Nach Verschiebungen und Publisher-Wechsel liegt die Testversion endlich auf unserem Schreibtisch. Hat sich die Mehrarbeit gelohnt?
W as lange währt, wird endlich gut: Ursprünglich sollte das Tuning-Rennspiel "Juiced" im Herbst letzten Jahres von Acclaim veröffentlicht werden. Dann ging der amerikanische Publisher pleite und das Rennspiel verschwand für einige Wochen von der Bildfläche -- bis THQ die Rechte am verschollen geglaubten Titel aufkaufte. Nach mehreren Verzögerungen rasen wir nun mit der finalen Version ins VGA-Testlabor.
STORY: Die fürs Genre übliche Handlung erfindet auch "Juiced" nicht neu: Der Spieler steigt als Rennfahrer in die Straßenrenn-Szene ein und arbeitet sich dort zielstrebig nach oben.
SPIEL: Mit jedem Sieg verdient sich Ihr Fahrer den Respekt der Konkurrenz und füllt mit den Siegprämien seine Geldbörse. Diese Kohle wird wiederum in den fahrbaren Untersatz gesteckt. Vinyls, neue Spoiler oder ein kräftiges Tuning-Kit -- so rüstet man seinen Wagen für den anstehenden Wettkampf. Und wie kommt man zu den Rennen? Hier haben die Entwickler von Juice Games eine pfiffige Idee entwickelt: Ein übersichtlicher Rennkalender verrät jederzeit, welche Turniere gerade anstehen. Hier finden sich die unterschiedlichsten Events. Gehören Sprint-, Circuit- und Point-to-Point-Rennen noch zum Standard, fallen spezielle Veranstaltungen in die Kategorie "Rennexotik". Beim Showoff-Modus beispielsweise vollführen Sie auf einer Strecke halsbrecherische Tricks und beeindrucken damit das Publikum, während Sie an anderen Turnieren wiederum nur dann teilnehmen dürfen, wenn Sie sich inzwischen Respekt verschafft haben.
Richtig begeistert hat uns das unberechenbare Verhalten der computergesteuerten Fahrer. Diese scheren gerne mal direkt vor uns aus oder es unterläuft ihnen mal ein Fahrfehler. Die teils knallig bunte und detaillierte Streckengrafik erinnert ein wenig an "Burnout 3". Nur die Fahrzeuge sehen teilweise aus wie Plastikspielzeug.
FAZIT: Alles und noch viel mehr sollte "Juiced" dem Tuning-Fan bieten, hieß es. Ansatzweise ist dies den Entwicklern gelungen. Einige innovative Elemente hier, abwechslungsreiche Rennmodi dort -- aber letztlich gibt es doch kleine Unstimmigkeiten. Vor allem verwirrt die Präsentation mit komplexen Menüs. Außerdem erscheint der Schwierigkeitsgrad unausgewogen. Steigt man mit einem nicht aufgerüsteten Level-5-Wagen in die entsprechende Klasse ein, sieht man nur die Rücklichter der Kontrahenten. Nur wer die Genre-Konkurrenten bereits abgearbeitet hat, sollte mal einen Blick auf "Juiced" werfen. MH
