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Jugendschutz

Bundestags-LAN: Politiker zocken Counter-Strike, Red Dead Redemption und mehr

24.02.2011 11:40 Uhr
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Die Medienwelt dreht sich momentan politisch vor Allem um ein Thema: Die Plagiats-Affäre von Karl-Theodor zu Guttenberg. Dabei gibt es doch auch andere, spannende Ereignisse im Deutschen Bundestag. Zum Beispiel die Politiker-LAN, bei der die Volksvertreter gestern Counter-Strike, Red Dead Redemption und andere Spiele ausprobieren konnten. Redakteurs-Legende und PC Games-Chefin Petra Fröhlich war live vor Ort und berichtet hautnah.

'Und das ist also dieses Counter-Strike?' Profispieler führten auf der Politker-LAN im Bundestag vor, wieviel Taktik und Training vonnöten ist, um in Ligen und Turnieren zu bestehen. (1) "Und das ist also dieses Counter-Strike?" Profispieler führten auf der Politker-LAN im Bundestag vor, wieviel Taktik und Training vonnöten ist, um in Ligen und Turnieren zu bestehen. (1) Wenn man sich aktuelle Medienberichte anschaut könnte man den Eindruck bekommen, dass die Plagiats-Affäre rund um Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg das einzige Thema ist, das derzeit im Bundestag diskutiert wird. Doch weit gefehlt! Denn gestern Abend lud der Deutsche Bundestag zur Politiker-LAN ein. So konnten sich die Volksvertreter selber ein Bild machen von diesen ominösen Computerspielen, denen allerlei schlechte Einflüsse nachgesagt werden.

Die Anspiel-Session wurde von drei Mitgliedern des Bundestags angeleiert: Dorothee Bär (Stellvertretende Generalsekretärin der CSU), Jimmy Schulz (FDP) und Manuel Höferlin (FDP). Unsere geschätzte Kollegin und Chefredakteurin der PC Games, Petra Fröhlich, war live dabei, als Politiker Gamepads, Lenkräder, Mäuse und Tastaturen in die Hände nahmen, um sich selbst einen Eindruck virtueller Welten zu verschaffen. Eines stand leider schon vorher fest: Kanzlerin Merkel war auf dem Event nicht zu erwarten, sie hielt zur gleichen Zeit eine Rede in Freiburg.

23. Februar, 11:00 Uhr
Die Politiker erwartet heute Abend ein bunter Querschnitt Für Besucher ist die Kuppel des Berliner Reichstags nach wie vor gesperrt - wegen latenter Terrorgefahr. Für Besucher ist die Kuppel des Berliner Reichstags nach wie vor gesperrt - wegen latenter Terrorgefahr. durch die Welt der Computer- und Videospiele: Alle großen Spielehersteller werden vor Ort sein und ihre Titel präsentieren, von Wii- und Kinect-Sportspielen über Rollen- und Strategiespiele bis hin zu Ego-Shootern. Doch schon jetzt ist klar, dass gerade die Kritiker die Veranstaltung boykottieren werden. Spiegel Online zitiert Hans-Peter Uhrl, den innenpolitischen Sprecher der CDU-/CSU-Fraktion, mit den Worten: "Wozu soll ich lernen, wie man ein Killerspiel wie Counter Strike spielt?"

23. Februar, 23:00 Uhr
Auf jeden der 30, 40 anwesenden Abgeordneten kommen gefühlt 20 Kamerateams, Die drei Bundestagsabgeordneten, die zur Politiker-LAN geladen hatten: Manuel Höferlin (FDP), Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP). Die drei Bundestagsabgeordneten, die zur Politiker-LAN geladen hatten: Manuel Höferlin (FDP), Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP). Fotografen und Zeitungsredakteure: Über mangelndes Presse-Interesse konnten sich die Veranstalter - drei Bundestagsabgeordnete und die großen Spielehersteller - nicht beklagen. Direkt unter der Reichstagskuppel wurden PCs, Spielkonsolen (Xbox 360, PlayStation 3, Wii, DS), Fernseher und Cockpits aufgebaut, damit sich interessierte Volksvertreter selbst ein Bild machen konnten, was in Sachen Computerspiele heutzutage so alles möglich ist.

Um es vorweg zu nehmen: Minister und Parteichefs ließen sich - erwartetermaßen - nicht blicken. Prominenteste Probespielerin: Ex-Justizministerin Brigitte Zypries, die mit wachsender Begeisterung einen leuchtenden Move-Controller durch die Luft wirbelte und in Segas Tennissimulation Virtua Tennis 4 einen Aufschlag nach dem anderen übers virtuelle Netz drosch.

Ex-Justizministerin Brigitte Zypries fand erkennbar Gefallen an Segas Tennissimulation Virtua Tennis 4 - sie war die einzige Politikerin mit Bundeskabinettserfahrung. Ex-Justizministerin Brigitte Zypries fand erkennbar Gefallen an Segas Tennissimulation Virtua Tennis 4 - sie war die einzige Politikerin mit Bundeskabinettserfahrung. Wer aufgrund des geweihten Veranstaltungsorts erwartet hatte, dass vor allem harmlose Partyspiele wie Just Dance 2, Mario Kart und Kinect Sports präsentiert werden, sollte Recht behalten. Nichtsdestoweniger avancierte die Politiker-LAN auch zu einer Leistungsschau aktueller Spielehits - auch solche, die im Vorfeld erneut reflexartig als "Killerspiel" etikettiert wurden. Um solche Vorurteile und Klischees zu entkräften, war die LAN-Party ja eigentlich initiiert worden.

Rockstar war mit dem Western-Shooter Red Dead Redemption vertreten, THQ lud zum Homefront-Spielen ein und einige mutige Abgeordnete ließen sich sogar beim Counter-Strike-Source-Fraggen fotografieren. Man musste sich tatsächlich die Augen reiben, um zu realisieren: Hier werden Ego-Shooter gespielt, nur wenige Meter über den fliederfarbenen Sesseln, auf denen sonst einige der erbittertsten Computerspiel-Gegner der Republik Platz nehmen - eine Steigerung gegenüber dem Schauplatz Berliner Reichstag wäre nur noch die bayerische Staatskanzlei.

Die teilnehmenden Spielehersteller (darunter Sony, Electronic Arts, Activision, Ubisoft, Sega, Microsoft, Nintendo) zeigten sich am Ende der Veranstaltung zufrieden - vielleicht lassen sich beim nächsten Mal auch einige der "restlichen" 600 Bundestagsabgeordneten motivieren.

24. Februar, 9:00 Uhr
Die drei Bundestagsabgeordneten über ihre Beweggründe, die erste Politiker-LAN ins Leben zu rufen:

Dorothee Bär (MdB, Stellvertretende CSU-Generalsekretärin): "Computerspiele sind mittlerweile ein Teil der Kultur unserer Gesellschaft und genießen als anerkanntes Kulturgut den besonderen Schutz (...) sowie auch die explizite Förderung des Staates. (...) Wünschenswert ist, dass diese Erfahrungen zu einer sachlicheren und fachlich fundierteren Diskussion zum Thema Computerspiele führt."

Manuel Höferlin (MdB, FDP): "Die erste Politiker-LAN soll mehr Verständnis für Computerspiele in den Plenarsaal bringen. (...) Es ist mir wichtig zu zeigen, dass das oft gezeichnete Bild des vereinsamten Computerspielers vielmals wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. (...) Computerspiele sind für mich eine natürliche Weiterentiwcklung des herkömmlichen, "analogen" Spielens."

Jimmy Schulz (MdB, FDP): "Seit Anfang der 80er Jahre, also seit den ersten überhaupt verfügbaren Computerspielen, begeistere ich mich dafür. (...) Einige meiner Kollegen kennen die digitale Welt der Computerspiele noch nicht und urteilen über das Unbekannte, Neue, scheinbar Gefährliche. Mein Anliegen ist es, diese Vorurteile zu hinterfragen. (...) Generell bin ich überzeugt davon: Politiker sollten öfter selbst erleben, worüber sie entscheiden."

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24.02.2011 11:40 Uhr
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24.02.2011 20:19 Uhr
Spiegel Online zitiert Hans-Peter Uhrl, den innenpolitischen Sprecher der CDU-/CSU-Fraktion, mit den Worten: "Wozu soll ich lernen, wie man ein Killerspiel wie Counter Strike spielt?"


hat er doch recht, wozu soll ichs meinem opa beibringen wollen, was hat er davon ? sie lernen ja auch nicht, wie man gute…
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Bewertung: 0
24.02.2011 18:50 Uhr
Dass die Politiker auch nur von Counter Strike reden zeigt doch, wie viel Ahnung sie von dem Thema Videospiele haben... 
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Bewertung: 0
24.02.2011 18:34 Uhr
Na das ist doch schonmal ein Anfang.
Ich hoffe, dass es in Zukunft sowas wirklich öfter gibt.

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