Metal Gear Solid: Portable Ops

Test Andre Steinert

Endlich ein echtes Metal Gear Solid für die PSP! In seinem neuesten Abenteuer wird aus Snake dem Einzelkämpfer der Truppenkommandant Big Boss.

Bislang konnte Solid Snake auf der PlayStation Portable nicht richtig Fuß fassen. Wen wundert’s? Schließlich servierte sein geistiger Vater Hideo Kojima auf dem Sony-Handheld keine Stealth-Action-Kost, wie es die Fans von ihm gewohnt waren, sondern zwei rundenbasierte Strategie-Spielchen, in denen die Schlange zum Kartenzocker mutierte.

Ballermänner machen Krach. Wollen Sie einen Feind schlafen legen, sollten Sie Snakes Nahkampffähigkeiten nutzen. Ballermänner machen Krach. Wollen Sie einen Feind schlafen legen, sollten Sie Snakes Nahkampffähigkeiten nutzen. Das neue Spielprinzip war aber nicht der Hauptgrund für den mäßigen Erfolg der "Metal-Gear-Acid"-Reihe, vielmehr störten die komplizierte Handhabe und die saudummen Vorschulgeschichten (zwei Puppen entführen ein Flugzeug und bedrohen die Menschheit), die die MGS-Anhänger miterleben mussten. Bekanntlich sind aller guten Dinge drei: Mit dem dritten PSP-Einsatz wird wieder alles gut, und Snake macht das, was er am besten kann: schleichen und sich von seinen Kollegen zutexten lassen. Für "Metal Gear Solid: Portable Ops" (kurz "MPO") orientierten sich die Kojima-Productions-Coder am letzten PS2-Abenteuer Subsistence. Keine Panik, bei "MPO" handelt es sich nicht um eine zusammengeschusterte Portierung, sondern um ein komplett neues, eigenständiges Spiel mit einigen frischen Features.

Die blinde Schlange

Geschossen wird ausschließlich aus der Ego-Perspektive. Bewegen können Sie sich währenddessen leider nicht. Geschossen wird ausschließlich aus der Ego-Perspektive. Bewegen können Sie sich währenddessen leider nicht. "MPO" spielt sechs Jahre nach dem großen Showdown von "Snake Eater". Snake wird in Kolumbien in einer russischen Militärbasis von seinen ehemaligen Kollegen der Eliteeinheit FOX festgehalten. Auf Sie kommt nun die Aufgabe zu, aus dem Knast auszubrechen und herauszufinden, warum Snake einsitzt und was die FOX-Unit plant. Dabei steht Ihnen die gesamte Palette von Snakes Schleich- und Kampffähigkeiten zur Verfügung. Selbst CQC-Moves aus dem PS2-Vorgänger hat der Leisetreter drauf. So gehört es sich!

Die Steuerung wurde gut ans Handheld angepasst. Mit dem Analog-Stick schleichen Sie, mit Kreis wird die Waffe gezogen beziehungsweise eingesteckt.

Snake kann es nicht mit zwei Bösewichtern gleichzeitig aufnehmen. Verstecken Sie sich besser und warten Sie. Snake kann es nicht mit zwei Bösewichtern gleichzeitig aufnehmen. Verstecken Sie sich besser und warten Sie. Halten Sie den Kreis-Knopf gedrückt, erscheint das Inventar. Um einen Schuss abzufeuern, wechseln Sie mit der rechten Schultertaste in den Ego-Modus. Jetzt einfach den Quadrat-Button betätigen und die Kugeln machen sich auf die Reise. Befinden Sie sich nicht in der Ich-Perspektive und drücken Quadrat, lässt Snake seine Close-Quarters-Combat-Attacken vom Stapel. Bei der Kameraführung hat Kojima einen entscheidenden Fehler gemacht. Statt die alte Von-oben-Perspektive beizubehalten, wurde die neue, frei drehbare aus "Subsistence" eingesetzt. Das führt auf der PSP zu Problemen, da Sie ständig zwischen Analog-Stick und dem Digi-Pad hin und her wechseln müssen, um die Kamera zu justieren oder sich umzuschauen. Das nervt und bremst den Spielablauf gehörig.

Rambo war gestern

Bosskämpfe sind auch in Portable Ops Pflicht. Die Kamera macht diese aber doppelt schwer. Bosskämpfe sind auch in Portable Ops Pflicht. Die Kamera macht diese aber doppelt schwer. Viel mehr Spaß macht da das Rekrutier-Feature. In "MPO" gibt Snake nicht mehr den gnadenlosen Einzelkämpfer, sondern heuert Mitstreiter für seine Mission an. Die findet er unter anderem in den Reihen seiner Feinde. Um einen Gegenspieler von der "guten" Sache zu überzeugen, betäuben Sie ihn einfach und schleifen ihn zu Ihrem Lastwagen. Hier wird er dann von der lebenden Legende "überredet" -- schon gehorcht der ehemalige Bösewicht aufs Wort.

Die Waffenbrüder teilen Sie dann ihren Begabungen entsprechend bestimmten Aufgaben zu. Insgesamt gibt es vier verschiedene Einheiten: Techniker, Mediziner, Spione und die Infanterie.

Techniker erstellen Waffen und Items, während die Mediziner verwundete Kameraden verarzten. Spione durchforsten automatisch Einsatzgebiete nach nützlichen Informationen über wichtige Ziele für Sabotageanschläge oder Waffenfundorte.

Die Infanterie greift Ihnen während den Missionen unter die Arme. Ist Snake beispielsweise angeschlagen, dann verstecken Sie ihn einfach in einem Karton und beenden den aktuellen Einsatz mit einem übergelaufenen Soldaten.

Ins Netz gegangen

Zwischensequenzen wurden nicht in Echtzeit gedreht, sondern als Comicstrips, die mit dezenten Animationen geschmückt sind. Gezeichnet wurden die Grafiken von Ashley Wood (MGS: Digital Graphic Novel). Zwischensequenzen wurden nicht in Echtzeit gedreht, sondern als Comicstrips, die mit dezenten Animationen geschmückt sind. Gezeichnet wurden die Grafiken von Ashley Wood (MGS: Digital Graphic Novel). Ihre neu formierte Truppe steht Ihnen nicht nur im Story-Modus zur Seite. Im Mehrspieler-Modus können Sie ebenfalls auf Ihre Leute zurückgreifen und sowohl off- als auch online gegen andere Teams antreten. Wenn Sie lieber allein losziehen möchten, ist das natürlich genauso legitim. Insgesamt haben Sie die Wahl zwischen vier Multiplayer-Modi. Allerdings springt der Spielspaß-Funke in den Matches nicht so recht über. Daran ist mal wieder die Kamera schuld. In den Schlachten sind schnelle Reaktionen gefragt, die einfach nicht drin sind, wenn man ständig umgreifen muss. So entscheidet nicht Ihr Können, sondern das Glück über Sieg oder Niederlage.

Wertung zu Metal Gear Solid: Portable Ops (PSP)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Spannende Story, die Antworten auf viele offene Fragen gibtLevels sind nicht linear aufgebaut und können jederzeit besucht werdenDa Sie nun im Team arbeiten, ist strategisches Geschick gefragt
Eigentlich haben die Missionen die richtige Länge für den schnellen Zock zwischendurchDurch das ständige Gelaber wird das Spiel teilweise unnötig in die Läge gezogenFrei drehbare Kamera funktioniert ohne zweiten Analog-Stick nicht wirklich gut
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