Imperator: Rome: Das Strategieschwergewicht in der Vorschau
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Knapp zehn Jahre nach Europa Universalis: Rome enthüllte Paradox Interactive Ende Mai auf seiner Hausmesse PDX Con den spirituellen Nachfolger. Entwicklungsleiter: Kein Geringer als Strategie-Koryphäe Johan Andersson.
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Als das Strategiespiel Europa Universalis: Rome im April 2008 für den PC erschien, drifteten die Meinungen von Fans und Pressevertreter mitunter weit auseinander. Während die einen die unglaubliche Spieltiefe, die historische Präzision sowie die motivierenden Grundmechaniken lobten, kritisierten die anderen den komplizierten Einstieg, die dumme KI, die wenig benutzerfreundliche Menüoberfläche sowie eine Vielzahl technischer Probleme. Das Erstaunliche: Trotz dieser Polarisierung verkaufte sich der Titel besser als erwartet und kann auch heute noch einige überaus loyale Fans vorweisen. Kein Wunder also, dass Paradox Interactive es mit Imperator: Rome (jetzt kaufen 44,95 € ) noch einmal wissen will.
Die Ära nach Alexander dem Großen
Dreh- und Angelpunkt der Ereignisse ist die Welt im Jahr 304 vor Christus. "Das Spiel startet etwa 20 Jahre nach dem Tod von Alexander dem Großen", sagt Kreativdirektor Johan Andersson im Gespräch mit PC Games. "Sein riesiges Königreich ist in multiple Staaten zerbrochen, darunter Mazedonien, Ägypten sowie das Seleukidenreich. Diese Staaten kontrollieren nun große Teile seines ehemaligen Herrschaftsgebiets - und mögen sich untereinander nicht besonders. Denn jeder möchte der neue Alexander sein. Im Westen wiederum befindet sich Rom, welches zu Spielstart nicht sonderlich groß ist. Es besteht nur aus einigen Dutzend Städten. Darüber hinaus gibt es natürlich noch andere starke Staaten wie zum Beispiel die Etrusker, die Samier sowie Karthago und Syrakus."
Quelle: Paradox Interactive
In der höchsten Zoomstufe offenbart Imperator: Rome viele schöne Details, darunter hübsch modellierte Straßen, Dörfer, Wälder und Militäreinheiten.
Das Interessante an Imperator: Rome: Nicht nur die Römer sowie die eben genannten Reiche stehen als spielbare Fraktion zur Auswahl, sondern knapp 390 weitere Nationen, alle mit eigenen Startpositionen auf der wahrlich gigantischen Strategiekarte. Andersson verdeutlicht: "Die nördliche Grenze der Karte befindet sich in Skandinavien. Im Westen ist Irland die Grenze, im Südosten Äthiopien und im Nordosten das Gebiet zwischen Tibet und Cylon. Was bleibt, ist die bisher größte Spielwelt, die Paradox je erschaffen hat. Eine Welt, die obendrein mit knapp 7000 Städten aufwartet."
Wie man es von anderen Paradox-Spielen kennt, bietet jede Nation zudem kulturspezifische Eigenheiten. Die Kelten zum Beispiel nutzen ganz andere Arten der Kriegsführung als etwa die Römer und verfügen - genau wie jede andere Kultur auch - über individuelle Boni, Fähigkeiten und Einheiten.
Auf die Balance kommt es an
Neugierig macht darüber hinaus das Bevölkerungsgruppen-System, bei welchem die Entwickler zwischen vier verschiedenen Gruppen unterscheiden. Bürger kümmern sich um Forschung und Handel, während die sogenannten Freeman vor allem die Arbeitskraft eines Volkes repräsentieren und zum
Quelle: Paradox Interactive
Tolle Details für Geschichts-Nerds: Das Spiel nutzt die römische Zeitrechnung und beginnt am 1. Januar 450 ab urbe condita, also 450 nach der Stadtgründung von Rom.
Militärdienst rekrutiert werden können. Sklaven wiederum generieren in erster Linie Steuereinnahme. Letzter im Bunde sind Stammesangehörige. Sie dienen der Produktion von Nahrung, werfen aber auch kleinere Steuereinnahmen ab.
Interessant aus Gameplay-Sicht: Die einzelnen Bevölkerungsgruppen (hier Pops genannt) haben völlig unterschiedliche Effektivitätswerte, die vor allem dann nach oben schießen, wenn ihre Zufriedenheit hoch ausfällt. Geht die Zufriedenheit dagegen in den Keller, sinkt auch die Loyalität einer Gruppe, was im schlimmsten Fall zu Revolten und Aufständen im eigenen Reich führt. Gegensteuern lässt sich in solchen Fällen unter anderem mit einer erhöhten Weinproduktion, dem Wechsel der Staatsform oder religiösen Ritualen.
Pop-Promotions, also das Befördern einzelner Pops, sind ebenfalls möglich. Euer Nachschub an Rekruten stockt? Dann könnte eine Lösung darin bestehen, eine gewisse Menge Sklaven in Freeman zu konvertieren. Aber Vorsicht: Wer hier die falschen Weichen stellt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn ihm die Steuereinnahmen wegbrechen - was dann wiederum für Unbehagen bei wichtigen Charakteren wie Generälen und Stadthaltern sorgt.
Abseits innerpolitischer Belange, muss sich der Spieler selbstverständlich auch um außenpolitische Angelegenheiten kümmern. Das Führen von diplomatischen Verhandlungen mit Nachbarn und Barbarenstämmen ist demnach mindestens genauso wichtig wie das Einrichten von Handelsrouten sowie das taktisch kluge Zusammenstellen von Truppen vor einer Schlacht. Kampfelefanten zum Beispiel sind besonders mächtig, dafür allerdings nicht in jedem Terrain einsetzbar und obendrein mit hohen Anschaffungskosten verbunden. Kurzum: Für ausreichend Komplexität ist gesorgt.
Benutzerfreundlichkeit wird großgeschrieben
Kenner erinnern sich: Die Menüführung des Erstlingswerks war in vielen Punkten schlichtweg ein Graus. Hinzu kam, dass sich das Spiel zu keiner
Quelle: Paradox Interactive
Modernisiert: Im Vergleich zum knapp zehn Jahre alten Europa Universalis: Rome wirkt die Benutzeroberfläche deutlich aufgeräumter und übersichtlicher.
Zeit sonderlich viel Mühe gab, Dinge sinnvoll zu erklären. Die gute Nachricht: In Imperator: Rome dürften diese Unzulänglichkeiten wahrscheinlich der Vergangenheit angehören. "Weniger Klicks und deutlich bessere Tooltips - das ist unser Mantra für das neue Interface", verspricht Johansson. "Um Dinge schneller zu erläutern, setzen wird außerdem auf verschiedene Textfarben. Eine Farbe zeigt zum Beispiel Instruktionen für den Spieler an. Eine weitere verdeutlich, dass es sich um ein geschichtliches Element handelt und auch spielmechanische Aspekte erhalten eine eigene Textfarbe." Und ein Mehrspielermodus? Ist in jedem Fall vorhanden und soll erneut mit einer Funktion auftrumpfen, die es Spielern gestattet, sich in bereits laufende Matches einzuklinken.
