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  • Heroes of the Pacific

    Während Falcon-Spieler noch das Handbuch wälzen, pinseln die Helden des Pazifiks bereits ihre Abschussmarkierungen ans den Rumpf: Nie war Luftkampf einfacher -- und zu unserem Erstaunen nur selten spaßiger.

    Mit Schwerlast-Simulationen vom Schlage eines Il-2 Sturmovik hat Heroes of the Pacific herzlich wenig gemein, abgesehen davon, dass hüben wie drüben Flugzeuge in dramatischen Dogfights durch die Wolken kurbeln. Vielmehr führt Codemasters' Pazifikfeldzug die Tradition von Klassikern wie Afterburner, Crimson Skies und Secret Weapons over Normandy fort. Einsteigen, aufsteigen, Spaß haben, heißt die Devise. Daumendicke Handbücher und nicht enden wollende Trainingslektionen bleiben außen vor.

    Rache für Pearl Harbor

    Vor dem Hintergrund des Pazifikkriegs erzählt Heroes of the Pacific die Geschichte des Nachwuchspiloten William Crowe, der beim japanischen Überfall auf Pearl Harbor trotz verzweifelter Rettungsversuche mit ansehen muss, wie sein Bruder mit dem Schlachtschiff Arizona im Hafenbecken versinkt. Mit mächtig viel Wut im Bauch drückt das Allroundtalent fortan jedem berühmten Schauplatz des Konflikts seinen Stempel auf, von Wake Island über Midway bis hin zu Iwo Jima. Mal als Jagdflieger, mal im Bomber, mal als Teil einer Aufklärerstaffel. Dabei mischt Heroes of the Pacific historische Filmaufnahmen mit Tricksequenzen im Stil alter Fliegercomics und Propagandaplakaten der 40er. Fast tröstet die gelungene Präsentation über die unvermeidlichen Anklänge von Hurrapatriotismus und dumpfem Heldentum hinweg.

    Einsteiger willkommen!

    Die mäßig interessante Flugschule können sich selbst blutige Landratten sparen. Einen guten Joystick vorausgesetzt -- die Kombination Maus und Tastatur taugt für Heroes keinen Meter -- lupfen auch Neulinge ihre Mühle butterweich vom Acker und vollführen schon nach ein paar Minuten die abenteuerlichsten Kunststückchen. Der Arcademodus bringt die Maschine anschließend ganz automatisch wieder auf Kurs. Der Profimodus lässt den Piloten größere Freiheiten, dafür droht allzu forschen Fliegern schnell Bodenkontakt. Von echten Simulationen ist aber auch die realistischere Variante noch Lichtjahre entfernt. Schießen erfordert etwas mehr Training, bei der großzügigen Kollisionsabfrage und unendlichen Munitionsvorräte treffen aber auch Zielwasserverweigerer schnell ins Schwarze. Auch Bombenwürfe oder Torpedoeinsätze gehen dank der Zielhilfen einfach von der Hand.

    Satte 35 Jäger, Bomber und Torpedoflieger haben die Modellbauer für den Spieler konstruiert, von der Zero bis hin zur düsengetriebenen Shooting Star. Zwar pochen die Macher auch hier nicht auf historische Akkuratesse und setzen schon mal Geheimwaffen oder europäische Fabrikate ein, dafür unterscheiden sich die Kisten aber spürbar im Handling. Mit einem Catalina-Flugboot geraten Loopings naturgemäß etwas träger als mit einer agilen Corsair. Fast jeden Einsatz bestreitet Leutnant Crowe in einem anderen Flugzeug, zusätzlich zu den Standardausführungen lassen sich Sondermodelle und Feindgeräte freischalten. So wird aus einer gewöhnlichen Wildcat etwa die mit Raketen bewaffnete F-4F M2.

    Des Admirals Fluchthelfer

    Solche Extras winken besonders erfolgreichen Piloten, die nicht nur die Hauptaufgaben, sondern auch die zahlreichen Sekundärziele meistern, oder herausragende Zielsicherheit unter Beweis stellen. So abwechslungsreich wie das Fluggerät sind auch die Einsätze. Da soll William beispielsweise japanische Landungsboote versenken, sich währenddessen mit einem Haufen Zeros herumschlagen und schließlich einem amerikanischen Admiral zur Flucht verhelfen, indem er die Verfolger in ihren Jeeps ausschaltet und dann die Rückzugsroute säubert. Dann wieder startet der Tausendsassa zum Fotoshooting der Kaiserlichen Flotte, immer darauf bedacht, sich nicht in Reichweite der gegnerischen Flakgeschütze zu wagen, umgekehrt aber für die Bilder auf Tuchfühlung zu bleiben. Einmal muss der Held ein U-Boot torpedieren, bevor es abtaucht. Was sich als nicht ganz einfach erweist, denn die Aale finden nur bei Tiefstflug und gedrosseltem Motor ihr Ziel.

    Gewaltige Luftschlachten

    Die Leveldesigner beeindrucken dabei mit allerhand Feuerwerk und Grafikzauber. Wenn sich zig Sturzkampf- und Jagdbomber auf den Trägerverband rund um die aus allen Rohren feuernde Akagi stürzen, brennt förmlich die Luft. In regelrechten Massenschlachten tummeln sich teilweise weit über 100 Maschinen in den Wolken. Wie üblich erzeugen Skripts zusätzlich Spannung, etwa wenn die gerade geretteten Kriegsgefangenen plötzlich von Zerstörern beschossen werden. Allerdings lassen sich diese automatisch ablaufenden Sequenzen mitunter austricksen, indem man beispielsweise für später gedachte Ziele schon vorher attackiert.

    Während sich die Flugzeugmodelle durch die Bank sehen lassen können und die Effektabteilung modernste Tricks auffährt, ist den Grafikern ausgerechnet das zuhauf vorhandene Wasser weniger gelungen. Die Inselchen schauen weit hübscher aus als das umgebende Meer, obwohl Gebäude und Bewuchs nicht gerade durch enorme Detailtreue glänzen.

    In Sachen Sound enttäuscht Heroes of the Pacific. Motoren, Explosionen und Waffen klingen reichlich dünn, und der technisch wie kompositorisch schwache Soundtrack wird der ansonsten beinahe kinoreifen Präsentation nicht gerecht. Einzig die Sprecher erledigen ihren Job ohne Fehl und Tadel -- allerdings auf Englisch; die deutsche Version bringt nur mäßig übersetzte Untertitel.

    Die Rotte hetzt die Meute

    Meistens gehen Sie nicht als einsamer Wolf auf die Pirsch, sondern unterstützen verbündete Geschwader. Nach ein paar Missionen vertraut man Ihnen selbst eine Rotte mit vier Flügelmännern an, die auf vier simple Befehle hören. Sie lassen sich etwa auf ein bestimmtes Ziel ansetzen, halten Ihnen den Rücke frei, fliegen für Alliierte Geleitschutz oder machen sich auf zur freien Jagd. Die Hauptlast der Einsätze ruht trotzdem auf Ihren Schultern; zu mehr als Aushilfs-Assen taugen die Computerkameraden kaum. Die Heckschützen in den dicken Dingern wie der B-25 Mitchell schinden da schon mehr Eindruck. Sie holen vorwitzige Angreifer schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Gleiches gilt für die Gegnermannschaft: Bomber sind beinahe gefährlicher als Jäger. Nur selten werden die Staffeln von Assen angeführt, die Ihnen mehr abverlangen als ein paar Kurven und Dauerfeuer.

    Wirklich schwierig wird Heroes of the Pacific erst in der höchsten der vier Einstellungen, und dann erst kurz vorm Ende. Mit Ausnahme vielleicht einer Handvoll Eskortaufgaben, denn die Schützlinge fliegen mit Vorliebe mitten durchs dickste Abwehrfeuer. Glücklicherweise haben die Entwickler die Speicherpunkte fair verteilt, vor solchen schwierigen Stellen sichert das Programm automatisch den Spielstand. Eine Quicksave-Funktion werden Sie kaum vermissen.

    Tragende Rollen

    Neben der Solokampagne, einer Handvoll historischer Schlachten und automatisch generierten Skirmish-Missionen lädt Heroes of the Pacific bis zu acht Teilnehmer zu fünf Multiplayer-Modi ein. Dogfight und Team-Deatmatch dürfen natürlich ebenso wenig fehlen wie der Klassiker Capture the Flag. Bei der Fuchsjagd übernimmt ein Spieler die Rolle des Räubers, die anderen versuchen sich als Gendarmen. Die wohl interessanteste Spielvariante ist die Trägerschlacht, in der zwei Mannschaften darauf aus sind, den Flugzeugträger des Gegners in den Meeresgrund zu bohren. Richtig Spaß machen die Multiplayermatches alle erst mit der maximalen Teilnehmerzahl, Zweier- oder Viererpartien laufen meistens auf nicht enden wollende Kurvenkämpfe hinaus. Schade, dass PC-Spieler auf den Splitscreen-Modus der Konsolenversion verzichten müssen.

    Rüdiger Steidle

  • Heroes of the Pacific
    Heroes of the Pacific
    Publisher
    Codemasters
    Developer
    IR Gurus Interactive, Ltd.
    Release
    23.09.2005

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Heroes of the Pacific
Heroes of the Pacific
Während Falcon-Spieler noch das Handbuch wälzen, pinseln die Helden des Pazifiks bereits ihre Abschussmarkierungen ans den Rumpf: Nie war Luftkampf einfacher -- und zu unserem Erstaunen nur selten spaßiger.
http://www.gamesaktuell.de/Heroes-of-the-Pacific-Spiel-6080/Tests/Heroes-of-the-Pacific-715559/
01.09.2005
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_heroes_05_09eps.jpg
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