Jet Set Radio erschien vor nunmehr zwölf Jahren erstmals für die Kult-Konsole Dreamcast. Sega spendiert dem Cel-Shading-Veteranen nun ein HD-Upgrade und lässt Jet Set Radio damit auf PC, Xbox 360 und PS3 neu aufleben. Lest in unserem Test, ob es sich immer noch lohnt, Jet Set Radio zu spielen, oder ob der Titel seine besten Jahre bereits hinter sich hat.
Als Jet Set Radio im Jahre 2000 das erste mal auf der Bildfläche erschien, wusste das Spiel vor allem mit dem bis dato nahezu unbekannten Cel Shading-Look zu begeistern. Zunächst zeigt sich als Jet Set Radio als eine Art Aggressive Inline mit Comic-Grafik, doch hinter der coolen Optik versteckt sich ein weitaus umfangreicheres Konzept. Jet Set Radio kombiniert die Fun-Sport-Action eines typischen Tony-Hawk-Games mit den kniffligen Plattform-Einlagen eines Jump N' Runs und lässt euch dazu coole Graffiti sprayen.
Präsentiert wird das Ganze in einem anime-inspirierten Universum um ein futuristisches Tokio, in dem ein Krieg zwischen verschiedenen Gangs und der Polizei tobt. Wenn man von Jet Set Radio spricht, darf auch der coole Soundtrack nicht unerwähnt bleiben, der von J-Pop bis Garage so einiges zu bieten hat und noch dazu von einem der abgedrehtesten Radio-DJs, Professor K, moderiert wird. Doch kann Jet Set Radio abseits seines individuellen Styles auch heute noch mit flüssigem Gameplay überzeugen? Lest in unserem Gamesaktuell-Test alles über das HD-Remake von Jet Set Radio.
Setting und Story
Zunächst einmal können wir euch beruhigen: Der Re-Release von Jet Set Radio versteht sich als originalgetreue Portierung der Dreamcast-Fassung, wobei die Veränderungen nahezu ausschließlich grafischer Natur sind. Die Cel-Shading-Optik ist hervorragend gealtert und kann sich auch heute im HD-Gewand noch absolut sehen lassen. Hauptveränderung ist neben der erhöhten Auflösung und der Anpassung des Spiels auf das 16:9-Format die Integration von Achievements und Trophäen, zusätzlich gibt es Online-Ranglisten, die zur Highscore-Jagd motivieren sollen.
Im Spiel übernehmt ihr die Rolle des Skaters Beat, der zusammen mit seiner Gang GG gegen die anderen rivalisierenden Gangs der futuristischen Stadt Tokyo-to kämpft. Der Kampf wird über das Sprayen von Graffiti ausgetragen, wobei es gilt, an möglichst vielen Orten mit seinen Kunstwerken Präsenz zu zeigen. Natürlich lässt es sich auch die Polizei nicht nehmen, in den Bandenkrieg einzugreifen, und so bekämpft ihr im Verlauf von Jet Set Radio nicht nur die verfeindeten Gangs, sondern nehmt es auch mit den Ordnungshütern auf oder liefert euch actionreiche Verfolgungsjagden.
Gameplay
Quelle: SEGA
Das Missionsdesign besteht größtenteils aus Spraying, Wettrennen oder Kämpfen mit der Polizei.
Damit diese auch ein gutes Ende für euch nehmen, startet ihr zu Beginn mit einem Tutorial, in dem die zugegebenermaßen für heutige Verhältnisse relativ unkonventionelle Steuerung erklärt wird. Anders als in Fun-Sport-Spielen wie Tony Hawk Pro Skater müsst ihr hier den Analog-Stick nach oben drücken, um überhaupt vorwärts zu skaten. Sprünge werden über die Face-Buttons ausgeführt, mit einem Druck auf den Schulterbutton führt ihr euer Graffiti aus. Ähnlich eines Quick-Time-Events werden hierbei Bewegungen eingeblendet, die ihr mit dem Analog-Stick nachzeichnen müsst, um euer Kunstwerk nicht zu versauen. Keine Sorge: Nach ein wenig Eingewöhnungszeit geht die Steuerung flüssig von der Hand, und ihr skatet und sprayt wie ein junger Gott durch die stylishen Umgebungen. Ein wenig mehr Hilfe beim Erlernen der Steuerung wäre im Tutorial allerdings nicht verkehrt gewesen, denn ihr müsst die Ausführung der Moves zunächst selbst erforschen, auf Einblendungen wurde verzichtet. Stattdessen wird euch lediglich die auszuführende Bewegung vorgegeben, die ihr nachzuahmen habt.
Habt ihr euer Übungsgelände hinter euch gelassen, könnt ihr dann auch endlich loslegen und die Stadt unsicher machen. Das Missionsdesign ist größtenteils um das Anbringen von Graffiti in verschiedenen Bereichen gestrickt, an anderer Stelle skatet ihr mit anderen Gangs um die Wette oder versucht, möglichst viele Tricks zu vollführen. Während der Missionen sitzt euch immer wieder die Polizei im Nacken, die euch und eurem Lebensbalken anfänglich mit Schlagstöcken zwar nur mäßig zusetzt, im späteren Spielverlauf jedoch auch auf rabiatere Vorgehensweisen wie bewaffnete Hubschrauber zurückgreift. Während ihr euch also durch die Storyline bewegt, werden mit den abgeschlossenen Missionen und speziellen Herausforderungen dann weitere Mitglieder eurer Gang freigeschaltet, die ihr auch allesamt jederzeit steuern könnt. Jet Set Radio erscheint am 19. September für PC, Xbox 360 und PS3 für rund 10 Euro. Playstation Plus-Mitglieder skaten bereits jetzt für schlanke 6,99 Euro. Eine PS Vita-Version ist ebenfalls in Arbeit, die jedoch erst im Oktober das Licht der Videospielwelt erblicken wird. Ob man bei einem Kauf der PS3-Version die Handheld-Fassung gratis erhält, wie es derzeit bei mehreren Titeln der Fall ist, ist noch nicht bekannt.
