Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Kaufberatung AMDs R9 Fury und R9 Fury X: wütender Angriff auf Nvidia?

    AMD brachte in diesen Tagen die beiden High-End-Modelle R9 Fury und R9 Fury X auf den Markt. Was leisten die beiden Boliden? Sind sie eine Konkurrenz für Nvidias GTX 980 und 980 Ti, und lohnt sich ein Kauf?

    AMD hat im High-End-Sektor zwei neue Modelle zu bieten: die R9 Fury sowie die stärkere R9 Fury X. Zur Vereinfachung werden wir den Zusatz R9 im weiteren Verlauf des Specials weglassen. Wir schauen uns beide Grafikkarten näher an und analysieren auch zahlreiche Benchmarks von bereits veröffentlichten Tests der neuen AMD-Boliden, um die pure Leistung, aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis zu Nvidias Top-Karten, aber auch zu günstigeren Modellen zu bewerten.

    Einleitung

          

    Fury - das englische Wort kann im Deutschen Wut oder Zorn, aber auch Wildheit und aufbrausendes Temperament bedeuten. AMD hatte vermutlich eher letztere Bedeutung im Sinn, auch wenn der Angriff auf das High-End-Segment sicherlich mit ein wenig Wut im Bauch erfolgt. Denn Nvidia setzte mit der Nvidia GTX 980 und 980 Ti vorerst die Maßstäbe. AMDs R9 390er-Serie, die lediglich ein Upgrade der R9 290er-Modelle ist, kann sich zwar bei der Leistung mit der Nvidia GTX 980 messen und bietet zudem mit acht Gigabyte Grafik-RAM doppelt so viel Speicher wie die 980er-Modelle von Nvidia, erkauft sich dies aber mit enorm hohem Strombedarf und Wärmeentwicklung.

    AMD R9 Fury XAMD R9 Fury XQuelle: PC Games HardwareDoch wie sieht es mit AMDs Neulingen Fury und Fury X aus? Preislich bewegen sich beide Modelle mit 600 beziehungsweise 700 Euro im High-End-Bereich. Zum Vergleich: die AMD R9 390 kostet mit 330 bis 360 Euro ähnlich viel wie die etwas schwächere Nvidia GTX 970. Die AMD R9 390X kostet 420 bis 460 Euro und ist somit gute 50 Euro günstiger als Nvidias GTX 980, an die sie von der Leistung her fast herankommt.

    Superspeicher HBM und technische Daten

          

    Technisch gesehen ist vor allem der Grafikspeicher der beiden neuen Fury-Karten interessant, denn hier wird erstmals bei einer Consumer-Grafikkarte das so genannte HBM eingesetzt. Dabei steht HBM für High Band Memory - der Speicher ist dabei deutlich schneller an die GPU (der Grafikchip der Grafikkarte) angebunden und arbeitet trotz kleinerer Ausmaße effizienter als der bisherige Standard GDDR5. Allein die Platzierung des HBMs bei der Fury und Fury X stellt die direktere Anbindung und den geringen Platzbedarf auch bildlich gut da, denn der Speicher liegt unmittelbar neben der GPU, umgibt sie quasi. Um das Potential von HBM zu verdeutlichen: es sind bis zu 512 Gigabyte pro Sekunde möglich - bei AMDs Top-Grafikkarte R9 290X mit dem bisher als Standard geltenden GDDR5 sind es bis zu 320 Gigabyte pro Sekunde, bei Nvidias GTX 980 Ti sind es 336 Gigabyte pro Sekunde. Dabei taktet der HBM bei den beiden Fury-Modellen lediglich mit 500 Megahertz - GDDR5 läuft bei modernen Grafikkarten mit 1500 bis 1750 Megahertz.

    05:19
    Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC: Der flüsterleise GTX-980-Killer im Video

    Sapphire R9 Fury Tri-X OCSapphire R9 Fury Tri-X OCQuelle: PC Games HardwareDiese Daten zeigen, dass HBM vor allem von der Speicherbandbreite, also der Speicheranbindung profitiert: wir reden hierbei von 4096 Bit im Vergleich zu 384 bis 512 Bit bei Grafikkarten wie der Nvidia GTX 980 Ti und der AMD R9 390X. Zudem steckt noch viel Potential in der neuen Speichertechnik, da die 500 Megahertz ein recht geringer Wert sind. Einziger möglicher Schwachpunkt: bei vier Gigabyte als Ausstattung für eine Grafikkarte ist aktuell das Ende der Fahnenstange für HBM erreicht. zur Erinnerung: bei den R9 390-Modellen kommen acht Gigabyte GDDR5 zum Einsatz. Bei Nvidias GTX 980 und 980 Ti sind es wiederum ebenfalls nur vier Gigabyte GDDR5. Allerdings sehen wir diese kleine Schwäche nur als Nebenschauplatz, denn auf absehbare Zeit sind mehr als vier Gigabyte Grafikspeicher nicht zwingend erforderlich, zumal HBM durch die effiziente Verwaltung und seine hohe effektive Geschwindigkeit bei Bedarf viel schneller Platz für neue Daten freigeben kann als das trägere GDDR5. Was die weiteren technischen Daten der Furys angeht: die Fury X bietet einen Takt von 1050 Megahertz und 4096 Shadereinheiten, die Fury läuft mit 1000 Megahertz und verfügt über 3584 Shadereinheiten. In der folgenden Tabelle haben wir zum Vergleich neben der Fury X und Fury die beiden AMD R9 390er-Modelle sowie Nvidias GTX 980er-Serie eingetragen. Durch die unterschiedliche Architektur lässt sich freilich nicht einfach die Leistung ablesen, selbst bei nahen Verwandten ist es nicht immer leicht - siehe Nvidia: die GTX 980 Ti übertrumpft durch die bessere Speicheranbindung und die größere Anzahl an Shadereinheiten die GTX 980, obwohl letztere den höheren Chiptakt bietet.

    ModellreiheR9 Fury XR9 FuryR9 390XR9 390GTX 980GTX 980 Ti
    ChipFijiFijiGrenada XTGrenada ProGM204GM200
    Chiptakt maximal1050 MHz1000 MHz1050 MHz1000 MHz1240 MHz1202 MHz
    RAM (typisch)4GB HBM4GB HBM8GB GDDR58GB GDDR54GB GDDR54GB GDDR5
    Ram-Anbindung4096 Bit4096 Bit512 Bit512 Bit256 Bit384 Bit
    Shadereinheiten409635842816256020482816
    Preis ab etwa700 Euro600 Euro440 Euro340 Euro490 Euro690 Euro

    Äußerer Eindruck

          

    Eine Besonderheit der Fury X ist ihre kompakte Bauweise. Zum einen ist die Platine - auch wegen HBM - relativ klein für eine starke Grafikkarte. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass AMD eine Wasserkühlung nutzt. Zu dieser Wasserkühlung haben wir gleich noch einen eigenen Abschnitt vorbereitet. Durch diese beiden Faktoren misst die Fury X nur 19,5 Zentimeter in der Länge und wird von einer Art Box umgeben, unter der sich der Kühlkörper für die Wasserkühlung befindet. Gelistet ist die AMD Fury X derzeit von neun Herstellern, aber wirklich auf dem deutschen Markt ab Lager lieferbar ist sie aktuell (Stand 24.7.2015) nur von drei Produzenten: Asus, PowerColor und Sapphire. Die technischen Leistungswerte, also auch der Chiptakt, sind bei allen fünf Modellen identisch. Ebenso der Preis: ab 699 Euro sind alle fünf Grafikkarten zu haben. Ganz im Gegensatz zur AMD Fury X gibt es die AMD Fury nicht mit einer Wasserkühlung, es gibt aber auch keine AMD-Standardluftkühlung. Vielmehr sind aktuell ausschließlich Modelle mit einer Custom-Luftkühlung des jeweiligen Partnerherstellers gelistet.

    Wasserkühlung der AMD R9 Fury X bei offenem GehäuseWasserkühlung der AMD R9 Fury X bei offenem GehäuseQuelle: PC Games HardwareAllerdings sind derzeit nur zwei Varianten, beide von Sapphire, in Deutschland verfügbar: eine übertaktete Version sowie eine mit dem von AMD vorgesehenen Standardtakt. Letztere ist ab 599 Euro gelistet, kostet aber da, wo sie auch auf Lager ist, 630 Euro - 20 Euro mehr kostet die übertaktete Version. Auch Asus und PowerColor sind auf Preisvergleichsseiten zu finden, jedoch aktuell nicht lagernd verfügbar. Alle vier gelisteten Modelle setzen bei der Kühlung auf einen langen Kühler mit drei Lüftern. Daher sind auch etwa 30 Zentimetern Grafikkartenlänge einzurechnen. Somit ist der kleine Bruder der Fury X von den Ausmaßen her die größere Karte.

    Wasserkühlung der Fury X

          

    Die Kühlkörper bei Wasserkühlungen sind stets recht klein, da sie ausschließlich Wärme aufnehmen sollen, die wiederum ans Wasser weitergegeben wird, welches über Schläuche wegbefördert wird. Ein Radiator, der hinten oder oben im PC-Gehäuse montiert wird, übernimmt wiederum Aufgabe, die Wärme des Wassers aufzunehmen und an die Luft abzugeben. Bei einer Luftkühlung gibt es keinen separaten Radiator, sondern der Kühler muss zum einen Wärme aufnehmen, aber zum anderen auch über viele Lamellen an die Luft wieder abgeben - daher ist der Kühlkörper bei einer Luftkühlung deutlich größer. Der Radiator einer Wasserkühlung ähnelt einem Luftkühlungs-Kühlkörper und hat im Falle der Fury X einen Lüfter integriert, um die vom Radiator an die Luft abgegebene Wärme abzuführen. Das inzwischen abgekühlte Wasser kehrt wieder zum Wasserkühlkörper der Grafikkarte zurück und kann erneut Wärme aufnehmen - somit hat man einen Kühlungskreislauf. Der Vorteil: die Karte soll auf diese Weise leiser gekühlt werden, denn bei einer normalen Kühlung habt ihr bei starken Grafikkarten bekanntermaßen stets zwei oder sogar drei Lüfter, die zudem deutlich näher an der Gehäusefront sitzen und daher zumindest bei Grafiklast meist deutlich wahrnehmbar sind. Derzeit werden alle AMD Fury X mit der von AMD vorgesehenen Wasserkühlung ausgeliefert - normalerweise bieten die Partnerhersteller ja eigene Kühllösungen, die Customkühlungen an, da die normalerweise ebenfalls angebotene Standard-Luftkühlung von AMD und auch von Nvidia mit nur einem einzigen Lüfter ausgestattet und meist laut ist.

    09:21
    Alternate AMD Fury X PC: Kompaktes Komplettsystem im Video vorgestellt

    Mini-Mod zum verringern des PumpengeräuschsMini-Mod zum verringern des PumpengeräuschsQuelle: PC Games HardwareOb die Wasserkühlung der Fury X wirklich so leise ist, wie man erwarten sollte, haben auch unsere Kollegen der PCGamesHardware in ihrem Test gefragt. Das Ergebnis: die Wasserkühlung ist zwar sehr leise, denn würde eine luftgekühlte Karte bei Last die gemessenen 1,7 Sone erreichen, wäre man mehr als zufrieden. Doch die Wasserkühlung gibt auch ohne Last diesen Wert von sich, und das Fehlen von hörbaren Lüftern ist zudem ein kleines Dilemma. Denn das einzige, was wirklich hörbar ist, ist die Wasserpumpe. Da es sich beim Pumpengeräusch um eine andere Art von Geräusch handelt als man es von Lüftern kennt, kann es für einige Nutzer störender und nervender sein als ein physikalisch gesehen gleichlauter, besser gesagt gleichleiser Lüfter - vergleichbar mit einem Spulenfiepen. Aber für die meisten User können wir sowie unsere Kollegen der PCGamesHardware auch weitesgehend eine Entwarnung geben, denn bei geschlossenem Gehäuse ist das Geräusch kaum noch wahrnehmbar, erst Recht, wenn im Gehäuse ohnehin noch ein Gehäuse- und CPU-Lüfter in Betrieb sind. Die meisten Käufer werden ohnehin beim Rest des PCs auf Luftkühlung setzen. Im Test unserer Kollegen findet ihr zudem auch einen simplen und auch nicht die Garantie gefährdenden Basteltrick, mit dem das Pumpengeräusch zusätzlich eingedämmt werden kann. Zudem kann man auch erwarten, dass AMD nachbessern wird.

    • Es gibt 2 Kommentare zum Artikel

      • Von I3uschi
        Zitat von StHubi
        Die Idee einer Wasserkühlung für die Grafikkarte finde ich nicht schlecht. Schade, dass das Geräusch jetzt offensichtlich einfach nur ein anderes ist...
        Die Pump-Geräusche sollen je nach Karte unterschiedlich ausfallen. Allerdings ist ein "Glückskauf" für diesen Batzen Geld…
      • Von StHubi Moderator
        Die Idee einer Wasserkühlung für die Grafikkarte finde ich nicht schlecht. Schade, dass das Geräusch jetzt offensichtlich einfach nur ein anderes ist...
    • Aktuelle Hardware Forum-Diskussionen

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1165514
Hardware
Kaufberatung AMD Fury: wütender Angriff auf Nvidia?
AMD brachte in diesen Tagen die beiden High-End-Modelle R9 Fury und R9 Fury X auf den Markt. Was leisten die beiden Boliden? Sind sie eine Konkurrenz für Nvidias GTX 980 und 980 Ti, und lohnt sich ein Kauf?
http://www.gamesaktuell.de/Hardware-Thema-130320/Specials/AMDs-R9-Fury-und-Fury-X-temperamentvoll-und-zornig-aber-lohnt-sich-der-Kauf-1165514/
26.07.2015
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2015/07/Powercolor_Radeon_R9_Fury-pcgh_b2teaser_169.jpg
grafikkarte,grafikchip,grafik,amd
specials