Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise im Test

Test Johannes Gehrling
Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise im Test
Quelle: Nintendo

Das Neuauflagen- Tara für den Nintendo 3DS geht munter weiter. Diesmal an der Reihe: Mario & Luigi: Abenteuer Bowser. Zehn Jahre nach dem Original für den Nintendo DS immer noch ein Rollenspiel-Highlight? Das und weitere brennende Fragen zum Spiel klären wir in unserem Test eines der vermutlich letzten 3DS-Games aus dem Hause Nintendo.

Das Pilz-Königreich fällt einer furchtbaren und nicht nachvollziehbaren Krankheit namens Metabowlie anheim.

Durch die Krankheit blähen die Bewohner des Königreichs zu riesigen angeschwollenen Versionen ihrer selbst auf und können dann nur noch vorwärts kugeln statt laufen. Treffen kann es jeden. Prinzessin Peach ruft daher eine Notfallsitzung mit den wichtigsten Vertretern des Königreichs im Konferenzsaal ihres Schlosses ein, die im zerstörerischen Chaos versinkt, nachdem der eigentlich nicht eingeladene Bowser dazukommt. Dieser aß kurz zuvor einen merkwürdigen Pilz, den er von einem dubiosen Typen im Wald bekam und saugt im Schloss in bester Kirby-Manier alles in sich hinein, was sich dort befindet. Das heißt: neben dem Inventar auch Mario, Luigi, Peach und Co.! Ab dann findet das Spiel auf dem oberen Screen als Bowser im Pilz-Königreich, auf dem unteren Bildschirm als Mario und Luigi in Bowsers Körper statt. Aktionen der einen Spielwelt beeinflussen die andere Welt und umgekehrt, was zahlreiche Gameplay-Möglichkeiten eröffnet.

Zwei Welten, drei Helden

Im Grunde ist damit das allerwichtigste auch schon erklärt. Nintendo bleibt seiner Linie treu und veröffentlicht zum wiederholten Male ein Remake eines bereits existierenden Spiels für den alternden 3DS. Grundsätzlich ist Mario & Luigi: Abenteuer Bowser ein Rollenspiel, jedoch erweitert um Elemente anderer Genres. Die Kämpfe sind rundenbasiert, die Ausführung der eigenen oder gegnerischen Attacken findet jedoch in Echtzeit statt und integriert Rhythmus ganz grundsätzlich in die Spielweise. Mit dem richtigen Timing können die eigenen Attacken verstärkt und gegnerischen Attacken nicht nur ausgewichen, sondern diese sogar mit eigenen Angriffen gekontert werden. Zwar verstärken Erfahrungspunkte und damit verbundene Levelaufstiege die eigenen Spielfiguren, außerdem erlernen sie mit fortschreitendem Spielverlauf neue Fähigkeiten und Attacken, das verliert in Relation zum richtigen Timing aber durchaus etwas an Gewicht.

Die Oberwelt, also das Pilz-Königreich, erkundet ihr als Bowser aus der Vogelperspektive auf dem oberen Bildschirm. Die Spielwelt steckt nicht besonders arg voller Details, ist aber vielseitig aufgebaut und bietet einige Metroidvania-artige Elemente. So müsst ihr oftmals zu bereits erkundeten Gebieten zurückkehren, um dort Bereiche zu erforschen, die erst durch spätere erhaltene Fähigkeiten zugänglich sind. Bowser fühlt sich stimmig, schwer und stark an. Die zweite Spielwelt innerhalb Bowsers ist eine zweidimensionale und beinhaltet (zumindest ein paar) Jump&Run-Elemente. Hier interagiert ihr mit den Innereien Bowsers, die zugleich Mechanismen unterliegen und zu Auswirkungen in der Oberwelt führen. Aktiviert ihr beispielsweise Bowsers Armmuskeln, erhält Bowser in der Oberwelt einen Energieschub und wird besonders kräftig. Zusammen seid ihr stärker: Arbeiten Mario und Luigi dank Brüder-Attacken zusammen und stimmt euer Timing, könnt ihr Gegnern besonders viel Schaden zufügen. Quelle: N-ZONE Zusammen seid ihr stärker: Arbeiten Mario und Luigi dank Brüder-Attacken zusammen und stimmt euer Timing, könnt ihr Gegnern besonders viel Schaden zufügen.

Eine neue Sichtweise

Neu beim Remake des zehn Jahre alten DS-Spiels ist neben einer aufgehübschten Grafik sowie einiger überarbeiteter Interfaces der neue Modus namens Bowser Jr.s Reise. Die zusätzliche Kampagne dreht sich grundsätzlich um die gleichen Geschehnisse wie das Hauptspiel, zeigt das Ganze aber aus einer anderen und neuen Perspektive rund um Bowser Jr. und seine Babysitter, die Koopalinge. Die Geschichte des Hauptspiels wird dadurch um neue Aspekte und Handlungsstränge ergänzt und noch detaillierter erzählt. Bowser Jr.s Reise setzt auf simples Echtzeit-Strategie-Gameplay, der Fokus der eigenen Einflussnahme liegt auf der Vorbereitung der Kämpfe und dem gelegentlichen punktuellen Eingreifen während der Gefechte, die grundsätzlich computergesteuert und automatisch ablaufen. Das ganze Gameplay-System erscheint zunächst simpel und recht passiv, entpuppt sich aber als dennoch tiefgehend. Ein einfaches Schere-Stein-Papier-System determiniert das Aufstellen der eigenen Truppen ganz grundsätzlich, neue Einheiten erhaltet ihr nach jedem Kampf, kämpfende Soldaten erhalten Erfahrungspunkte. Bei Bowser Jr.s Reise kämpfen eure Schergen automatisch, ihr nehmt während der Gefechte aber gelegentlich Einfluss. Quelle: N-ZONE Bei Bowser Jr.s Reise kämpfen eure Schergen automatisch, ihr nehmt während der Gefechte aber gelegentlich Einfluss.

Eine wärmste Empfehlung

Der neue Modus ist eine nette Ergänzung des Hauptspiels, mehr aber dann auch wieder nicht. Das Remake von Mario & Luigi: Abenteuer Bowser sei Erstkäufern uneingeschränkt wärmstens empfohlen, doch auch Besitzer des Originals kommen aufgrund der verbesserten Technik und Grafik sowie der netten zusätzlichen Kampagne auf ihre Kosten und sollten sich eine erneute Anschaffung durchaus überlegen. Beide Modi überzeugen durch eine wahnsinnig charmante Aufmachung, eine unterhaltsame sowie witzige Story und vor allem im Falle des Hauptspiels durch ein Gameplay, dass jede Menge Spaß bereitet und stetig zum Weiterspielen motiviert.

Meinung

Wertung zu Mario & Luigi: Abenteuer Bowser + Bowser Jr.s Reise (3DS)

Wertung:

8.8 /10
Pro & Contra
Geniale Gameplay-MechanikEinnehmende AtmosphäreMotivierendes Fortschritts-SystemAusgeklügeltes KampfsystemUnterhaltsame und witzige StoryNeuer Modus bereitet Spaß …
… ist aber nur okayKeinerlei 3DDialoge teils etwas langatmig
Fazit

„Auch als Neuauflage ein Klempner-Rollenspiel von besonders hoher Qualität.“

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