Die Eroberung Europas will gut geplant sein. Überlegen Sie sich also, wie Sie die Preußen oder Franzosen in Schach halten wollen.
E ine erfreuliche Erkenntnis: Moderne Strategiespiele kommen also auch ohne Panzer, GIs und islamische Terroristen aus. Ähnlich wie bei dem jüngst erschienenen "Cossacks 2" schultern Ihre Truppen auch bei "Imperial Glory" im alten Europa das Bajonett und wetzen den Säbel.
STORY: In Europa geht's zu Zeiten Napoleons hoch her. Frankreich, England, Russland, Preußen und Österreich keilen sich um die Vorherrschaft auf dem Kontinent. Im verschneiten Russland, den schottischen Highlands oder im Vorhof des Potsdamer Schlosses versuchen Sie mit Diplomatie und militärischer Gewalt, ganz Europa unter Ihre Knute zu zwingen.
SPIEL: Auch wenn das Grundkonzept reichlich martialisch klingt, den Großteil des Spiels verbringen Sie mit Planen. Sie bauen Eisenwerke, Kasernen, Krankenhäuser und Ähnliches. Das stärkt Ihnen bei kommenden Gefechten den Rücken. Kluge Bündnisse und Pakte geben Ihnen bei gewagten militärischen Unterfangen die nötige Sicherheit. Natürlich heißt das nicht, dass Ihnen ein vermeintlicher Freund nicht trotzdem in den Rücken fällt, wenn es wirklich ernst wird. Bei fünf großen Nationen und 19 kleineren Fürstentümern haben Sie jede Menge möglicher Partner und natürlich auch Feinde.
Kommt es zum Kampf, befehligen Sie Ihre Truppen per Maus. Sie entscheiden über Bewegungen und Formationen -- und ärgern sich dabei immer mal wieder, dass Sie im Pausen-Modus keine Befehle geben können. Bei bis zu 1.000 Mann im Feld kann es nämlich schon mal passieren, dass Sie den Überblick verlieren und auf einmal in Ihre eigenen Linien feuern.
Eine wichtige Rolle spielen auch die Mini-Missionen: Wer verschiedene kleinere Aufgaben wie das Errichten einer Handelsstraße erledigt, freut sich über tolle Boni wie beispielsweise komplett geheilte Armeen.
FAZIT: Bis Sie alles erforscht, sämtliche Provinzen aufgerüstet und ganz Europa in Ihrer Gewalt haben, können durchaus zehn spannende Stunden vergehen. Leider macht die KI immer wieder dumme Fehler. Da stürzen sich zum Beispiel Soldaten in aussichtslose Nahkämpfe oder Diplomaten brechen Bündnisse, nur um sie in der nächsten Runde wieder neu zu schließen. Ein bisschen Feintuning hätte hier sicherlich nicht geschadet. Dafür gefallen die flotten Schlachten. Allerdings wird's manchmal etwas hektisch, weil man im Pausen-Modus keine Befehle geben kann. Zudem ziehen sich manche Gefechte unnötig lange hin.TN
