Killerspiel-Verbot: Bundesregierung will Gesetze nicht verschärfen
Ein Bürger bekam die Gelegenheit, vor dem Bundestag ein Plädoyer gegen die Verschärfung des Gewaltspieleverbots zu halten. Er hatte für eine Petition im letzten Jahr insgesamt 73.302 Unterschriften gesammelt und damit die Voraussetzungen für die Anhörung vor dem Petitionsausschuss geschaffen. Der Mann forderte den Bundestag auf, ein härteres Verbot zu Action-Computerspielen abzulehnen und stattdessen bestehende Gesetze besser durchzusetzen.
Den Anlass für das Plädoyer gab die Innenministerkonferenz vom 05.06.2009: Auf dieser wurde gefordert, das Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Action-Computerspielen deutlich zu verschärfen.
Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sprach sich gegen eine Änderung des Paragraphen 131 aus. In diesem sind die Kriterien festgelegt, die für den Verbot von Spielen entscheidend sind. Die Innenministerkonferenz hatte vor, den Paragraphen so zu ändern, dass deutlich mehr Computerspiele von einem Verbot betroffen wären.
Olaf Wolters, Geschäftsführer des BUI (Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.), begrüßte das Signal der Bundesregierung, dass die Verbote vorerst nicht strenger werden. "Emotionen, Vorurteile und mangelndes Wissen prägen leider noch immer viel zu oft den öffentlichen Diskurs zu Computerspielen." Deutschland habe bereits die international strengste Gesetzeslage. Ein Verbot von Action-Spielen widerspreche zudem der Zensurfreiheit nach dem Grundgesetz.
"Polemische Begriffe wie 'Killerspiele' sind zumeist der Unwissenheit ihrer Schöpfer geschuldet", so Wolters weiter. "Derartige Bezeichnungen bringen nicht nur ein ganzes Genre der Computerspieleindustrie - das der Action-Spiele - in Verruf, sondern diskriminieren auch die Menschen, die sich für diese Spiele begeistern."
Quelle: BUI Online
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jetzt müssen die nur noch richtig durchgesetzt werden und strafen für zuwiderhandlungen erhöht werden.
Auf jeden Fall endlich einmal eine (vorübergehend) gute Entscheidung