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  • Hitman: Blood Money

    Er ist gnadenlos, eiskalt und haarlos. Bindet sich der glatzköpfige Killer-Klon Agent 47 die rote Krawatte um, schlottern seinen Opfern schon die Knie. Der Hüne grübelt: "Probier ich's heute auf die lautlose Tour oder nehme ich lieber noch ein zusätzliches Magazin für meine Silverballer-Pistole mit?" Ballern oder schleichen?

    Eigentlich könnte die "Hitman"-Serie in Verdacht geraten, weder Fisch noch Fleisch zu sein. Aber genau dieser Spagat zwischen ruchlosem Morden und geplantem Vorgehen scheint den Reiz der Reihe auszumachen. Nicht umsonst erscheint in schöner Regelmäßigkeit alle zwei Jahre ein neuer Titel. Nach dem enttäuschenden "Contracts" will IO Interactive mit "Blood Money" jetzt wieder neuen Schwung in die Serie bringen.

    Von der Meute gehetzt

    Anders als beim letzten Teil legen die Entwickler bei "Hitman: Blood Money" großen Wert auf eine gut durchdachte Hintergrundgeschichte. Die Story wird aus der Retrospektive erzählt - immer wieder kehrt man zu einem Gespräch zwischen einem neugierigen Journalisten und dem einstigen Hitman-Jäger Alexander Leyland Cayne zurück.

    Selbstverständlich wollen wir nicht zu viel verraten, Folgendes aber können wir mit gutem Gewissen sagen: Auch Agent 47 ist nicht unverwundbar und kann sich nur mit Mühe gegen fiese Machenschaften und Komplotte zur Wehr setzen. Er wird gejagt! Und es kann durchaus sein, dass er urplötzlich von anderen, ebenfalls getarnten Spezialisten angegriffen wird.

    Auf der Suche

    Eins könnt ihr euch übrigens gleich abschminken: Bei "Hitman: Blood Money" schafft ihr keine Mission im ersten Anlauf! Nach einem wenig aufschlussreichen Gespräch mit eurer ICA-Chefin Diana Burnwood landet ihr am Schauplatz und müsst zunächst das Terrain sondieren. Schließlich sind nicht alle Bereiche für jedermann zugänglich, manchmal braucht ihr Schlüsselkarten oder besondere Anzüge, um reinzukommen. Die Erkundungstouren durch die weitläufigen Levels machen übrigens unglaublich viel Spaß. Auf der Minikarte (L2-Taste) entdeckt ihr benutzbare Gegenstände, erhaltet Tipps von Unterhändlern oder macht nichts ahnende Zielpersonen ausfindig. Praktisch: Die Orientierungshilfe ist gleichzeitig ein Radar, mit dem ihr die Bewegungen aller Figuren beobachten und unvorsichtige Wachleute leicht ausmachen könnt.

    Selbst wenn ihr für eine Mission nicht länger als 20 Minuten benötigt - die Vorbereitungen auf einen erfolgreichen Coup nehmen locker zwei Stunden in Anspruch.

    Flinker, schlauer, besser?

    Agent 47 ist ein Auftragsmörder in den besten Jahren. Genau deshalb haben ihm die Entwickler nun endlich neue Moves auf den Leib geschrieben. Musste er bislang von Sprüngen oder akrobatischen Experimenten Abstand nehmen, turnt der Anzugträger nun fast auf dem Niveau des Vorzeige-Agenten Sam Fisher. So schwingt er sich gekonnt über Balkonbrüstungen und erreicht mit einem gewaltigen Satz den nächsten Sims. Die Kamera schwenkt dabei mit und zeigt den Killer in voller Pracht.

    Zudem übt sich 47 nun im Fassadenklettern und erklimmt wie Spider-Man beispielsweise Dachrinnen, um in fremde Gemächer einzusteigen. Die Steuerung dieser Aktionen funktioniert gut und ist zudem denkbar simpel. Ihr müsst nämlich gar nichts machen! Drückt einfach kurz in Richtung Zielobjekt und schon klettert Agent 47 munter drauflos. Einzig wenn er an Leitern oder Rohren hinauf- beziehungsweise hinunterklettert, kommt es immer wieder zu Kameraproblemen -- dann landet eure Blitzbirne nicht im ersten Anlauf auf dem Boden der Tatsachen.

    Glatze mit Klasse

    Und doch stehen all die neuen Bewegungsmöglichkeiten nicht im Mittelpunkt, sondern bleiben Hilfsmittel in einem Spiel, das schließlich keine Konkurrenz sein will zu "Prince of Persia". Ebenso wenig steht es mit blutigen Metzeleien in einer Reihe, sondern mischt sich unter die rätsellastigen Stealth-Games.

    Während eines Auftrags etwa verschlägt es Agent 47 mitten hinein ins wilde Mardi-Gras-Fest in New Orleans. Dort tummeln sich Hunderte von Feiernden -- ruckelfrei wohl gemerkt. 47 muss den Präsidenten vor einem Anschlag durch drei Gangster schützen. Während der Strippenzieher der Bande bereits in seinem Hotelzimmer schlummert, stellt die Ermordung von Angelina Mason eine größere Herausforderung dar. Die flotte Biene zieht erstaunlich schnell ihren Revolver und hat sich passend zum Anlass in ein schwarzes Rabenkostüm geworfen. Ihr Problem: Agent 47 weiß, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt im Hinterhof einer Bar auf ihren Freund wartet. Wie es der Zufall will, hängt genau über dem Treffpunkt ein riesiger Konzertflügel. Ebenfalls verkleidet schwingt sich unser Mann also an einer Dachrinne hinauf und platziert eine Sprengladung an der Seilwinde des Klaviers. Kaum steht die Braut unter dem Flügel, zündet 47 die Bombe und mit einem gewaltigen Knall landet das Monstrum auf dem Opfer.

    Die Kunst bei "Hitman: Blood Money" besteht nämlich darin, alle in den Levels versteckten Tipps zu einem großen Plan zusammenzufügen. Unachtsame Gegner mit einer Klaviersaite erdrosseln, das kann schließlich jeder. Viel schöner sind doch die kunstvoll inszenierten Unfälle. Allerdings kann die Suche nach den notwendigen Anhaltspunkten trotz der praktischen Übersichtskarte zuweilen länger dauern. Denn nicht immer sind die Pläne der Entwickler klar ersichtlich oder absolut logisch. Oftmals erfordern sie dreifaches Um-die-Ecke-Denken sowie eine Prise "Roadrunner"-Humor. Das notwendige Kleingeld vorausgesetzt, können Tipps auch von der ICA gekauft werden -- als Denkanstöße.

    Alarm! Alarm!

    Unauffälligkeit ist Trumpf, die richtige Tarnung bedeutet beinahe den Sieg! Schließlich genügt ein Fehler, und schon kommt das Wachpersonal angerannt, als würde Nr. 47 WM-Karten verschenken. Allerdings gibt es gerade beim Verhalten der KI-Ganoven feine Unterschiede: Wundern sich die Jungs über ein seltsames Geräusch oder eine andere Ungereimtheit, werden sie in Alarmbereitschaft versetzt. Ein kleiner Balken am unteren Bildschirmrand füllt sich gelb. Jetzt noch eine falsche Bewegung, und die Leibwächter zücken die Knarren. Verhaltet ihr euch in solchen Momenten ruhig, regen sich die Burschen wieder ab. Richtig sauer werden sie aber, wenn sie einen gemeuchelten Kompagnon auf dem Hausflur finden oder Schüsse hören. Mit gezückten Waffen rücken sie vor und rufen dabei auch noch Verstärkung. So kann es passieren, dass ihr nach einem einzigen Fehler das gesamte FBI am Hals habt.

    Wie differenziert das Verhalten der KI tatsächlich ist, erkennt ihr gerade in Ausnahmesituationen: Habt ihr etwa bei einer Sicherheitskontrolle eine Waffe dabei, werdet ihr nicht gleich über den Haufen geballert, sondern freundlich gebeten, die Knarre abzulegen. Folgt ihr der Anweisung nicht, greifen die anderen zu Gewalt. Grobe Schnitzer im Gegnerverhalten haben wir nur sehr selten entdeckt. Einzig Zivilisten agieren zuweilen etwas merkwürdig. So ignorieren sie gelegentlich Leichen in Aufzügen oder rennen wie blinde Hühner ins Feuer der Polizei.

    Kohle für den Killer

    Am Ende eines jeden Auftrags macht sich Nr. 47 formschön aus dem Staub -- mal zu Fuß, dann wieder in einem Militärhubschrauber oder einem Speedboot. Nach getaner Arbeit erfolgt die Abrechnung mit dem ICA. Wie erfolgreich hat die tödliche Billardkugel gearbeitet? Gibt es Zeugen? Hat der Betonschädel gar Spuren am Tatort zurückgelassen? Jeder Fehler macht sich an der Bezahlung bemerkbar -- viele Fehler, wenig Kohle, ganz einfach. Von seinem Salär kauft er sich entweder Waffen und Upgrades. Oder er versucht, seine mit Blut getränkte Weste wieder reinzuwaschen.

    Das Vorhaben, mit dem Notoriety- und dem aufgeblasenen Waffen-System mehr Spieltiefe in "Hitman: Blood Money" zu bringen, ist den Entwicklern leider nur teilweise gelungen. Schließlich gibt es immer mehr als genug Kies für das Erledigen eines Auftrags, sodass ihr euch nach jeder Mission einen perfekten Ruf und einige zusätzliche Knarren kaufen könnt.

    Ob ihr anschließend wie der wütende Eber durch das Level tobt oder leise wie ein Mäuschen schleicht, ist eigentlich egal. Schließlich landet nach dem nächsten Auftrag wieder ausreichend Zaster auf eurem Konto, um alle Spuren zu verwischen. Was bleibt, ist ein guter Ansatz in sehr biederer, textlastiger Ausführung. Hoffentlich wird die Idee im nächsten Ableger der Serie mit mehr Liebe zum Detail umgesetzt.

    Zum Sterben schön

    Ohne Schwierigkeiten lässt sich der schnieke Glatzenmann durch die Levels manövrieren. Hindernisse werden automatisch genommen. Etwas schwieriger gestaltet sich das Aufnehmen kleinerer Gegenstände: Minen, Gläser oder Pistolen müssen zum Teil millimetergenau anvisiert werden, bevor sie oben in der Befehlsleiste auftauchen. Auch die Waffen-Navigation erscheint stellenweise ein wenig umständlich, sodass ihr bei hektischen Schusswechseln oftmals die falsche Waffe oder gar die Ablenkungsmünze ziehen werdet. Insgesamt aber ist die Steuerung mit dem PS2-Pad präzise und gelungen.

    Auch die optische Präsentation hat einen merklichen Sprung nach vorne gemacht. "Hitman: Blood Money" sieht bestechend gut aus und schickt seinen Vorgänger technisch mit einem coolen Fingerschnippen aufs Altenteil. Nr. 47 schleicht flüssig wie nie zuvor und vor allem die Außenlevels sehen wirklich hervorragend aus. Besonders beeindruckend: Bei einigen Aufträgen wuseln mehrere hundert Figuren umher, ohne dass Ladezeiten zu befürchten wären oder die Engine in die Knie ginge. Das Ragdoll-System sorgt zudem dafür, dass erledigte Gegner spektakulär zu Boden sacken. Das Sahnehäubchen stellt der herrlich atmosphärische orchestrale Soundtrack dar. Damit ist "Hitman: Blood Money" ohne Zweifel der beste Teil der Serie und für jeden Stealth-Action-Freund ein absolutes Muss.

    Hitman: Blood Money (PS2)

    Spielspaß
    9 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    viele verschiedene Lösungswege
    stilechte Optik
    gute Baller-Schleich-Mischung
    Notoriety- und Waffen-System nur Fassade
    kleinere Kameraproblemchen
  • Hitman: Blood Money
    Hitman: Blood Money
    Publisher
    Eidos
    Developer
    IO Interactive
    Release
    24.05.2006

    Aktuelles zu Hitman: Blood Money

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    Hitman - Blood Money

    Tipp PC PS2 XB X360 Hitman - Blood Money 0

    Hitman - Blood Money

    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von pzyYchopath
    Schade, dass di KI immer gleich agiert! Besser wärs, wenn man einen Level mit unterschiedlichen Positionen der KI…
    Von future_trunks
    jo, seh ich auch so... eine actionreiche version mit "splinter cell" aspekten... dazu noch die möglichkeit des "Triple…

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    • Es gibt 2 Kommentare zum Artikel

      • Von pzyYchopath
        Schade, dass di KI immer gleich agiert! Besser wärs, wenn man einen Level mit unterschiedlichen Positionen der KI spielen könnte
      • Von future_trunks
        jo, seh ich auch so... eine actionreiche version mit "splinter cell" aspekten... dazu noch die möglichkeit des "Triple-Packs".. also alle drei spiele günstig... auf jeden fall eine überlegung wert 
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Hitman: Blood Money
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01.07.2006
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