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Kunstobjekt Videospiele

Filmkritik-Ikone: "Videospiele können niemals Kunst sein" - Update: Deus Ex-Schöpfer Warren Spector äußert sich

26.07.2010 12:53 Uhr
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Der Filmkritiker Roger Ebert schreibt in seinem Blog über Videospiele. Dabei streitet er Spielen jeglichen Gehalt von Kunst ab. Laut Deus Ex-Schöpfer Waren Spector sei es jedoch irrelevant, was Ebert denken würde.

Filmkritik-Ikone: Update vom 26.07.2010: Nach der kritischen Äußerung von Rogert Ebert zum Thema Videospiele als Kunst, äußerte sich nun auch Deus Ex-Schöpfer Warren Spector zu diesem Thema und reagierte auf den Beitrag des Filmkritikers. Spectors Meinung nach sei es völlig "irrelevant" was Ebert denken würde, da "er es einfach nicht verstehen würde".

"Das ist eine weitere [Debatte], die mich fast nicht interessiert", so Spector. "Wenn wir nicht schon gewonnen haben, werden wir das zwangsläufig tun. Videospiele kommen gerade aus dieser Phase raus, in der ich sie als Medium beschreiben würde, das Erwachsene nicht verstehen. Roger Ebert ist wie solch ein Erwachsener. Er versteht es nicht."

"Tatsache ist doch, dass wir sehr nah an dem Punkt sind, an dem jeder Spiele spielt, sofern wir ihn nicht schon erreicht haben - eben so wie jeder Filme oder Fernsehen schaut. Wir sind wirklich an diesem Punkt angelangt, an dem jeder Spiele spielt."

"Jüngere Leute wachsen auf, die Leute zwischen 20 und 30 haben Kinder und diese fangen an zu spielen - es nicht so, als ob diese Leute mit dem Spielen aufhören würden, wenn sie 30, 40 oder 50 Jahre alt werden. Wir werden zu einem Mainstream-Medium, bei dem jeder spielt."

"Letztendlich wird es etwas geben, das ich oder ihr nicht verstehen werdet und wir alle werden sagen: 'Oh, diese Kinder heutzutage, dieses Zeug ist keine Kunst.' Das Gleiche passierte mit Filmen. Geht zurück zu den Anfangstagen der Filmen oder zurück zu den Anfangstagen der Bücher, verdammt nochmal. Das kann keine Kunst sein. Denkt an die Zeit, in der die Leute Shakespeare das Leben schwer machten."

"Welches Medium Erwachsene auch immer nicht verstehen, kann keine Kunst sein. Letzten Endes werden diese Erwachsenen verschwinden, neue nehmen ihren Platz ein und irgendein anderes Medium nimmt den Platz von dem ein, das jeder hasst. Wir verlassen nun diese Periode. Was Roger Ebert denkt, ist völlig irrelevant."

Quelle: Eurogamer

Originalmeldung vom 20.04.2010: Roger Ebert, viel gerühmter Filmkritiker der Chicago Sun-Times, schreibt in seinem Blog, dass aktuelle Videospiele keine Kunst seien. Er geht sogar so weit zu sagen, dass kein heute lebender Videospieler "lang genug leben wird, um sein Medium als eine Kunstform zu erleben." Während er in seinem Essay lange Ausführungen zu Kunstdefinitionen macht, kommt er zu dem Schluss, dass den aktuellen Videospielen bestimmte Merkmale eines Kunstwerkes fehlen.

"Ein offensichtlicher Unterschied zwischen Kunst und Spielen ist, dass man ein Spiel gewinnen kann. Es gibt Regeln, Punkte, Ziele und Ergebnisse. Santiago mag ein umfassendes Spiel zitieren, in dem es keine Punkte oder Regeln gibt, aber dann würde ich sagen, dass es aufhört ein Spiel zu sein und stattdessen die Präsentation einer Geschichte, eines Romans, eines Stückes, eines Tanzes, eines Films wird. Diese Dinge kann man nicht gewinnen; man kann sie nur erleben."

Ebert reagiert mit seinem Essay auf Kellee Santiago, Gründerin von That Games Company und Mitentwicklerin von Flower, die an der Universität von Kalifornien einen Vortrag gehalten hat. Darin führt sie unter anderem Waco Resurrection, das 4D-Jump 'N Run Braid und das visuell ansprechende PS3-Download-Spiel Flower an, die zeigen sollen, dass Videospiele bereits Kunst seien. Die Games seien momentan "ähnlich holzschnittartig" wie z.B. George Melies' "Die Reise zum Mond" (1902), einer der ersten Filme. Den kompletten Vortrag findet ihr übrigens unten als Video.

Ebert widerspricht jedoch Santiago. Die drei Games mögen zwar gute Spiele sein, aber aus Sicht der Kunst seien sie "erbärmlich". "Ich wiederhole: 'Niemand in oder außerhalb der Branche konnte bisher ein Spiel nennen, das einen Vergleich mit den großen Poeten, Filmemachern, Romanautoren oder Lyrikern wert ist."

Ebert selbst hat die Spiele nicht gespielt. Und die drei von Santiago vorgestellten Games "lassen in ihm nicht die Hoffnung aufkommen, dass ein Videospiel seine Aufmerksamkeit lang genug verdient, um es zu spielen."

Quelle: Blog.Suntimes


Ist Eberts Argumentation einleuchtend? Sind Computer- und Videospiele keine Kunstform?

Vortrag von Kellee Santiago an der Universität von Kalifornien

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26.07.2010 12:53 Uhr
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27.07.2010 10:32 Uhr
Eine Sache, die balthier immer wieder betont hatte war, dass Kunst individuell sein muss, also nicht von einer Gruppe erschaffen werden kann. Ehrlich gesagt glaube ich, dass auch Gruppenwerke Kunst sein können. Aber es stimmt, dass die Aussage mitunter nicht von allen 100%ig unterstützt und so in das Spiel integriert wird. Aber genauso wie bei Filmen und bei Musik, gibt es einen Regisseur/Produzenten/Bandleader/Game Designer (komm nicht mit Design), der das Projekt führt.

Bestes Beispiel für mich, ist das Gespräch mit Mordin in ME2 über die Kroganer. Man diskutiert über den Begriff Holocaust in einer rationalen Art und Weise! Das ist etwas vollkommen neuartiges und ist in einem Videospiel wie ME extrem gut zur Geltung gekommen. Und so ein Dialog ist für mich Kunst. Diese Kunst sagt allerdings nicht direkt etwas aus, sondern überlässt dem Spieler die Entscheidung, was er aus dem Dialog lernt oder erkennt. Das ist ehrlich gesagt kaum bei anderen Medien zu schaffen. Und das ist für mich eine künstlerische Leistung.
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27.07.2010 02:20 Uhr
Eberts Argumente sind genauso minderwertig. Bspw. wenn es um Titel geht und deren Vergleich zu anderen Werken und Künstlern. Das diese natürlich nicht von sich selbst aus groß gemacht werden, sondern von dritten zeigt die große Schwäche. Es ist eben wie bei Comics, es gibt da die kleine Elite und die macht die Meinung. Irgendwann ist die weggestorben und eine neue Junge formiert sich. Das war schon immer so. Letztendlich hat Otto Normal ohnehin recht, alles ist Kunst.
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26.07.2010 23:42 Uhr
Spectors Argumente sind ja nicht gerade die besten. Er unterstellt Ebert Unverständnis, dabei scheint er aber selbst dessen Argumentation gar nicht zu verstehen. Da geht es um ganz logische Widersprüche, die Philipp in seinem Blog schön beschrieben hat. Schade, dass Spector darauf keine Argumente formuliert. Dann ist sein Statement soviel wert, wie das eines Normalverbrauchers, der meint, alles sei Kunst. Nun ja...
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26.07.2010 23:35 Uhr
Soll doch dieser Roger Ebert sagen was er will. Mit seiner Äußerung möchte er die Leute nur provozieren, dabei verdient eine derartige Bemerkung doch nur eines, nämlich ignoriert zu werden
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26.07.2010 19:12 Uhr
Warren Spector kann man nur recht geben. Z.B. ist in meinen Augen RDR ein gute Beispiel. Man kann spielerisch denken was man will, aber eine so lebhafte Spielwelt mit glaubhaften Charakteren und einem kritischen Unterton ist genauso sehenswert wie ein gutes Gemälde, so lesenswert wie ein anspruchvolles Buch oder so gefühlvoll wie ein schönes Gedicht.

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