jedoch gut daran, von nun an mit höherem Bedacht vorzugehen. Ein anderes Microsoft-Beispiel zeigte nämlich überdeutlich, wie man nicht nur eine Serie, sondern gleich komplettes, erfolgreiches Studio innerhalb weniger Jahre in die Bedeutungslosigkeit managen kann.

    Ein Studio macht sich Rare

    Das 1985 gegründete britische Entwicklerstudio Rare war solange unabhängig, bis 1994 Nintendo 49 Prozent der Firmenanteile kaufte und die Spieleschmiede mit den vielen Talenten zu seinem Haus- und Hofentwickler machte. Geleitet von den Firmengründern Tim und Chris Stamper eilte Bärenstark? 
Das Duo Banjo und Kazooie war nur eines von Rares Zugpferden, denen der Sprung zu Microsoft nicht bekam. Inzwischen ist von den Hits nichts mehr übrig. (Xbox 360) Bärenstark? Das Duo Banjo und Kazooie war nur eines von Rares Zugpferden, denen der Sprung zu Microsoft nicht bekam. Inzwischen ist von den Hits nichts mehr übrig. (Xbox 360) Quelle: Games Aktuell Rare von einem Hit zum nächsten. Ob auf Super Nintendo, mit der Donkey Kong Country-Trilogie, oder auf dem N64, mit Spielen wie Diddy Kong Racing, Perfect Dark oder Banjo Kazooie - wenn Rare an etwas Hand anlegte, wurde es von Fachpresse und Spielern mit Lob überschüttet. Auch für Nintendos Konsole Gamecube hatte man bereits mehrere Spiele angekündigt, als 2002 Microsoft die Firma von Nintendo übernahm und fortan die Geschicke der Briten lenkte. Während Nintendo jedoch dem Studio weitgehend Narrenfreiheit gewährte, wohl wissend, dass es sie zu nutzen wusste, schuf Microsoft ein komplett anderes Arbeitsklima. Der Rare-Mitarbeiter Phil Tossell erinnerte sich in einem Gespräch mit Eurogamer: "Für mich persönlich wurde die Atmosphäre viel drückender und stressiger. Es gab das allgemeine Gefühl, dass man nicht mehr die Kontrolle über die Dinge hatte, die man Tat und dass einem auch nicht mehr wirklich getraut wurde."

    Mehr zu Rares Wechsel von Nintendo zu Microsoft, die Rolle der Gears of War-Reihe und Tim Sweeneys Kommentar: All das folgt morgen in Teil 2 des großen Specials!

    01:42
    Play Anywhere: Auf PC und Xbox One spielen - Trailer zu Microsofts Gaming-Offensive
  • Es gibt 14 Kommentare zum Artikel
    Von I3uschi
    Och ich bin zufrieden mit den exklusiven Win/Xbox Titeln.Noch etwas mehr Mut wie Quantum Break oder Sunset Overdrive…
    Von GenX66
    Statt wieder Fanboy-Wars anzuzetteln (was ich mit meiner Kritik am Heft-Artikel nicht bewirken wollte), solltet ihr…
    Von EmGeeWombat
    Also lag ich nicht ganz so falsch. Danke.
    • Es gibt 14 Kommentare zum Artikel

      • Von I3uschi
        Och ich bin zufrieden mit den exklusiven Win/Xbox Titeln.
        Noch etwas mehr Mut wie Quantum Break oder Sunset Overdrive wäre wünschenswert.
        We Happy Few Style, sowas eben.
        Wer Rennspiele mag ist auf der Xbox bestens aufgehoben und es kommt sogar ein ganz großer Strategie Knaller, letzteres ist ja auf Konsolen…
      • Von GenX66
        Statt wieder Fanboy-Wars anzuzetteln (was ich mit meiner Kritik am Heft-Artikel nicht bewirken wollte), solltet ihr den Artikel mal lieber lesen! 
      • Von EmGeeWombat
        Zitat von grinch66
        Und der fanboy Mist und die rein subjektive pro MS Einstellung, egal was sie verbrechen, von ash2x hört immer noch nicht auf!
        Nicht gerafft warum hier alle User gehen? Man man man. Viel Spaß wenn ihr alleine seid.
        Also lag ich nicht ganz so falsch. Danke.
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1202003
Microsoft
Der Fall Fable - Microsoft und seine starken Marken – Teil 1 des großen Specials
Der Fall Fable: Ruiniert das Unternehmen aus Redmond seine wertvollsten Marken? Wir durchleuchten fünf Fälle und gehen der Sache auf den Grund. Heute: Lionhead und Halo.
http://www.gamesaktuell.de/Microsoft-Firma-15584/Specials/Microsoft-Teil-1-1202003/
23.07.2016
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