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  • Hellgate London

    Was entsteht, wenn sich die Schöpfer von Diablo 2 selbstständig machen? Hoffentlich ein würdiger Nachfolger für den König der Action-Rollenspiele. Wir haben das Team besucht, um Hellgate Londons Suchtpotenzial auszuloten.

    Es herrscht Weltuntergangsstimmung in San Francisco -- in Kalifornien fällt soviel Regen wie seit Jahren nicht mehr. Überall drohen Schlammlawinen, im Bundesstaat sind Hunderte von Familien samt Eigenheim in Gefahr. Als die Wetternachrichten die nächsten Regenschauer ankündigen, schalten wir den Fernseher aus und machen uns auf den Weg; das Taxi wartet. Zehn Minuten dauert die Fahrt durch die gefühlte Sintflut, dann sind wir da, in den Büros der Flagship Studios. Begrüßt werden wir von Ex-Blizzard-Frontmann Bill Roper, der uns in einen Präsentationsraum führt. »Das da draußen war noch gar nichts«, sagt er mit einem hämischen Grinsen. Das Licht geht aus, wir hören einen Doppelklick, dann startet Hellgate London. Es herrscht wieder Weltuntergangsstimmung ...

    Wenn die Hölle zu Besuch kommt

    Und dann geht's auch schon los: Wo heute noch der Londoner Covent Garden Market Einwohner und Touristen gleichermaßen zum Shopping einlädt, ist er im London des Jahres 2032 größtenteils zerstört. Allerdings nicht verlassen, denn über ein Dutzend kleiner Dämonen hopst auf unseren Charakter zu -- eine Dame mit knapper Lederrüstung und elegantem Hüftschwung. Bewaffnet mit einer bläulich schimmernden Kugel und einem Gewehr, das aussieht wie eine Miniatur-Teslaspule.

    Hellgate London zum ersten Mal spielen, das ist ein seltsames Gefühl. Wir sind alleine und sehen uns einer Übermacht an Monstern gegenüber, deren Gliedmaßen nicht da sind, wo sie hingehören -- es wirkt ein bisschen wie Silent Hill. Wir fackeln nicht lange, stürmen auf die Ungetüme zu und feuern, was das Zeug hält -- zur Grusel-Atmosphäre gesellt sich eine Portion Serious Sam.

    Nebenbei erledigen wir ein mehr oder weniger verstecktes Minispiel. Am unteren Bildrand sehen wir drei Symbole, die für Sonderaufgaben stehen: Einem Gegner mit Feuer den Garaus machen, drei Gargoyles töten. Erfüllen wir diese innerhalb eines Zeitlimits, gibt's eine kleine Belohnung. Flagship plant, diverse solcher Gimmicks im Spiel zu verstecken.

    Zonk, Bam, Spratz!

    Blitze zucken durch die Luft und rösten einige der grotesken Gestalten. Andere halten wir so lange mit einem Energiestrahl fest, bis sie zappeln und zerplatzen. Eine quietschbunte Aura umgibt den Charakter und streckt alles nieder, was sich ihr nähert. Ein Zombie verliert seinen Oberkörper, seine Beine wanken weiter auf uns zu. Wir müssen lachen, verpassen seinen Kniescheiben dann aber den Gnadenschuss.

    Zwei Minuten später ist das Schauspiel vorbei, die Dämonen sind tot. »Wow, das war cool«, kommentieren wir und wollen noch mehr. Hellgate London ist Action nonstop, fühlt sich auf Anhieb nach Spaß an. Das ist Liebe auf den ersten Klick.

    Kein Ego-Shooter

    Das Kampfsystem macht es uns so leicht wie möglich. Mit der linken Maustaste schicken wir den Gegnern einen Schwarm Energiekugeln entgegen, mit der rechten feuern wir das HARP-Gewehr (siehe Extrakasten »Die Waffen«) ab. Hellgate London sieht zwar aus wie ein Shooter, spielt sich aber anders. Genau zielen müssen wir nicht, die Waffe sucht sich automatisch den nächsten Feind und hält ihn auch dann im Fokus, wenn wir seitlich ausweichen. Das macht Sinn, schließlich ist Hellgate London ein Rollenspiel.

    Das wird endgültig deutlich, als nur noch wir auf zwei Beinen stehen und uns über die Beute hermachen. Hier ein bisschen Bargeld, dort ein wenig wertloser Krempel und dann da noch ... oh, was ist das? Ein »Focus Item«, Energieschaden +20?

    Geeignet für 1 bis 99 Level

    Die so genannten Focus Items funktionieren ähnlich wie die Psi-Verstärker im Oldie System Shock 2: Die Energiekugel an sich hat wenig Auswirkungen, ermöglicht unserer Cabalist-Zauberin aber den Einsatz ihrer stärkeren magischen Fähigkeiten. Einem Spruch etwa, der Dämonen in einer Art Energiekäfig festhält, bis sie explodieren. Klingt spaßig, ist es auch. Um solche Spielereien zur Verfügung zu haben, müssen Sie Ihren Charakter aber erst einmal fleißig aufpäppeln und Talentpunkte verteilen.

    Da sich Hellgate London derzeit noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, ist die Charakterentwicklung längst nicht in trockenen Tüchern. Über den maximalen Level ist beispielsweise noch nicht entschieden. Wir vermuten aber, dass erst bei Level 99 Schluss ist, als Bill Roper uns verrät: »Wir werden ihn definitiv sehr hoch ansetzen«. Fest steht: Jede Klasse wird ungefähr 30 Fähigkeiten haben, die nicht aufeinander aufbauen. Im Gegensatz zu vielen anderen Rollenspielen müssen Sie also nicht erst fünf Punkte in den langweiligen Feuerball investieren, den Sie sowieso nie benutzen werden, nur um Zugang zu den richtig coolen Talenten zu bekommen.

    Dämonische Einflüsse

    Von den Focus Items abgesehen, spielt sich der Cabalist wie ein klassischer Zauberer. Wir bleiben auf Distanz, verlassen uns auf Magie. Oder auf unsere dämonischen Schoßtierchen. Wenn's zu brenzlig wird, beschwören wir etwa kurzerhand einen Feuerelementar, der alles angreift, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Wie in Diablo 2 können wir unseren Gefährten keine Befehle geben, unsere Schöpfungen reagieren selbstständig -- je nach Art des Dämons mehr oder weniger offensiv.

    Noch nicht implementiert sind die Transformationsfähigkeiten der Cabalists. Das sind Talente, mit denen sich die Magier kurzzeitig dämonische Kräfte zunutze machen, um beispielsweise Angriffsstärke oder Rüstungswerte zu erhöhen. Das Ganze soll aber auch sichtbare Auswirkungen haben, dem Cabalist wachsen dann Flügel, oder seine Hände werden zu Klauen. Das passt wunderbar ins Konzept der Klasse, die mit bildschirmfüllenden Zaubersprüchen jetzt schon mächtig Eindruck schindet, und mit Gliedmaßen aus der Hölle endgültig zum Hingucker werden dürfte.

    Streckennetz

    Erst zwei Charakterklassen sind unter Dach und Fach -- neben dem Cabalist gibt es den schon länger angekündigten Templar. Der Kreuzritter ist eine Mischung aus Krieger und Paladin. Wie viele Klassen es am Ende geben wird, wissen selbst die Entwickler noch nicht. Jedenfalls wird keine von ihnen die Stadt verlassen: Hellgate London spielt ausschließlich in und unter der zerstörten Metropole. Als Knotenpunkte fungieren dabei U-Bahn-Stationen. Hier können Sie sich ausruhen, Beute beim Händler abladen und sich neue Aufträge abholen. Die Bandbreite der Quests reicht von einfachen »Bring' mir X Stück Y«-Aufgaben bis hin zu NPC-Eskorten.

    Allerdings gibt es in Hellgate London keine frei begehbare Welt im klassischen Sinn. Festgelegte Routen regeln die Fortbewegung in den Ruinen. Das Bild der Übersichtskarte auf Seite 24 zeigt, wie die Spielwelt derzeit aussieht: Wollen Sie von der Covent Garden Station zur Holborn Station, müssen Sie zunächst drei Abschnitte durchqueren. Zumindest beim ersten Mal -- sobald Sie Schlüsselorte einmal besucht haben, dürfen Sie sich auch auf Knopfdruck teleportieren.

    Das sieht ja ganz anders aus

    Sie werden aber nicht umhin kommen, auch Zwischenlevels mehrmals zu durchlaufen. Sei es für Quests, oder einfach weil Sie einen der über 1.000 besonderen Gegenstände abzustauben wollen. Damit das nicht langweilig wird, sind die Levels wie in Diablo 2 zufallsgeneriert. Der Computer würfelt dabei nicht nur den Levelaufbau aus, sondern auch das Setting. Den Weg von A nach B werden Sie also einmal durch Straßenschluchten zurücklegen, ein anderes Mal vielleicht in unterirdischen Tunnelsystemen.

    Im Online-Modus sind diese Areale ähnlich wie in Guild Wars instanziert -- außer Ihnen und Ihrer Party gibt es hier nur blutrünstige Dämonen, keine weiteren menschlichen Mitspieler. Auf andere Spieler treffen Sie ausschließlich in den Stationen. »So kannst Du Dich voll auch die Action konzentrieren«, begründet Bill Roper diese Entscheidung. Wir nutzen die Gelegenheit und haken nach, denn bisher hüllte Flagship den Mantel des Schweigens um den Mehrspielermodus.

    World of HellCraft

    Jetzt endlich packen die Entwickler aber aus und erzählen uns, wie sich Hellgate London im Internet spielen soll. Wir sind überrascht. Bis jetzt wirkte das Ganze wie ein Solospiel, doch Bill klärt uns auf: »Hellgate London ist für uns in erster Linie ein Massively Multiplayer Online Game«. Gemeinsam mit Freunden oder Fremden ziehen Sie dann durch die demolierte Metropole, lösen einzelne Quests oder spielen gleich die gesamte Kampagne kooperativ.

    Darüber hinaus geht es vor allem um den Wettstreit zwischen Spielern. Der soll in Dutzenden von Ranglisten stattfinden. Wer hat am schnellsten den maximalen Level erreicht, wer die meisten Carnagors erschlagen, wer am meisten Gold gescheffelt? Neben einem ersten Platz winken den Siegern aber auch kleine und große Schmankerl im Spiel selbst. Besondere Abzeichen an ihren Charakteren etwa, oder spezielle Rüstungsgrafiken.

    Wer viel spielt, der viel gewinnt

    Glücklich werden soll zwar auch, wer nur ein paar Stunden pro Woche spielen kann. Belohnt werden aber vor allem diejenigen, die viel Zeit investieren. Die Entwickler feilen gerade an einem Fraktionssystem ähnlich dem von World of WarCraft. Ein Cabalist kann sich dann beispielsweise Aufträge von Templar-NPCs abholen. Wenn er diese fleißig erledigt, steigt sein Ansehen. Am Ende winken spezielle Belohnungen, die den Aufwand auch wert sind. So darf der Magier eventuell den Umgang mit leichten Schwertern erlernen, die eigentlich der Krieger-Klasse vorbehalten sind.

    Außerdem entwirft das Team spezielle Instanzen für Gruppen von über 40 Spielern, die dort besonders dicken Dämonen auf die Pelle rücken. An den Umfang waschechter Online-Rollenspiele reicht Hellgate London damit zwar noch nicht heran, aber Diablo 2 übertrumpft es allemal. Per Patches soll die Endzeitwelt regelmäßig erweitert werden.

    Rahmenbedingungen

    Besonders gut gefallen hat uns, dass Flagship dem klassischen Einzel-Server-Konzept die kalte Schulter zeigen will. Egal ob Auktionshaus oder PvP-Arena -- sofern die Technik mitspielt, soll all das Server-übergreifend möglich sein. »Je mehr Spieler wir zusammenbringen, desto besser haben wir unseren Job gemacht«, kommentiert Bill Roper zuversichtlich.

    Am Ende unseres Besuches in San Francisco wollen wir dann noch wissen, ob der Online-Spaß denn eigentlich kostenpflichtig werden soll. Bill grinst etwas verlegen und erzählt uns, dass Flagship diese Entscheidung immer wieder aufschiebt. Obwohl noch Hoffnung besteht, dass der Online-Modus von Hellgate London kostenfrei bleibt, geht es den Spielern vermutlich an den Geldbeutel. Entweder mit einer monatlichen Gebühr, oder aber -- Guild Wars macht's vor -- mit Addons.

    David Bergmann

  • Hellgate: London
    Hellgate: London
    Publisher
    Electronic Arts
    Release
    30.10.2007

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Hellgate: London
Hellgate London
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01.05.2006
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