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  • Lost Planet: Extreme Condition

    Monsterjagd auf eisigem Planeten

    Lost Planet: Extreme Condition Lost Planet erschien kurze Zeit nach einem berühmten Xbox-360-Shooter (indiziert!) und musste sich natürlich den Vergleich zu dem brutalen Actionfeuerwerk gefallen lassen. Dabei ist ein Vergleich etwas unfair, denn beide Spiele bedienen unterschiedliche Zielgruppen.

    Der größte Unterschied ist wohl in den Settings zu finden. Während man beim indizierten Shooter gegen die Locust auf dem eigenen Planten kämpft, sind bei Lost Planet die Menschen die Aggressoren, welche in den Lebensraum der Aliens eindringen. Auf dem eisigen Schneeplaneten E.D.N. III ist das Überleben der Menschen nur möglich, wenn sie Thermalenergie gewinnen, die sich zufälligerweise auch in den Körpern der insektoiden Akrid findet. Diese fiesen Viecher sind überall auf dem Planeten zu finden, wobei diese Rasse äußerst variantenreich ist. Von kleinen dreibeinigen Kugelfängern, über gepanzerte Rollkäfer von der Größe eines LKWs, bis hin zu fliegenden Riesenmotten findet sich eine ganze Reihe von Viechern, die man auch in Starship Troopers hätte finden können. Die sehr gut animierten großen Brocken haben leuchtend rote Stellen am Körper, an denen man ihnen Schaden zufügen kann, der Rest ist in der Regel zu stark gepanzert, um sie verwunden zu können. Leider erfährt man während des Spiels praktisch nichts über den eigentlichen Hauptgegner.

    Die Steuerung ist intuitiv und geht leicht von der Hand. Die Spielfigur bewegt man mit dem linken Stick und mit dem rechten schaut man sich um. Problematisch wird nur, wenn man sich innerhalb eines Battlesuits befindet. Man nimmt eine herumliegende Waffe mit der B-Taste auf, ebenso wie man mit der B-Taste aus dem Anzug steigt. Wenn man neben dem Kampfanzug steht und einsteigen will, was man ebenfalls mit der B-Taste tut, hat man bisweilen auch schon mal eine der Waffen des Battlesuits aus Versehen abmontiert, denn das klappt auch mit B.

    Der Spielablauf ist ziemlich simpel. Man startet irgendwo und muss irgendwo anders hin. Zwischen diesen beiden Punkten gilt es Horden von stumpfsinnigen Gegnern mittels der mitgeführten Waffen oder eines der zahlreichen Mechs entweder auszuschalten, oder sie zu ignorieren und weiterzulaufen. Das ganze wird immer wieder von englischen Zwischensequenzen mit deutschen Untertiteln unterbrochen, welche die Charaktere vertiefen soll und die Handlung vorantreibt. Die Action im Spiel ist ziemlich gut gelungen, denn die Spielfigur Wayne Holden, die übrigens von dem koreanischen Schauspieler Lee Byung Hu dargestellt wird, verliert konstant Thermalenergie, die als Lebensenergiereserve fungiert. Die Lebensanzeige funktioniert ähnlich wie der Schild in Halo 1. Wird man getroffen, verliert man zunächst Lebensenergie, die aber nach kurzer Pause mit Thermalenergie aufgeladen wird. Neue Thermalenergie gibt es in Tanks, von Gegnern und von Thermalstationen, die auch als Wegweiser innerhalb einer Mission fungieren. Durch die ständig sinkende Thermalenergie muss man immer in Bewegung bleiben und weitere Action und Explosionen suchen. Diese sind auch richtig toll gelungen! Riesige Explosionen füllen den Bildschirm, gigantische Bossgegner wackeln mit Tentakeln und schießen Raketen und die Soundeffekte machen passenden Krach dazu. Technisch ist der Titel also vorne dabei, auch deswegen, weil die Xbox trotz Gegnermassen, Explosionen und Ballereien nicht ruckelt. Schön ist auch, dass sich sehr viele Gegenstände in der Spielwelt zerstören lassen; man sollte sich also nicht all zu sehr auf seine Deckung verlassen.
    Der Schwierigkeitsgrad ist innerhalb der Level sehr variabel, aber selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad fordernd. Und mit variabel meine ich, dass die Levels teilweise aufgrund der hundsmiserablen Gegner-KI stellenweise belanglos einfach und bisweilen durch schiere Unfairness schwierig sind. Es kommt erschwerend hinzu, dass freies Speichern nicht möglich ist, sondern das Spiel an vorgegebenen Punkten automatisch speichert. Diese Speicherpunkte sind sehr unterschiedlich gesetzt, so dass man entweder direkt vor der problematischen Stelle anfangen, oder bisweilen zehn oder mehr Minuten wiederholen muss. Hervorzuheben ist noch Waynes Enterhaken, den er benutzen kann, um sich auf Felsvorsprünge und ähnliches hochzuziehen und abzuseilen. Das letzte ist aber witzlos, da man keinen Fallschaden erleidet. Apropos fallen... nach jedem Treffer zuckt die Spielfigur zusammen und ist kurzzeitig nicht mehr zu steuern. Richtig extrem wird dies, sobald man einen schweren Treffer wie von einer Explosion erleidet. Dann fliegt Wayne durch die Gegend und rappelt sich nur sehr langsam wieder auf. Größere Gegner nutzen die Zeit auch gerne, um ihre schweren Waffen nachzuladen und einem die nächste Explosion um die Ohren zu jagen, sobald man wieder steht. Die Explosionen sehen zwar, wie erwähnt, ziemlich schnieke aus, behindern aber immer mal wieder extrem die Sicht. Gerade wenn man mit Raketen beschossen wird, sich gerade wieder aufrappelt und sich durch den Qualm eine weitere Rakete fängt, ist man fast soweit frustriert in den Controller zu beißen, was ohnehin bei diesem Spiel öfter geschehen dürfte. Etwas sicherer ist man in den sogenannten Vital Suits, eine Art Minimech, bzw. Battlesuit. Diese meist humanoiden Vehikel wurden für den Kampf gegen die insektoiden Akrid entworfen und nehmen meist bis zu zwei schwere Waffen auf, mit denen man viel Schaden anrichten kann. Von diesen Vital Suits findet man im Spielverlauf eine ganze Menge, oftmals auch an völlig absurden Stellen. So ist es beispielsweise ausgesprochen nett von den Aliens, ihre riesigen Bossmonster immer in der Nähe von kleineren Vital Suit Sammelstellen auftauchen zu lassen. Andererseits ist es mir völlig unverständlich, wieso man einige diese Vital Suits auf einem derart lebensfeindlichen Planeten ohne Kanzel ausstattet, oder wieso derartig viele funktionsfähige Maschinen unter Schnee begraben liegen, während Schneepiraten und andere mögliche Piloten dumm-glücklich daneben stehen. Es gibt verschiedene und auch abwechslungsreiche Modelle, mit Nahkampfwaffen, verschiedenen Waffenslots, besonderen Sprung- und oder Verwandlungsmöglichkeiten. Insgesamt stellt man sich hier die Frage, welche Art von Spiel die Entwickler eigentlich wollten, denn man verbringt derartig viel Spielzeit in diesen wandelnden Panzern, dass die Einsätze außerhalb der Kisten schon fast Ausnahmen sind. Gerade für die fulminanten Bosskämpfe braucht man die Vital Suits fast immer, auf jeden Fall deren Waffen, denn Wayne ist aus irgendeinem Grund in der Lage, eine der gigantischen Vital Suit-Waffen zu tragen und abzufeuern. Wieso er so etwas kann, wird nicht erklärt. Wie eigentlich alles in dem Spiel.

  • Lost Planet: Extreme Condition
    Lost Planet: Extreme Condition
    Release
    06.2007

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Lost Planet: Extreme Condition
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http://www.gamesaktuell.de/Lost-Planet-Extreme-Condition-Spiel-12685/Lesertests/Lost-Planet-Extreme-Condition-739015/
19.05.2009
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