Killerspiele-Diskussion
Danke an Frau Pfeiffer für diese offenen und ehrlichen Worte bei denen man nicht sofort das Gefühl haben muss, als Zocker grundsätzlich ein schlechter Mensch zu sein.
Ich kann einge ihrer Einstellungen durchaus nachvollziehen, allerdings musste ich feststellen, dass das wohl eher ein Generationenkonflikt ist. Mag sein, dass die heutigen Generationen nicht mehr so sensibel sind, aber dennoch sensibel genug um reale Menschen und Tiere und auch die Geschichte zu achten.
Ich finde es gut, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzt und sich die Spiele vorspielen lässt, aber wie stehts mit dem selber zocken?
Ich selbst bin 27 Jahre alt und mit Games und Konsolen aufgewachsen. Ich habe weder den Holocaust mitgemacht noch heiße ich ihn gut. Dass das Thema in Spielen angesprochen wird widert mich genausowenig an, wie es in Filmen behandelt wird. Nur weil etwas unangenehm für einige ist, muss man das ja nicht als unangenehm für alle abtun. Zumal durch die Medien ja auch die Geschichte wiedergegeben wird.
Zu den Begriffen wie säubern etc war ich doch sehr erstaunt. Da müsste man vermutlich den halben Duden umschreiben. Nur weil diese Worte verwendet werden ist das doch nicht abscheulich. Wir sind doch keine Nazis sondern nur normale Menschen die eine Leidenschaft fürs Zocken haben. Man muss doch in einzelne Worte nicht solche Dinge hineininterpretieren. Ich finde das unprofessionell.
Auch ich bin auf dem Land aufgewachsen, mit intensiver Nähe zu Tieren und die ich natürlich auch über alles liebe, schätze und achte. Und trotzdem töte ich die Hunde aus Resident Evil 5 ohne Alpträume davon zu haben. Ganz einfach weil sich in meinem Kopf nichts Realles abspielt sondern mein ganzes Bewusstsein weis, dass es reine Fiktion ist, ein Spiel, was sich da vor mir abspielt.
Warum muss es solche Spiele geben? Das hat mich meine Mutter auch oft gefragt. Ich kann darauf keine Antwort geben. Ich kann nur sagen, dass es mir keine gewalttätigen Gedanken auslöst. Für mich sind solche Spiele einfach ein Ventil. Ein Ventil um Frust und Ärger loszuwerden. In der Gesellschaft muss man viel zu angepasst sein, häufig die Meinung anderer vertreten und in diesen Spielen kann man die Realität und auch seinen Ärger einfach mal vergessen und seine Alltagswut auch mal loswerden. Sie dienen zum Abschalten und nicht als Vorlage für Gewalttaten. Vielleicht ist es auch einfach mal ein gutes Gefühl mal der Antiheld zu sein und zu rebellieren ;-) All das, was man eben sonst nicht sein kann. Ein bisschen Kopfkino und Entertainment. Auch nicht anders, als wenn man sich Filme anschaut.
Zu dem Thema USK fällt mir nur ein, dass man hier eher mal die FSK überprüfen sollte. Denn was die teilweise für 12 oder 16jährige freigeben schockiert mich. Gerade der Film Watchmen hat mich umgehauen und mich dazu veranlasst das Kino zu verlassen. Der Film war ab 16 und gehört eigentlich in die Kategorie 18+
Und ich finde sehr wohl, dass die Eltern in der Aufsichtspflicht sind. Ich kenne meinen Spielehändler sehr gut und er hat klare Richtlinien. Ungeeignete Spiele verkauft er nicht an Kinder. Problem sind die Eltern, die dann sagen, "dann kaufe ich eben das Spiel". Da kann sich der Händler auch nicht gegen wehren.
Klar sollte über Spiele aufgeklärt werden und auch grade die Eltern sollten sich mehr interessieren und sich vielleicht mit den Kindern gemeinsam damit beschäftigen. Nur so kann sich ein Mensch auch gesund und stabil entwickeln, durch Anleitung und Begleitung und dann stellen solche Spiele auch für niemanden eine Bedrohung dar (die sie ja auch gar nicht sind)
Ich finde auch dass man Killerspiele spielen kann, ohne gewalttätig zu sein. Man sollte virtuell von real unterscheiden können. Aber was die FSK betrifft, bin ich nicht deiner Meinung. Watchmen war überhaupt nicht brutal oder so.
Ja es Passiert viel zu oft das es heißt Ego-shooter oder…