Hitman: Blood Money
Das neueste Abenteuer von Agent 47 hat das Potenzial zum Mords-Hit. Daran dürfte seit dem ausführlichen SpecialScreen in der vorletzten play kein Zweifel mehr bestehen. Aber ist die ambitionierte Meuchel-Mär auch wirklich ohne schmerzhafte Abstriche auf der PS2 realisierbar? Ist sie! Davon konnten wir uns mit einer mehrere Levels umfassenden Preview-Version überzeugen.
Optisch ein Killer
Zuerst sticht die tolle Präsentation ins Auge. Die weitläufigen Stages glänzen mit atmosphärischen Lichteffekten, gestochen scharfen Texturen und liebevollen Details. Darüber hinaus sind eure Einsatzgebiete äußerst belebt. Neben den Zielpersonen gehen in den Arealen zahlreiche Handlanger, Wachmänner und unbeteiligte Zivilisten ihren Tätigkeiten nach. Besonders beeindruckend ist in dieser Hinsicht das New-Orleans-Level. Hier tobt das weltberühmte "Mardis Gras" und in den Straßen feiern ausgelassen Hunderte von Karnevalsfreaks. Seid ihr nur eine Sekunde lang unaufmerksam, verschwindet euer Opfer im Trubel auf Nimmerwiedersehen. Ein wirklich imposantes Szenario -- das noch dazu unerwartet flüssig läuft!
Steuert sich wie von selbst
Die unzähligen CPU-Charaktere sorgen nicht nur für eine realistische Atmosphäre, sie erschweren euch auch das todbringende Handwerk erheblich. Denn ihr wisst nie, wann ein potenzieller Zeuge -- oder noch schlimmer, ein schießwütiger Security -- um die Ecke biegt. Glücklicherweise haben die Entwickler darauf geachtet, dass ihr auch mit dem Joypad intuitiv auf unvorhersehbare Situationen reagieren könnt. 47s umfangreiche Aktionspalette geht dank intelligenter Pad-Belegung spielend leicht von der Hand.
Um auf Vorsprünge oder Kisten zu steigen, an Dachrinnen zu klettern oder über Abgründe zu springen, genügt es, wenn ihr den Analog-Stick in die gewünschte Richtung drückt. Eure Waffe zückt ihr mit einem kurzen Druck auf die Vierecks-Taste. Haltet ihr diese Taste, öffnet sich das Inventar, in dem ihr Waffen und nützliche Gegenstände auswählen könnt. Am linken Bildschirmrand werden die jeweiligen Funktionen der anderen drei Aktionstasten angezeigt. So schlüpft ihr beispielsweise in die Klamotten eines vorher erledigten Schergen, schleift diesen zur nächsten Mülltonne, öffnet sie und verstaut den armen Kerl darin, ohne auch nur ein einziges Menü aufzurufen.
Auch die Feuertaste R1 funktioniert kontextsensitiv: Normalerweise ballert ihr damit. Kommt euch jedoch ein Angreifer zu nahe, verpasst ihr ihm mit demselben Button einen ordentlichen Schwinger und schnappt euch blitzschnell seine Waffe. Ihr müsst vorher noch nicht mal euren eigenen Ballermann wegstecken. Habt ihr gerade keine Bleispritze in der Hand, stoßt ihr mit R1 unerwünschtes Publikum vom Balkon oder schlagt wild um euch.
Verbrechen lohnt sich nicht
Passiert euch trotz eingängiger Steuerung ein Missgeschick und werdet ihr auf frischer Tat ertappt, greift das Notoriety-System. Auch das haben wir uns für euch mal etwas genauer angesehen.
Euer Bekanntheitsgrad, der sich auf die Aufmerksamkeit eurer Gegenspieler im weiteren Spielverlauf auswirkt, wird am Ende jedes Auftrags angezeigt. Er ist abhängig von mehreren Faktoren: Je mehr Leichen am Tatort gefunden wurden, je mehr Zeugen euch gesehen haben und je öfter eure Tarnung aufgeflogen ist, desto mehr und vor allem eher fallt ihr künftig auf. Ganz schlecht machen sich Auftritte vor laufenden Kameras. Werdet ihr von einem zufällig anwesenden Fernseh-Team oder von Überwachungskameras gefilmt, wächst euer Notoriety-Balken um ein gutes Stück an!
Wollt ihr in den folgenden Missionen nicht vom erstbesten Wachmann hochgenommen werden, müsst ihr euren Geldbeutel sprechen lassen. Gegen euren schlechten Ruf hilft nur noch euer hart verdientes Geld. Relativ günstig kommt euch noch die Bestechung von zivilen Zeugen, die eure Notoriety ein wenig schrumpfen lässt. Effektiver ist es, gleich den Polizeichef zu schmieren, der natürlich mehr Kohle sehen will. Mit einer neuen Identität werdet ihr die üble Nachrede schließlich ganz los -- dazu allerdings auch gut die Hälfte eurer Gage.