METAL GEAR SOLID PORTABLE OPS
W ir schreiben das Jahr 1970: Sechs Jahre nach den Geschehnissen von "Metal Gear Solid 3" findet sich Naked Snake gefoltert in einer Zelle wieder. Wie sich herausstellt, wird er in einer russischen Militärbasis festgehalten, die von ehemaligen Mitgliedern seiner Eliteeinheit FOX überrannt wurde. Mit der Hilfe eines ebenfalls inhaftierten Green Beret namens Roy Campbell (Insider grinsen an dieser Stelle wissend) gelingt Snake die Flucht. Natürlich macht sich unser Oberheld, der eigentlich mit seiner Vergangenheit als Superspion abgeschlossen hatte, umgehend daran, herauszufinden, was hier vor sich geht.
Zum weiteren Verlauf der Story sei nur so viel gesagt: Freuen Sie sich auf allerhand bekannte Gesichter und Einblicke in bisher unbekannte Zusammenhänge des "MGS"-Universums. Extrafiese neue Bossgegner gibt's selbstverständlich obendrauf.
Erzählt wird die Geschichte übrigens nicht wie gewohnt in opulenten Filmsequenzen, sondern mittels dezent animierter Comics, wie wir sie aus "Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel" kennen. Wer jetzt enttäuscht ist, dem sei gesagt: Die Bilder von Zeichner Ashley Wood könnten auch diesmal gar nicht stilvoller und atmosphärischer sein.
Wie ein Grosser
Was den Spielablauf angeht, gleicht "MPO" nur auf den ersten Blick seinen Vorgängern für die großen Konsolen. Sie kämpfen sich in der Verfolgerperspektive durchs Feindgebiet, immer darauf bedacht, möglichst wenig Aufsehen zu erregen. Dabei steht Snake die gesamte Palette an Schleich-, Nah- und Fernkampf-Aktionen zur Verfügung. Sogar die frei drehbare Kamera, die erstmals in "MGS 3: Subsistence" zum Einsatz kam, ist mit an Bord.
Damit Sie auch auf Reisen auf die Schnelle mal Agentenluft schnuppern können, ist das Abenteuer jedoch in viele kleine Einzelmissionen aufgeteilt, die meist nur ein paar Minuten Spielzeit beanspruchen. Außerdem müssen Sie die Aufträge nicht strikt linear angehen, sondern können auf einer Übersichtskarte aus mehreren Optionen ihren nächsten Einsatzort wählen. Auch dürfen bereits erfolgreich durchkämmte Gebiete erneut besucht werden. Grund dafür ist die wohl interessanteste Neuerung: Snake gibt diesmal nicht den unbeirrbaren Einzelkämpfer, sondern heuert Mitstreiter für seine Mission an. Die findet er unter anderem in den Reihen seiner Gegenspieler: Schnell eine feindliche Wache betäubt, in den Lastwagen geschleppt und dort mit dem Charisma einer lebenden Legende bearbeitet -- schon hat man den ehemaligen Widersacher für die gute Sache gewonnen.
Rekruten raffen
Wem das zu mühselig ist, der greift auf die anderen Quellen für frische Kämpfer zurück, die Konami sich hat einfallen lassen. So können Sie etwa über die Wi-Fi-Funktion der PSP nach WLAN-Accesspoints suchen. Ist das Signal stark genug, generiert das Spiel aus den Daten des Accesspoints und Ihrer PSP einen neuen Verbündeten. Noch abgefahrener ist der sogenannte GPS-Scan: Mit dem schon bald erhältlichen GPS-Modul für die PSP suchen Sie in Ihrer realen Umgebung nach virtuellen Soldaten.
Egal ob im Spiel geschnappt, ins Netz gegangen, per GPS erwischt oder mit einem Freund getauscht: Jeder Ihrer Waffenbrüder hat unterschiedliche Fähigkeiten, die auf einem Statusbildschirm angezeigt werden. Je nach Begabung teilen Sie die Kollegen verschiedenen Einheiten zu. Spione etwa erkunden automatisch die Einsatzgebiete. Die Jungs von der Technikeinheit hingegen erfinden neue Waffen und Items, während die Sanitäter verwundete Kameraden wieder auf Vordermann bringen. Zu guter Letzt wäre da noch die Schleichtruppe inklusive Solid Snake, die Sie direkt durch die Missionen lenken.
Ihre kleine Armee kommt aber nicht nur in der Einzelspielerkampagne zum Einsatz, sondern auch im umfangreichen Online-Modus. Bis zu sechs Spieler dürfen ihre Squads in diversen Spielvarianten aufeinander hetzen. In der europäischen Version werden die Online-Maps sogar von acht auf zehn Stück aufgestockt. Außerdem dürfen sich "Metal Gear"-Fans hier zu Lande auf zwölf neue Rekruten freuen, die Japanern und Amerikanern vorenthalten blieben.mr n