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  • Just Cause

    James Bond kann samt Smoking nach Hause gehen. Der Held von heute trägt Vokuhila- Frisur und Goldkettchen, befreit aber südamerikanische Eiländer genauso spektakulär.

    Geheimagenten sind verschieden. Da gibt es die mit Schlapphut und Löchern in der Zeitung, die stundenlang auf Parkbänken sitzen. Dann gibt es Draufgänger, die im Dienste ihrer Majestät reihenweise Gangsterbräute flachlegen. Und dann gibt es Jungs wie Rico Rodriguez. Nicht ganz so eloquent, dafür mit Ballermännern, deren Durchmesser nur noch von den eigenen Eiern übertroffen wird. Das sind die Jungs fürs Grobe, die immer gerufen werden, wenn wirklich Not am Mann ist. Zum Beispiel, um eine südamerikanische Insel vom ungeliebten Presidente zu befreien. Und zwar mit Stil, denn Rico ist nicht nur Kunstschütze, sondern ein wahrer Akrobat und Stuntman.

    Auf den Schirm!

    Klar, dass Sie nicht in die Uniform des Diktators Salvador Mendoza, sondern in die schwarzen Cowboystiefel von Rico Rodriguez schlüpfen. Ihr Auftrag: Dem Regime auf San Esperito den Garaus machen. Ihre Werkzeuge: Zwei Kanonen, ein Taschencomputer und ein Fallschirm, an dem Sie Ihrem Einsatzort entgegen trudeln. Ein Wunderwerk der Technik: Fast so wendig wie ein Flugzeug, mit einem Tastendruck eingepackt und sofort wieder einsetzbar. Sie können davon sogar vom Boden aus durchstarten -- aber dazu später mehr.

    Unten angekommen, zählen erst einmal Ihre Schießkünste. Mendoza hat nämlich ein Willkommenskomitee bestellt, das Sie mit bleihaltigen Gastgeschenken empfängt. Geballert wird in der Rückenansicht, das kennt man aus Max Payne. Wobei Just Cause (Gottseidank!) auf Zeitlupeneffekte verzichtet. Zwei Eigenheiten fallen auf. Erstens: Rico kann ganz schön was wegstecken -- im Gegensatz zu den Gegnern. Zweitens: Die Steuerung ist etwas träge, bei schnellen Schwenks schwimmt das Fadenkreuz über den Schirm.

    Heckschütze Texas-Style

    Nicht weiter tragisch, nach zehn Sekunden ist der Spuk schon vorbei, und wir sammeln die hinterlassenen Waffen, Munitions- und Verbandspäckchen ein. Weiter geht?s per Auto, und zwar auf der Ladefläche eines schwer getunten Pickup-Trucks. Dort klemmen wir uns hinters Bord-MG und wehren Verfolger ab, die nicht locker lassen wollen. Ein Militärjeep nach dem anderen fliegt in die Luft, sogar zwei Hubschrauber holen wir vom Himmel, bevor sie ihre Raketen loswerden.

    Als das Getümmel gar zu dick wird, naht die Kavallerie in Form von Kampfjets der Luftwaffe, die Mendozas Schergen einfach wegbomben. Ist doch schön, wenn man als US-Agent die Airforce zu Hilfe rufen darf.

    (Un-)freiwillige Fahrgemeinschaft

    Nun haben wir schon zwei der drei wesentlichen Spielelemente von Just Cause kennen gelernt: Schießereien zu Fuß und Dauerfeuer-Action am Geschütz. Nummer drei kommt im ersten richtigen Einsatz: Autofahren. San Esperito erstreckt sich nämlich über satte 1.000 Quadratkilometer. Zu viel, um es auf Schusters Rappen zu erkunden. Zum Glück findet sich an jeder Ecke ein fahrbarer Untersatz: Vom Mini zum Straßenkreuzer, vom Geländewagen zum Schulbus -- über 100 Fahrzeugtypen haben die Entwickler nach echten Vorbildern modelliert.

    Nun sitzt zwar in den meisten Vehikeln ein KI-Pilot hinterm Steuer. Aber GTA-Fans wissen: Ein Tastendruck genügt, und das Auto wechselt den Besitzer. Im Gegensatz zu Grand Theft Auto schaden solche Rowdy-Aktionen nicht mal unserem Ruf. Die Polizei hat uns ohnehin auf dem Kieker, und die Rebellen lieben uns selbst dann, wenn wir versehentlich ihre Streiter überfahren.

    Touristenführer inklusive

    Ob nun geklaut, ehrlich gefunden oder bestellt (über den Taschencomputer können wir an manchen Orten fahrbare Untersätze bei der Agency anfordern): Wir sind auf dem Weg zu unserem ersten Einsatzort. Eine Markierung weist uns die ungefähre Richtung, Details verrät die jederzeit aufrufbare Karte. Die warnt uns auch, dass zwischen unserem aktuellen Standort und dem Reiseziel (ein Hochsicherheitsgefängnis) ein See liegt -- was tun?

    Kein Problem! In der Nähe entdecken wir eine weitere Einzeichnung, die uns auf einen wichtigen Gegenstand aufmerksam macht. Der entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Schnellboot; in anderen Missionen erwarten uns an solchen Stellen andere nützliche Gegenstände. Außerdem gibt?s noch blaue Punkte, wo Bonusobjekte wie Waffen und Vehikel zu finden sind. Das erleichtert die aus GTA bekannte Jagd nach Extras.

    Einbruch in Alcatraz

    Jedenfalls schnappen wir uns das Schiffchen und sind Sekunden später unterwegs zur Gefängnisinsel -- die allerdings von allen Seiten mit hohen Mauern geschützt ist. Jetzt kommt wieder unser Fallschirm zum Zug. Per F-Taste befördern wir Rico in die Stunt-Position. In diesem Fall breitbeinig balancierend auf dem Vorderdeck. Noch einmal gedrückt, und schon zieht unser Held die Reißleine und katapultiert sich wie mit dem Raketenrucksack in die Höhe. Nicht ganz physikalisch korrekt, aber spektakulär und vor allem nützlich. Auf ähnliche Art gelangen wir nicht nur über die Brüstung, sondern können auch blitzschnell das Fahrzeug wechseln, unseren Verfolgern entkommen und zahlreiche andere Stunts vollführen -- Beispiele im Extrakasten auf den vorangegangenen Seiten.

    Alle Macht den Drogen

    Nach kleineren Scharmützeln im Gefängnishof haben wir endlich unsere erste Aufgabe erfüllt: Rebellenanführer Jose Caramicas atmet die süße Luft der Freiheit. Als Belohnung gibt?s wie vor und nach fast jeder Mission eine gerenderte Zwischensequenz und eine Handvoll Extras aus dem Versandkatalog der Agency.

    Schließlich führt uns das Spiel noch in das Konzept der Nebenaufträge ein. Abseits der 20 umfangreichen Story-Einsätze wartet eine Unzahl an Bonusmissionen auf uns. Die steigern für gewöhnlich unseren Ruf bei den beiden befreundeten Fraktionen (neben den Rebellen unterstützen wir ein Drogenkartell) und füllen Waffenkammer und Garage auf. Eine Sonderrolle kommt den Befreiungsschlägen zu. Darin jagen wir den Regierungsstreitkräften nach und nach die Kontrolle über die rund 30 Sektoren der Insel ab. Vorteil: In freundlichen Abschnitten dürfen wir jederzeit Equipment bestellen und den Spielstand sichern (anderswo sind die Punkte viel zu spärlich verteilt). Allerdings bleiben auch die Eroberungen freiwillig. Theoretisch können wir uns das ganze Spiel hindurch an der Story entlang hangeln.

    Wiederholunglunglung

    Sie wundern sich jetzt vielleicht, warum wir Ihnen nur die ersten anderthalb Missionen schildern. Ganz einfach: Weil die sich das ganze Spiel hindurch wiederholen. Wir mopsen ein Auto, brettern zum Einsatzort, absolvieren eine spannende Story-Mission, freuen uns über Zwischensequenz und Belohnung und erledigen anschließend pflichtschuldig die ein oder andere Bonusaufgabe. Mal sollen wir Zigarren besorgen, mal eine Kamera, mal Munition -- lange nicht so abwechslungsreich wie bei Grant Theft Auto.

    Das gilt auch für die Insel: Die sieht an allen Enden und Ecken zwar traumhaft schön, aber auch ernüchternd ähnlich aus. Wirklich zuhause fühlen wir uns nirgendwo. Trotzdem macht es Spaß, das Eiland zu erkunden. Dank der Einzeichnungen finden wir überall Nützliches und Kurioses. Wir beobachten Fischer bei der Ausfahrt, Schießereien zwischen Polizei und Gangstern, einen Verkehrsunfall mit anschließender Massenschlägerei.

    Die Einwohner San Esperitos besitzen zwar kein richtiges Eigenleben wie die Figuren aus Gothic 3, erfreuen uns aber immer wieder mit solchen chaotischen Darbietungen. Wenn nicht, helfen wir einfach etwas nach ...

    Rüdiger Steidle

  • Just Cause
    Just Cause
    Publisher
    Eidos
    Developer
    Avalanche Studios (SE)
    Release
    12.06.2009
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http://www.gamesaktuell.de/Just-Cause-Spiel-9782/Tests/Just-Cause-720879/
01.10.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/10/t_justcause_01_10.jpg
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