Das grundlegende Spielprinzip von Jewel Quest ist ein alter Hut. Mit Bejeweld 2 gibt es sogar schon ein sehr ähnliches Knobelspiel auf dem Xbox-Live-Marktplatz. Trotzdem sollten Freunde der gepflegten Gehirnmarter einen Blick auf die Juwelen-Hatz werfen.
Dank einiger kleiner, aber feiner Unterschiede hat Jewel Quest seinen ganz eigenen Reiz. Wie bei Zoo Keeper oder eben Bejeweld 2 gilt es, auf einem (zunächst) quadratischen Spielfeld voller verschiedenfarbiger Symbole mindestens drei gleichfarbige Steine in einer senkrechten oder waagrechten Linie anzuordnen. Die zur Reihe zusammengefügten Steine lösen sich auf, und von oben rutschen neue nach. Mit Glück ergibt sich so eine Punkte bringende Kettenreaktion.
Das Problem: Sie dürfen immer nur zwei nebeneinanderliegende Steine vertauschen und das auch nur dann, wenn sich dadurch unmittelbar mindestens eine Dreierreihe ergibt. Ansonsten springen die Juwelen zurück in ihre Ausgangsposition.
Anders als bei den genannten Genrekollegen geht es hier nicht nur darum, innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele Punkte zu ergattern oder eine bestimmte Anzahl von Symbolen abzubauen. Lösen Sie einen Stein auf, wird das Quadrat, in dem er sich befand, golden. Ins nächste Level steigen Sie erst auf, wenn das komplette Raster im Goldglanz erstrahlt. Anders gesagt: Sie müssen vor Ablauf des Zeitlimits in jedem Feld des Spielbretts mindestens einen Stein auflösen.
Was anfangs noch relativ flott von der Hand geht, wird bald knifflig. So ändert sich schon im ersten Durchgang der fünf (nochmals in diverse Unterlevels unterteilten) Stages die Form des Spielfeldes. Statt des Quadrats finden Sie zum Beispiel plötzlich ein nach unten hin immer enger werdendes Raster vor. Klar, dass das die Kombinationsmöglichkeiten einschränkt. Später müssen Sie sich zusätzlich mit ins Spielfeld hineinragenden Vorsprüngen, Steinen, die sich erst auflösen, wenn sie ein zweites Mal in eine Reihe eingebaut wurden, und anderen Schweinereien herumschlagen.
Zwar sind die meisten Levels mit einem guten Auge, Weitblick und Übung zu schaffen. So manche höhere Spielstufe gerät aber leider zum Glücksspiel: Fallen Ihnen nicht die richtigen Steine aufs Brett, ist sie nicht zu schaffen. Das tut dem typischen "Ein Versuch noch"-Effekt aber keinen Abbruch. Mehrspieler-Modi gibt's nicht, Sie können nur via Xbox Live Ihre Highscores mit dem Rest der Welt vergleichen.
Die Präsentation ist zweckmäßig: Die einzelnen Steine lassen sich klar voneinander unterscheiden und das ist schließlich das Wichtigste. Etwas lieblose Hintergrundbilder und der mystisch angehauchte, dahinplätschernde Soundtrack sorgen für dezentes "Indiana Jones"-Flair. Nichts Besonderes, aber für diese Art von Spiel ausreichend.
