Haunting Ground

Test

Bei Silent Hill fällt Ihnen vor Panik das Pad runter? Resident Evil bietet zu viel Action? Dann könnte Haunting Ground richtig sein!

T atsächlich liegen Joypad-Legastheniker ebenso wie Herzkasperpatienten bei "Haunting Ground" goldrichtig. Einerseits setzt das neueste Werk der Survival-Horror-Spezialisten von Capcom stärker auf Hirn- als auf Muskelarbeit. Zudem müssen Sie sich vor groben Schockeffekten nicht fürchten -- auf dem Gruselbarometer bleibt das Abenteuer durchweg im Messbereich "atmosphärisch, aber nicht beängstigend".

Story: Dass Sie kein ballerlastiges Splatterfest erwartet, macht bereits die Rahmenhandlung deutlich: Nach einem Autounfall findet sich das wasserstoffblonde Schulmädchen Fiona nahezu mutterseelenallein in einem mysteriösen Schloss wieder. Das mittelalterliche Bollwerk wird zwar nicht von Geistern, aber von einer Hand voll übellauniger Gestalten bewohnt. Da Schnuckel Fiona keinerlei Kampfausbildung genossen hat, bleibt der schreckhaften Schönheit nur die Flucht vor Folterknecht und Psychomagd. Einzig im mutigen Schäferhund Hewie findet die Heroine einen treuen Helfer und Freund.

Spiel: Kurzzeitig können Sie die hartnä-ckigen Plagegeister aufhalten, indem Sie Ihren Vierbeiner mittels rechtem Analog-Stick auf die Verfolger hetzen oder ihnen ein paar peinigende Pülverchen entgegenschmeißen. Um die Nervensägen längerfristig loszuwerden, versteckt sich Fiona unter Betten oder duckt sich im Schatten. Ist die Heldin einmal gut versteckt, stellen die schaurigen Spürnasen die Suche ein -- vorerst zumindest.

Wenn Sie gerade einmal keinen Verfolger im Nacken haben, können Sie sich in aller Ruhe um die mannigfaltigen Knobeleien kümmern. Von kniffligen Verschiebepuzzles über klassische Schlüssel-Schloss-Rätsel bis hin zum Aktivieren abstruser Maschinen reicht die Palette. Ab und an kommt auch Hewie zum Einsatz, etwa wenn es gilt, in Felsspalten zu kriechen, die für die wohlproportionierte Protagonistin zu eng sind. Trotz gelegentlicher Verwirrung -- allzu anspruchsvoll sind die Aufgaben in der Regel nicht.

FAZIT: "Haunting Ground" ist ein Fall für den gemütlichen Feierabendgrusel. Hier ein paar Rätsel lösen, da den lästigen Burgbewohnern ausweichen -- besonders spannend oder fordernd ist das Ganze nicht, doch macht es Laune. Dank stilvoller Präsentation sowie der recht freakigen Story kommen Genre-Fans auf ihre Kosten und können über teils wirre Rätsel, mangelnde Übersicht (dank einer miserablen Karte) und die mitunter nervigen Verfolgungssequenzen hinwegsehen. gä

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